Trip nach Riga (Lettland)

Nach Riga wollte ich schon seit ich hier vor 2 Jahren (als erster Stopp unserer Weltreise) zwischengelandet bin. Thierry ueberraschte mich zum Geburtstag mit einem Flug nach Riga - und da das Baltikum bekanntlich hoch im Norden liegt und ich nicht wirklich Sibirien-tauglich bin, habe ich den Flug erst jetzt eingeloest. Logisch, oder?

Der Einfluss der Russen, der Deutschen und der Skandinavier, die alle zu einem gewissen Zeitpunkt Lettland besetzten, ist deutlich spuerbar und gibt einen lustigen Mix.

Nach unserer Ankunft wollten wir zum Beispiel spaet abends noch etwas essen und setzten uns in ein "Pelmeni"-Restaurant. Pelmenis, das sind russische, gefuellte Teigtaschen, aehnlich Ravioli, wenn man das so sagen darf. Das heisst laut sagen darf man das eigentlich nicht, denn die Letten reagieren aeusserst betupft, wenn man sie mit Russen vergleicht. Diesen Fehler machte ich gleich als erstes, worauf der Junge im Tourist Service betonte, wie unterschiedlich sie seien.

 

Die Altstadt ist ziemlich klein und besteht hauptsaechlich aus Beizen, aus denen Abend fuer Abend laute Musik auf die Strassen dringt. Die Parties finden aber eigentlich VOR den Lokalen statt, da seit dem EU Beitritt auch in Lettland rauchen drinnen verboten ist. Viele Restaurants und Bars haben Tische draussen oder sind gerade ganz open air. Oft gibt es auch Live Bands, die fuer Stimmung sorgen. Auf jedem Platz gibt es Restaurants, Bars, Pubs, Musik und viele Leute. Diese sind, trotz kuehlen Temperaturen oft leicht bekleidet und sehr amuesiert mich auch ihnen zuzuschauen wie sie auf ihren hochen Hacken ueber das extrem unebene Kopfsteinpflaster balancieren. Jede Dole ist erhoeht und um sie herum fehlen Randsteine, so dass man eigentlich bei jedem Schritt Kopf und Kragen riskiert - sogar ohne "Stoegi"!

 

Die Letten sind sich ziemlich uebles gewoehnt. Gegruendet wurde die Stadt Riga 1201 von Albert, einem deutschen Bischof. Mit der Reformation (1522) brach das Bischoftum mit dem Papst, war kurz eine freie Reichsstadt (wie Zuerich), wurde aber kurz darauf im 16. Jh von Polen-Littauen anektiert. Im 17. Jh kamen die Schweden, im 18. wurde es dem Zarenreich angeschlossen und wurde zu einem der wichtigsten Haefen Russlands. Trotz russischer Herrschaft war der Einfluss der Deutschen gross - bis 1891 war die offizielle Amtssprache Deutsch, erst danach Russisch.

Im 1. Weltkrieg war Riga durch die Deutschen besetzt, aber diese gaben ihnen die Freiheit und so wurde 1919 die erste unabhangige Republik Lettland ausgerufen. Hitler und Stalin hatten aber andere Plaene fuer die Baltischen Staaten und wiesen sie 1939 den Sovjets zu. 1941 eroberten dann die Deutschen wieder das Gebiet um Riga und brachten in den naechsten drei Jahren fast alle der 75'000 Juden um. 1944 wurde Riga durch die Rote Armee zurueck erobert und war bis 1990 Hauptstadt der Lettischen Sozialistischen Sovjetrepublik. 1990 wurde die Unabhaengigkeit erklaert, welche 1991 von Boris Jelzin anerkannt wurde.

Soviel Geschichte schlaegt auf den Magen, speziell beim Besuch des "Occupation Museums" in dem die ganze Geschichte aufbereitet und spuerbar wird.

 

 

 

Nach Riga wollte ich schon seit ich hier vor 2 Jahren (als erster Stopp unserer Weltreise) zwischengelandet bin. Thierry ueberraschte mich zum Geburtstag mit einem Flug nach Riga - und da das Baltikum bekanntlich hoch im Norden liegt und ich nicht wirklich Sibirien-tauglich bin, habe ich den Flug erst jetzt eingeloest. Logisch, oder?

Der Einfluss der Russen, der Deutschen und der Skandinavier, die alle zu einem gewissen Zeitpunkt Lettland besetzten, ist deutlich spuerbar und gibt einen lustigen Mix.

Nach unserer Ankunft wollten wir zum Beispiel spaet abends noch etwas essen und setzten uns in ein "Pelmeni"-Restaurant. Pelmenis, das sind russische, gefuellte Teigtaschen, aehnlich Ravioli, wenn man das so sagen darf. Das heisst laut sagen darf man das eigentlich nicht, denn die Letten reagieren aeusserst betupft, wenn man sie mit Russen vergleicht. Diesen Fehler machte ich gleich als erstes, worauf der Junge im Tourist Service betonte, wie unterschiedlich sie seien.

 

Die Altstadt ist ziemlich klein und besteht hauptsaechlich aus Beizen, aus denen Abend fuer Abend laute Musik auf die Strassen dringt. Die Parties finden aber eigentlich VOR den Lokalen statt, da seit dem EU Beitritt auch in Lettland rauchen drinnen verboten ist. Viele Restaurants und Bars haben Tische draussen oder sind gerade ganz open air. Oft gibt es auch Live Bands, die fuer Stimmung sorgen. Auf jedem Platz gibt es Restaurants, Bars, Pubs, Musik und viele Leute. Diese sind, trotz kuehlen Temperaturen oft leicht bekleidet und sehr amuesiert mich auch ihnen zuzuschauen wie sie auf ihren hochen Hacken ueber das extrem unebene Kopfsteinpflaster balancieren. Jede Dole ist erhoeht und um sie herum fehlen Randsteine, so dass man eigentlich bei jedem Schritt Kopf und Kragen riskiert - sogar ohne "Stoegi"!

 

Die Letten sind sich ziemlich uebles gewoehnt. Gegruendet wurde die Stadt Riga 1201 von Albert, einem deutschen Bischof. Mit der Reformation (1522) brach das Bischoftum mit dem Papst, war kurz eine freie Reichsstadt (wie Zuerich), wurde aber kurz darauf im 16. Jh von Polen-Littauen anektiert. Im 17. Jh kamen die Schweden, im 18. wurde es dem Zarenreich angeschlossen und wurde zu einem der wichtigsten Haefen Russlands. Trotz russischer Herrschaft war der Einfluss der Deutschen gross - bis 1891 war die offizielle Amtssprache Deutsch, erst danach Russisch.

Im 1. Weltkrieg war Riga durch die Deutschen besetzt, aber diese gaben ihnen die Freiheit und so wurde 1919 die erste unabhangige Republik Lettland ausgerufen. Hitler und Stalin hatten aber andere Plaene fuer die Baltischen Staaten und wiesen sie 1939 den Sovjets zu. 1941 eroberten dann die Deutschen wieder das Gebiet um Riga und brachten in den naechsten drei Jahren fast alle der 75'000 Juden um. 1944 wurde Riga durch die Rote Armee zurueck erobert und war bis 1990 Hauptstadt der Lettischen Sozialistischen Sovjetrepublik. 1990 wurde die Unabhaengigkeit erklaert, welche 1991 von Boris Jelzin anerkannt wurde.

Soviel Geschichte schlaegt auf den Magen, speziell beim Besuch des "Occupation Museums" in dem die ganze Geschichte aufbereitet und spuerbar wird.

 

 

 

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