Mo

13

Mai

2013

Trip nach Riga (Lettland)

Nach Riga wollte ich schon seit ich hier vor 2 Jahren (als erster Stopp unserer Weltreise) zwischengelandet bin. Thierry ueberraschte mich zum Geburtstag mit einem Flug nach Riga - und da das Baltikum bekanntlich hoch im Norden liegt und ich nicht wirklich Sibirien-tauglich bin, habe ich den Flug erst jetzt eingeloest. Logisch, oder?

Der Einfluss der Russen, der Deutschen und der Skandinavier, die alle zu einem gewissen Zeitpunkt Lettland besetzten, ist deutlich spuerbar und gibt einen lustigen Mix.

Nach unserer Ankunft wollten wir zum Beispiel spaet abends noch etwas essen und setzten uns in ein "Pelmeni"-Restaurant. Pelmenis, das sind russische, gefuellte Teigtaschen, aehnlich Ravioli, wenn man das so sagen darf. Das heisst laut sagen darf man das eigentlich nicht, denn die Letten reagieren aeusserst betupft, wenn man sie mit Russen vergleicht. Diesen Fehler machte ich gleich als erstes, worauf der Junge im Tourist Service betonte, wie unterschiedlich sie seien.

 

Die Altstadt ist ziemlich klein und besteht hauptsaechlich aus Beizen, aus denen Abend fuer Abend laute Musik auf die Strassen dringt. Die Parties finden aber eigentlich VOR den Lokalen statt, da seit dem EU Beitritt auch in Lettland rauchen drinnen verboten ist. Viele Restaurants und Bars haben Tische draussen oder sind gerade ganz open air. Oft gibt es auch Live Bands, die fuer Stimmung sorgen. Auf jedem Platz gibt es Restaurants, Bars, Pubs, Musik und viele Leute. Diese sind, trotz kuehlen Temperaturen oft leicht bekleidet und sehr amuesiert mich auch ihnen zuzuschauen wie sie auf ihren hochen Hacken ueber das extrem unebene Kopfsteinpflaster balancieren. Jede Dole ist erhoeht und um sie herum fehlen Randsteine, so dass man eigentlich bei jedem Schritt Kopf und Kragen riskiert - sogar ohne "Stoegi"!

 

Die Letten sind sich ziemlich uebles gewoehnt. Gegruendet wurde die Stadt Riga 1201 von Albert, einem deutschen Bischof. Mit der Reformation (1522) brach das Bischoftum mit dem Papst, war kurz eine freie Reichsstadt (wie Zuerich), wurde aber kurz darauf im 16. Jh von Polen-Littauen anektiert. Im 17. Jh kamen die Schweden, im 18. wurde es dem Zarenreich angeschlossen und wurde zu einem der wichtigsten Haefen Russlands. Trotz russischer Herrschaft war der Einfluss der Deutschen gross - bis 1891 war die offizielle Amtssprache Deutsch, erst danach Russisch.

Im 1. Weltkrieg war Riga durch die Deutschen besetzt, aber diese gaben ihnen die Freiheit und so wurde 1919 die erste unabhangige Republik Lettland ausgerufen. Hitler und Stalin hatten aber andere Plaene fuer die Baltischen Staaten und wiesen sie 1939 den Sovjets zu. 1941 eroberten dann die Deutschen wieder das Gebiet um Riga und brachten in den naechsten drei Jahren fast alle der 75'000 Juden um. 1944 wurde Riga durch die Rote Armee zurueck erobert und war bis 1990 Hauptstadt der Lettischen Sozialistischen Sovjetrepublik. 1990 wurde die Unabhaengigkeit erklaert, welche 1991 von Boris Jelzin anerkannt wurde.

Soviel Geschichte schlaegt auf den Magen, speziell beim Besuch des "Occupation Museums" in dem die ganze Geschichte aufbereitet und spuerbar wird.

 

 

 

Nach Riga wollte ich schon seit ich hier vor 2 Jahren (als erster Stopp unserer Weltreise) zwischengelandet bin. Thierry ueberraschte mich zum Geburtstag mit einem Flug nach Riga - und da das Baltikum bekanntlich hoch im Norden liegt und ich nicht wirklich Sibirien-tauglich bin, habe ich den Flug erst jetzt eingeloest. Logisch, oder?

Der Einfluss der Russen, der Deutschen und der Skandinavier, die alle zu einem gewissen Zeitpunkt Lettland besetzten, ist deutlich spuerbar und gibt einen lustigen Mix.

Nach unserer Ankunft wollten wir zum Beispiel spaet abends noch etwas essen und setzten uns in ein "Pelmeni"-Restaurant. Pelmenis, das sind russische, gefuellte Teigtaschen, aehnlich Ravioli, wenn man das so sagen darf. Das heisst laut sagen darf man das eigentlich nicht, denn die Letten reagieren aeusserst betupft, wenn man sie mit Russen vergleicht. Diesen Fehler machte ich gleich als erstes, worauf der Junge im Tourist Service betonte, wie unterschiedlich sie seien.

 

Die Altstadt ist ziemlich klein und besteht hauptsaechlich aus Beizen, aus denen Abend fuer Abend laute Musik auf die Strassen dringt. Die Parties finden aber eigentlich VOR den Lokalen statt, da seit dem EU Beitritt auch in Lettland rauchen drinnen verboten ist. Viele Restaurants und Bars haben Tische draussen oder sind gerade ganz open air. Oft gibt es auch Live Bands, die fuer Stimmung sorgen. Auf jedem Platz gibt es Restaurants, Bars, Pubs, Musik und viele Leute. Diese sind, trotz kuehlen Temperaturen oft leicht bekleidet und sehr amuesiert mich auch ihnen zuzuschauen wie sie auf ihren hochen Hacken ueber das extrem unebene Kopfsteinpflaster balancieren. Jede Dole ist erhoeht und um sie herum fehlen Randsteine, so dass man eigentlich bei jedem Schritt Kopf und Kragen riskiert - sogar ohne "Stoegi"!

 

Die Letten sind sich ziemlich uebles gewoehnt. Gegruendet wurde die Stadt Riga 1201 von Albert, einem deutschen Bischof. Mit der Reformation (1522) brach das Bischoftum mit dem Papst, war kurz eine freie Reichsstadt (wie Zuerich), wurde aber kurz darauf im 16. Jh von Polen-Littauen anektiert. Im 17. Jh kamen die Schweden, im 18. wurde es dem Zarenreich angeschlossen und wurde zu einem der wichtigsten Haefen Russlands. Trotz russischer Herrschaft war der Einfluss der Deutschen gross - bis 1891 war die offizielle Amtssprache Deutsch, erst danach Russisch.

Im 1. Weltkrieg war Riga durch die Deutschen besetzt, aber diese gaben ihnen die Freiheit und so wurde 1919 die erste unabhangige Republik Lettland ausgerufen. Hitler und Stalin hatten aber andere Plaene fuer die Baltischen Staaten und wiesen sie 1939 den Sovjets zu. 1941 eroberten dann die Deutschen wieder das Gebiet um Riga und brachten in den naechsten drei Jahren fast alle der 75'000 Juden um. 1944 wurde Riga durch die Rote Armee zurueck erobert und war bis 1990 Hauptstadt der Lettischen Sozialistischen Sovjetrepublik. 1990 wurde die Unabhaengigkeit erklaert, welche 1991 von Boris Jelzin anerkannt wurde.

Soviel Geschichte schlaegt auf den Magen, speziell beim Besuch des "Occupation Museums" in dem die ganze Geschichte aufbereitet und spuerbar wird.

 

 

 

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Mo

04

Mär

2013

If you ever meet a drag queen called Coco Petit...

Wir waren zusammen 4 Stunden unterwegs durch die Altstadt und Zürich-West. Haben die Geschichte Revue passieren lassen und ich konnte Gareth für die schönste Stadt der Welt (Zürich!) begeistern. Fasziniert lauschte er den Geschichten, zum Beispiel über Lenin, der an der Spiegelgasse 14 in Zürich die Russische Revolution geplant hat, und zwischen den Odeon-Besuchen und Üetliberg-Spaziergängen über den Büchern brütete. Oder über die Dadaisten, die zur genau gleichen Zeit 1916 an der Spiegelgasse 1 eine Revolution ganz anderer Art planten. Die Greueltaten des 1. Weltkrieges nahmen ein Ausmass an, das alles bisherige in den traurigen Schatten stellte: ihre Revolution war friedlich, "Back to the beginning and start all over again" das Motto und Dada das Resultat.

 

Alles in allem verbrachte ich einen höchst vergnüglichen Nachmittag mit dem jungen Gay Journalisten aus London, wir hatten viel Spass und haben viel gelacht. Manchmal ist der Job als Reiseleiterin schon der coolste, den es gibt!!!

 

Um noch einmal auf den Titel zurück zu kommen:

If you ever meet a drag queen called Coco Petit...dann könnte unter dem Fummel  Gareth Johnson stecken :-) zu Gareths Artikel über Zürich in der Gaystarnews

 

 

 

 

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Mo

10

Dez

2012

The Fire Lions live in concert

Am 23. November 2012 war es endlich soweit: Joël tratt im Planet 5 in Zürich mit seiner Band "The Fire Lions" auf. 

Insgesamt spielten ca. 10 Bands und halb so viele Solisten. Jeder hatte seine Fans mitgebracht und dementsprechend voll war die Location Planet 5 in Zürich. Nach gut 1,5 Stunden waren dann endlich "The Fire Lions" an der Reihe: die Stimmung war super, und da zahlreiche Freunde mitgereist waren fehlte es nicht an moralischer Unterstützung.

 

Meret Tremp, die Sängerin der Gruppe, begrüsste die Zuschauer herzlich und stellte die Bandmitglieder vor: Danil an der Guitarre, Boris am Schlagzeug, Joël am Keyboard und Jules und Ylva, die sich mit Guitarre und Bass abwechselten und sie selber am Mikrofon.

 

Die Freunde legten 3 Songs aufs Parkett und schafften es, die Zuschauer in eine tobende Masse zu verwandeln: Zuerst spielten sie "Come as you are" von Nirvana, gefolgt von Pinks "What do you want from me". Zum Schluss übertrumpfte Meret sich selber und gab ein "I love Rock'n'Roll" zum besten, das Joan Jett sicher geschmunzelt hätte!

 

 

 

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Mi

17

Okt

2012

"Zürcher Verschwörung" von Michael Moritz

VolksLesen.tv – ist Internet-Fernsehen für Menschen, die Bücher lieben. Sie lesen vor der Kamera kurze Ausschnitte aus den Büchern, die ihnen wertvoll sind. So erhalten Sie einen Eindruck des Textes, des Klangs der Worte. Gleichzeitig sehen Sie Denjenigen, der ihn empfiehlt.

Wir zeigen jede Woche vier neue Lesungen. Jede Woche liest eine Gruppe von Menschen – Bundestagsabgeordnete oder Obdachlose, Taxifahrer oder Philologen, Hebammen oder Feuerwehrmänner, Kleingärtner oder Jesuiten, Blinde oder Hellseher, Häftlinge oder Philharmoniker, … Im Mittelpunkt steht der Mensch, der liest; nicht die perfekte Lesung.

 

In diesem Sinne war das Thema anfangs Oktober "Zürich" und die Gruppe waren die "StadtführerInnen". Ich wurde von Zürich Tourismus angefragt und war sehr glücklich, an diesem coolen Projekt teil zu haben.

 

 

 

 

 

 

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Mi

17

Okt

2012

Der Flugzeugabsturz

Am 22./23. Sept. '12 waren Jérôme und ich an der Eröffnung der Pädagogischen Hochschule Zürich in der Europaallee. Wir machten zusammen einen Film selber - es hat uns mega Spass gemacht und das Resultat ist lustig...

 

 

 

 

 

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Sa

11

Aug

2012

Abendunterhaltung auf portugiesisch: Fado

Fado im Devagar Devagarinho
Fado im Devagar Devagarinho

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Heute gehen wir nochmals nach Chiado, shoppen so einiges und zwischendurch gibts eine Erfrischung oder etwas Kulturelles. Das Bogengerippe der Kirche "Igresia do Carmo" erinnert an das Erdbeben. Waehrend des Bebens fand ein Gottesdienst statt. Viele Glaeubige wurden unter dem einstuerzenden Dach verschuettet und wegen den Kerzen brannte das Gotteshaus auch noch aus. 

Der "Elevador de Santa Justa" ist ein weiteres Highlight, das man nicht verpassen sollte. Nur allein schon wegen des Ausblicks auf der Plattform! 

Das groesste Highlight des heutigen Tages beziehungsweise Abends ist aber das Fado, das wir besuchen. Die Gastgeber-Familie hat uns einen Tisch reserviert im "Devagar Devagarinho", einem kleinen Lokal im Quartier, das hauptsaechlich von Einheimischen besucht wird. Jeden Freitag ist Musik angesagt: Fado, der Klang Lissabons. Als es ordentlich dunkel ist, die Musiker gegessen haben, geht es endlich los. Wir haben von den Maedels an unserem Tisch erfahren, dass der juengere Musiker erst 14 Jahre alt ist - gestylt ist er wie ein Erwachsener, im Stil Elvis´ in seinen fruehen Jahren. Die Musik beginnt, der Junge spielt auf seiner 12-saitigen runden Guitarre, sein Partner auf einer akustischen. Auf einmal steht der Kellner im Mittelpunkt und eroeffnet den Abend mit einem besonders dramatischen Fado-Lied. 

Fado, das sind pure Gefuehle, und obwohl wir kein Wort verstehen, erraten wir, dass die Texte von Liebe, Sehnsucht und Herzschmerz handeln.

Nach 3 Stuecken steht auf einmal ein alter Mann aus dem Publikum auf, nun ist er an der Reihe. So geht es weiter, bis wir am Schluss den Eindruck haben, dass wir das einzige "Publikum" sind. An unserem Tisch sitzt Yana und als wir erfahren, dass sie auch Fado-Saengerin ist und dabei erst 14 Jahre alt, staunen wir recht. Erst recht bleibt uns aber der Mund offen stehen, als sie dann an der Reihe ist und mit einer kraeftigen, tiefen Stimme ihren Herzschmerz "zur Schau stellt". Kompliment, das war wirklich grossartig!

Ein Muesterchen gibt es unten auf dem Youtube-Filmchen...

 

 

 

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Fr

10

Aug

2012

Action mit dem Gocar

Die coolste Attraktion in Lissabon: Unterwegs mit demGocar
Die coolste Attraktion in Lissabon: der Gocar

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Fuer heute ist Action angesagt: wir haben bei Gocar ein Mobil reserviert. Mit dem dreiraedrigen Fahrzeug mit Toeffmotor kann man dank dem eingebauten GPS eine Stadtfuehrung auf eigene Faust machen. Sobald man an einem "Point of Interest" vorbeifaehrt, erhaelt man automatisch Informationen zum Objekt. Und theoretisch lotst einen die freundliche "Julia aus Frankfurt", an die schoensten Orte, wo die Tour-Busse nicht hinkommen. Leider ist Julia (die deutsche Version zumindest) nicht ganz sattelfest mit der Geografie Lissabons, so dass wir uns nach kuerzester Zeit verfahren und unsere eigene Tour fahren. Es erweist sich als sehr hilfreich, dass Joël in der Schule gelernt hat Karte zu lesen! Er navigiert uns zuverlaessig durch das Gewirr von unzaehligen Einbahnstrassen. Vielleicht sollten wir Julia mal in die Schule zu Frau Leuzinger und Frau Fenini schicken! ;-)

 

Wir waehlen die Tour durch Belém, da die Sehenswuerdigkeiten hier weit auseinanderliegen - ideal fuer uns mit unserem supercoolen Toeff!

Als erstes besuchen wir den Markt und decken uns mit Fruechten und Saeften ein. Auf dem Weg vom Stadtzentrum nach Belém fahren wir unter der Bruecke des 25 Aprils durch, die ueber den Tejo fuehrt und der Golden Gate in San Francisco nachempfunden wurde. Sie wurde von der gleichen Firma gebaut und Julia erzaehlt uns, dass dies 1966 im Auftrag des Diktators Salazar geschah, und dass sie frueher "Ponte Salazar" hiess. Bis man die schlechten Erinnerungen an den Tyrannen loswerden wollte und sie umbenannte, in Erinnerung an die "Nelkenrevolution" vom 25. April 1974, an dem Tag, andem die Portugiesen die Demokratie zurueckerhielten.

Dann kommen wir am "Palacio de Belém" vorbei, dem Koenigspalast, in dem die Koenigsfamilie das grosse Erdbeben von 1755 nahezu unversehrt ueberlebte, waehrend der Palast im Stadtzentrum von dem Beben und der nachfolgenden Flutwelle voellig zerstoert wurde. Heute ist es der Sitz des Praesidenten. Eine gruene Fahne zeigt an, ob der Praesident zu Hause ist - heute ist er ausgeflogen!

Vor der Pastelaria, wo die weltberuehmten "Pasteis de Belém" verkauft werden, steht wie immer eine lange Schlange. Die Suessigkeiten muessen wirklich gut sein...!

Als wir das Kloster "Mosteiro dos Jerónimos" erblicken, staunen wir ab der Groesse. Der endlos scheinende Westfluegel war frueher Schlafsaal der Moenche und beherbergt heute ein Museum.

Wir tuckern durch den Strassenverkehr weiter zum "Padrão dos Descobrimentos", einem massiven Denkmal, das den Entdeckern des 15. und 16. Jahrhunderts gewidmet ist. Seine Lage am Tejo, die Golden Gate im Hintergrund, sind atemberaubend, auch wenn dem Monument die Eleganz gaenzlich abgeht. Vom anderen Ufer des Tejo winkt uns Cristo Rei, die Statue, deren Antlitz uns von Bildern von Rio de Janeiro bestens bekannt ist.

 

Zum Zvieri goennen wir uns Suesses aus der Pastelaria und einen Galão, ein Kaffee mit viel Milch und ganz wenig Kaffee. Ein bisschen Shopping vertreibt uns die Zeit bis zum Apéro und als die Geschaefte schliessen setzen wir uns ins Hard Rock Café und bestaunen die vielen Kleidungsstuecke und Gitarren von Beruehmtheiten wie Madonna, Prince, usw.

Den ereignisreichen Tag lassen wir in einer Marisquería ausklingen, bei Weisswein aus dem Dão (danke fuer den Tipp, Thierry, schmatz!), Gambas und Pulpo vom Grill, der hier Polvo heisst.

 

 

 

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Do

09

Aug

2012

Lisboa

Lissabon, Stadt mit Kueste, verbindet Badeurlaub mit einem Staedtetrip
Lissabon, die Hauptstadt Portugals an den steilen Haengen des Tejo

Ankommen, geniessen, treiben lassen

 

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Nach einem kurzen Flug, bei dem die Einen ihr Manko ausschlafen, kommen wir in Lissabon an. Der Flughafen ist nicht weit vom Stadtzentrum, in 20 Minuten sind wir bereits auf der Praca Marques Pombal, und in 5 Minuten gelangen wir zu Fuss zum Central Lisabon Hostel, welches von einer herzlichen Familie gefuehrt wird.

 

Wir flanieren durch den alten maurischen Stadtteil Alfama, erkunden die Baixa wie man das Stadtzentrum nennt und ziehen durch die Strassen des chiqueren Stadtteils Chiado, der fuer das lebendige Nachtleben, hunderte Bars, Strassencafes und Restaurants, bekannt ist. Am meisten gefallen mir die gepflasterten Trottoirs, die mit kleinen glatten Pflastersteinen besetzt sind, und die nicht eben sind sondern interessanterweise Mulden und Erhebungen haben.

 

Die Temperatur ist perfekt, tagsueber zwar ein bisschen heiss, aber am Abend so warm, dass nicht mal ich eine Jacke brauche! 

Und die Gespraeche zu zweit sind spannend, aufschlussreich und lustig.

 

 

 

 

 

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So

27

Mai

2012

Tapas, Paëlla, Parrillada, Cerveza y Vino

Parrillada im Bosque Palermo
Parrillada im Bosque Palermo

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Barcelona kennenlernen, heisst auch Tapas Bars, Restaurants und Cafes besuchen. Wir haben groesstes Glueck und erleben bei jedem Besuch gastronomische Hoehenfluege!

 

Zum Fruehstueck isst man Tortilla, eine dicke Omelette aus Ei und Gemuese, bei uns war es Zucchetti, wahlweise auch mit Kartoffeln, serviert mit Tomaten eingeriebenem, getoastetem Baguette.

Hoechste Gaumenfreuden bereiten uns Tapas wie frittierte Zucchettiblueten, grillierter Octopus, nur mit Olivenoel und fein gemahlenem, scharfem Cayenne-Pfeffer, aber auch die beruehmten Patatas Bravas, die "mutigen Kartoffeln", die man mit einer Sauce serviert - wir goutierten sie in einem perfekt abgeschmeckten Mousse aus Quark und viel Knoblauch. Auch Tapas wie Octopuss und Calmar, ob frittiert oder grilliert, schmeicheln unserem Gaumen und passen perfekt zu Cava, spanischen Schaumwein, der wie der Champagner eine Flaschengaerung durchmacht, oder dem fruchtigen, trockenen Weisswein Albariño, der vom Nordwesten Spaniens kommt, dieser Region in der Naehe des Atlantiks, wo fischen und Seafood das taegliche Brot sind.

Im Bosque Palermo geniessen wir bei unserem zweiten Besuch eine Parrillada, ein Seafood-Spektakel mit 2 verschiedenen Fischen, Lachs und Bonito, Muscheln und zwar Vongole und Moules, Tintenfische wie Octopuss und Calmar, und auch die Krustentiere, Crevetten und Scampi, fehlen nicht.

 

Wer jetzt denkt, dass wir in Barcelona immer nur essen, hat nicht ganz unrecht. Aber das Essen ist so gesund, dass man das Gefuehl hat, die Kilos purzeln bei jedem Biss! :-)

 

Besonders gefreut habe ich mich auf den Besuch der Kathedrale Santa Maria del Mar, die durch Ildefonso Falcones Weltbestseller "Kathedrale des Meeres" beruehmt wurde. Gebaut wurde sie von den Arbeitern, fuer die Arbeiter und mit diesem Wissen im Hinterkopf, und dem Bewusstsein, dass diese Arbeiter jeden einzelnen Stein vom Steinbruch hierher trugen, betrachtet man eine solche Kirche, eine Kathedrale sogar, mit grossem Respekt.

Von Aussen scheint das Gotteshaus massiv, obwohl es in das mittelalterliche Wohnquartier eingebettet ist und rundherum nicht viel Platz fuer Platz bleibt. Wenn man die Kirche aber betritt, kann man nur noch anmutig stehen bleiben und das Gefuehl der Groesse und vor allem auch der Hoehe des Raumes, der mit unzaehligen aufeinander geschichteten Sandsteinen denen man das Alter ansieht, im 14. Jahrhundert gebaut wurde, in sich aufnehmen und hoffen, dass man die Ergriffenheit nie mehr vergisst. 

Die Kathedrale besticht durch ihre Einfachkeit - der einzige Schmuck sind die grossen farbigen Fenster, die den Innenraum in ein ganz besonderes Licht tauchen. Besonders die riesige Rosette ueber dem Eingang erfreut das Auge. Im Mittelalter gab es diese Fenster sicher noch nicht, dafuer muss man sich vorstellen, dass die Kirche mit vielen Kerzen erleuchtet wurde und das wuerde ich am liebsten auch mal erleben. (Warum kann man nur die Uhr nicht ein paar Jahrhunderte zurueck drehen...?)

Ich habe mich in einer Kirche noch nie so wohl gefuehlt! Irgendwie ist es in alten Kirchen wegen den dicken Mauern immer kuehl bis kalt, aber in der Kathedrale Santa Maria del Mar ist das anders. Mein Herz wird ganz warm - vielleicht liegt es auch daran, dass wir Zeugen einer Hochzeit werden, ein Schweizer, der eine Katalanin heiratet - er bezeugt seinen Willen in Schweizer-hochdeutsch und sie in Katalanisch. 

Auf dem Platz vor der Kathedrale ist viel los, eine Hochzeit folgt der anderen und wir amuesieren uns bei einem Glas vino blanco und cerveza a presión - ... und natuerlich ein paar Tellerchen Tapas!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Sa

26

Mai

2012

Pfingsten in Barcelona

Die Kathedrale in Barcelona
Die Kathedrale in Barcelona

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Endlich ist es wieder einmal soweit! Nachdem Thierry nun ein paar mal im Ausland war, bin ich an der Reihe. Fuer ein Weekend fliege ich mit meiner Freundin Mirjam nach Barcelona. Wir treffen uns bereits um 5.15 Uhr, um den Flug in Basel rechtzeitig zu erreichen. Die Einsteigeprozedur bei Easyjet gibt einem das Gefuehl, das man in einen Zug einsteigt, und der Flughafen Basel ist fast kleiner als der Bahnhof. Einen Zoll gibts nicht (mehr), vermutlich weil Basel keine Fluege nach ausserhalb Europas anbietet.

 

Schon vor dem Mittag sind wir im huebschen kleinen Hostel BCG - Barcelona Central Garden eingecheckt und erfahren von Andrea, der freundlichen Receptionistin alles Wissenswerte ueber Barcelona. Unser Zimmer ist klein, aber hell und freundlich, und wir fuehlen uns im Hostel von Beginn weg wohl (die Dachterrasse ist eine Oase).

Aber wir verweilen nicht lange im Hostel, wir wollen den Duft Barcelonas einatmen, das Ambiente einfangen, sind hungrig und moechten shoppen.

 

Auf dem Weg zum Lunch kommen wir an der Manzana de la Discordia (engl. Block of discord) vorbei, wo 3 wunderschoene Haeuser nebeneinander stehen, bei deren Bau sich die 3 Besitzer uebertrumpfen wollten. Einer der Reichen hat Gaudi als Architekten engagiert, aber auch die beiden anderen stehen dem in nichts nach. Entstanden sind alle drei anfangs des 20. Jahrhunderts. Zum Zmittag goennen wir uns eine Paella im Bosque Palermo und natuerlich einen halben weissen, Hauswein, wie es sich gehoert. Gestaerkt stuerzen wir uns ins Gewuehl und shoppen, shoppen, shoppen, bis wir fast umfallen und eine neue Staerkung brauchen. Wir sind bei den Ramblas angekommen und zum Glueck erinnere ich mich an die Plaza Real, die sich gleich daneben befindet, an den schoensten Platz Barcelonas. Mirjam ist begeistert und erklaert ihn zu ihrem neuen Lieblingsplatz. Bei Tapas, Cerveza und Vino Blanco auf der Plaza Real, welche in der Mitte des 19. Jahrhunderts nach franzoesischem Vorbild gebaut wurde, beschliessen wir, hier den wunderschoenen ersten Tag in Barcelona ausklingen zu lassen.

 

Auf dem Heimweg kommen wir an der Kathedrale vorbei. Ganz besonders interessiert mich aber die Kirche Santa Maria del Mar, von der ich im Buch "Kathedrale des Meeres" von Ildefonso Falcones gelesen habe, und die mich seither so fasziniert hat. Obwohl die Spanier ein Voelkchen sind, das gerne spaet isst und ausgeht, ist die Kirche nicht mehr geoeffnet und wir muessen den Besuch auf einen spaeteren Zeitpunkt vertagen.

 

In unserem kleinen Hostel finden wir in einen tiefen Schlaf und traeumen von neuen Abenteuern :-) (oder Schuhen, hihi!)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Mo

19

Mär

2012

Wenn einer eine Reise tut...

...dann kann er was erzählen.
Drum nähme ich den Stock und Hut und tät das Reisen wählen.
Matthias Claudius (1740 - 1815)

 

Erzählt habe ich in den vergangenen Monaten reichlich, und selber hatte ich den grössten Spass daran. Du, lieber Leser, standest stets im Mittelpunkt meines Blogs, den ich ohne DICH nicht realisiert hätte.

 

Und nun, wo die Reise fertig ist, ist sie eben doch noch nicht fertig. Nun beginnt die Denkarbeit. Was haben wir gelernt? Was nützt eine solche Reise? Welche Eigenschaften sind wie Blumen auf den Wiesen der Kontinente, die man bei sich daheim gerne anpflanzen möchte? Welche errungenen Eigenschaften möchte man unbedingt behalten, von den "Ferien" mitnehmen in den Alltag? Wie haben wir uns verändert, und ganz zentral war und ist für mich die Frage, welche Auswirkungen hat eine Reise auf Kinder?

 

Ausdauer

"Durchhalten" durften, konnten, mussten wir lernen und in unzähligen Situationen üben, üben, üben.

Zum Beispiel auf den bis zu 26 Stunden dauernden Zugfahrten in Kasachstan und China. Oder auf den langen Busfahrten in Argentinien (die längste Fahrt dauerte 15 Stunden). Auch im eigenen Fahrzeug auf nie enden wollenden Schotterpisten, im Staub, durch Bäche und Flüsse, immer mit der Angst im Nacken, dass das Auto am einsamsten Ort zusammenbricht oder stecken bleibt.

Wir sind viel gewandert, und es gab Situationen, in der die Lust vergangen, die Beine müde und der Hals trocken war, weil das letzte Wasser getrunken und die Sonne heiss und erbarmungslos auf uns niederbrannte. Wir meisterten diese Situationen, feuerten uns gegenseitig an und mussten doch realisieren, dass die wahre Motivation nur von Innen kommen kann.

Was bleibt ist das Gefühl: "Egal welche Situationen die Zukunft für mich bereithält: Ich schaffe es! (Ich habe schon viel härtere Situationen überstanden)".

In diesem Zusammenhang bewundere ich meine Kinder über alles. All' dies als Erwachsener zu lernen, ist schon ein ganz schönes Stück Lebensschule. Dass Joël und Jérôme diese schwierige Disziplin mit einer Selbstverständlichkeit und Leichtigkeit angingen, dass sie mir manchmal sogar ein Vorbild waren, überraschte mich über alle Massen.

 

Offen sein für Neues

Die Länder, die wir bereisten, könnten unterschiedlicher nicht sein und unterscheiden sich zum Teil ganz vehement von dem wir kennen. Man stelle sich vor: Nudelsuppe zum Frühstück, ist nicht Jedermanns Sache. Daran gewöhnen ist schwierig, aber wenn es nichts anderes gibt, unumgänglich. Nicht nur bei den Essensgewohnheiten mussten wir immer wieder loslassen und uns ganz neu orientieren, auch was die Landschaften, das Klima, die Höhenlage und ganz besonders die Anzahl Menschen pro Quadratmeter, waren immer wieder eine Überraschung.

In dieser Beziehung haben wir Erfahrungen gesammelt und je länger die Reise ging, umso selbstverständlicher war es, dass Ungewohntes auf den Tisch kommt und dass Situationen immer wieder ganz neu sind. Und das dies kein Problem per se ist, sondern, dass jede neue Situation irgendwann "normal" wird.

 

Auf Menschen zugehen

Ob du dir einen Mitspieler zum Fussballspielen wünschst, eine Kollegin zum Kaffeetrinken, oder nur Salz für die Suppe brauchst: Geh' auf deine Mitmenschen zu. Auch wenn sie dir am Anfang fremd, manchmal sogar anders oder komisch erscheinen, wirst du merken, dass sie eigentlich ganz nett wenn nicht überaus liebenswürdig, lustig sind und Freunde werden können. Aus der Fremdheit wird Vertrautheit, der Fremde wird zum Freund. Der erste Eindruck täuscht oft, gib' den Menschen eine zweite und dritte Chance, sie kennenzulernen.

 

Die Menschen sind überall gleich

Eine wichtige Erkenntnis, die einem alles Fremde ein bisschen Näher bringt. Was die Menschen im Kern bewegt, nachdem die Grundbedürfnisse abgedeckt sind, ist auf der ganzen Welt gleich. Es sind grosse, starke Gefühle, wie Liebe und Hass, Mitleid und Hilfsbereitschaft, Eifersucht und Neid, die die Menschen bewegen. Und wenn man es mal so betrachtet, merkt man auf einmal, dass man mit der Frau unter dem Kopftuch, mit dem Rikschafahrer auf seinem Velo und dem Regionalpolitiker in der Pampa viel mehr gemeinsam hat, als man gedacht hätte.

 

 

Enthaltsamkeit

Der Spruch "weniger ist mehr" war uns ein ständiger Begleiter. Unser Gepäck war beschränkt auf unsere 4 Rucksäcke und konnte nicht vergrössert werden, da wir sonst nicht mehr im Stande gewesen wären, unser Gepäck zu tragen. Immer wenn wir also etwas neues kaufen wollten, mussten wir uns von etwas altem trennen. Unzählige Male mussten wir den Kindern erklären, dass wir etwas nicht kaufen konnten, weil wir nicht mehr tragen konnten. Das war nicht immer einfach, insbesondere an Weihnachten. Da mussten wir uns auf ganz kleine, handliche Geschenke einigen. Und irgendwie war es sogar schön, nicht soviel zu haben.

Man stelle sich nur einmal vor, wie einfach die Auswahl zwischen 2 T-Shirts am Morgen ist, im Vergleich zu 20 daheim!

 

Teamwork

Eine Familie, die eine lange Zeit miteinander verbringt, wird zwangsläufig zu einem Team. Nur gemeinsam ist es möglich, dass alle auf ihre Kosten kommen. Voll Freude im Herzen erinnere ich mich an die denkwürdige Wanderung im Torres del Paine Nationalpark, als wir dem Wind strotzten und den Fluss überqueren mussten. Nur gemeinsam, mit dem Einsatz jedes Einzelnen, konnten wir dieses Hindernis meistern.

Aber auch ganz alltägliche Aufgaben wie Kochen, abwaschen und so, erledigten wir im Team. Im letzten Monat flippte ein Uruguayer, der uns lange beobachtet hatte, fast aus. Er konnte nicht glauben, wie wir das Abendessen gemeinsam zubereiteten und den Abwasch erledigten. Er erzählte uns, dass keiner seiner Freunde dies glauben werde, wenn er ihnen von unserem Teamwork erzähle. So erstaunlich fand ich es zwar nicht, aber es wurde mir schon auch bewusst, wie wir zusammengewachsen waren in den 7 Monaten. Jeder einzelne zählte, nur gemeinsam schafften wir es!

 

Zeit ist relativ

Von Anfang an freuten wir uns auf die Rückkehr in die Schweiz. Aber sie schien soooo weit weg! 7 Monate sind eine lange Zeit, wenn man am Beginn steht. Im Nachhinein meinten aber sogar die Kinder, die 7 Monate seien recht schnell vorbeigegangen.

Für mich persönlich ist es so, dass ich in diesen Monaten so "herunterfahren" konnte, wie noch nie in meinem Leben, ich glaube ich war noch nie so relaxed.

 

Ich spreche deine Sprache

Wenn man sich mit den Leuten unterhalten kann, ist das Leben viel einfacher und amüsanter. Es eröffnen sich neue Möglichkeiten, man muss es nur wagen. Und da die meisten Menschen nicht Schweizerdeutsch sprechen, lohnt sich das Erlernen jeder einzelnen Sprache. Der Bekanntenkreis wird immer grösser, je mehr Sprachen man spricht und die Leute begegnen einem viel offener und lachen meist, wenn man sich die Mühe gibt und in ihrer Sprache spricht. Und im Vergleich zum anstrengenden Sprachstudium zu Hause geht es umso leichter und macht mehr Spass, wenn man sich im Land befindet!

Wir haben alle unsere Englisch-, Spanisch- und Russisch-Kenntnisse aufgebessert und ich bin begeistert, dass Thierry und Joël so gut Spanisch gelernt haben. Und nebenbei noch so gut und fliessend Englisch. Echt toll. Auch Jérôme versteht mehr als man glaubt!

 

Geografie-Kenntnisse

Die Situation, dass man krampfhaft versucht die Namen der Flüsse auf der ganzen Welt zu merken, kennt jeder. Wenn man aber selber an diesen Orten war, wird die Geografie lebendig. Man weiss nicht nur, wo sich die Städte, Bergketten, Seen und Flüsse befinden, sondern kennt auch das "Feeling", man weiss, wie es sich anfühlt dort zu sein. Und das ist das allerschönste, und für mich vermutlich der Antrieb für meine Reisen. Ich möchte wissen, wie sich das Leben irgendwo auf diesem Planeten anfühlt!

 

Fazit

Alles in allem sind die Errungenschaften, die wir von unserer Reise zurück bringen, mit keinem Geld der Welt bezahlbar. Es sind Juwelen in unserer Erinnerung und sie bilden ein Fundament in der gemeinsamen Beziehung innerhalb der Familie. Wir sind sehr zusammengewachsen, durch die viele Zeit, die wir miteinander verbracht haben.

 

Wer sich durch alle diese Statements bestätigt fühlt, vielleicht selber mit dem Gedanken an eine grosse Reise spielt, dem möchte ich folgenden chinesischen Spruch mitgeben:

 

Eine Reise von tausend Meilen beginnt mit einem einzigen Schritt.

Lao-tse (6. Jahrhundert v.Chr.)

 

 

 

 

 

 

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Mo

20

Feb

2012

Freudentränen am Flughafen

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Nach dem kranken Pilot streiken auch noch die Iberia-Piloten, was unsere Ankunft nochmals ein paar Stunden verzögert. Von der hübschen, aber "zackigen" Angestellten beim Checkin in Montevideo werde ich ernüchtert, als ich frage, ob es denn sicher sei, dass wir am 17. Februar am Abend in Zürich ankommen. Ihre Antwort lautet "Nichts ist hundertprozentig sicher im Leben, Señora!" Dieser Satz entspricht natürlich der Wahrheit, aber oft vergisst man das. Ich merke es mir!

 

In Madrid haben wir wegen dem Streik einen Aufenthalt von 11 Stunden. Einmal mehr werden wir in ein Hotel gebracht, indem wir schlafen und uns ausruhen. Das von der Iberia gesponserte Mittagessen (Paella, fein!!!) am Flughafen Madrid trägt dazu bei, dass wir der Iberia und speziell den Piloten verzeihen.

 

Als wir bei Sonnenuntergang über die Alpen fliegen, füllen sich meine Augen mit Tränen, so schön ist dieser Anblick, der rotgefärbten, schneebedeckten weissen Pracht (als Heidi dies zum ersten Mal sah, rannte sie zum Grossvater und berichtete, dass die Berge brennen;-).

Die Anden, die Rocky Mountains, alles schön und recht, aber die im Vergleich soviel kleineren Alpen (von der Länge her) ist einfach das Schönste, das es gibt. Thierry meint, dass sei nur, weil es für mich Heimat bedeute, die Anden seien genauso schön.

Was meint ihr dazu?

 

Als das Flugzeug landet umarmen wir uns, können es kaum mehr erwarten, rennen durch den Flughafen, aber vor dem Gepäckband müssen wir nochmals Geduld üben. Endlich ist alles da und wir gehen am Zoll vorbei, durch die Schiebetüre, bis zu den Zehen und Fingerspitzen gespannt. Wer ist alles gekommen?

 

Als erstes springt Nati Jost aus der Menge - mit Juan und Nachwuchs Nahuel und Mama Jost ist sie zum Flughafen gekommen. Natürlich ist auch Mamutsch da, die ich lange festhalte, weil sie mir so gefehlt hat. Mein Bruder Jean-Marc, Karla und Steffi sind auch da, Ehrensache! Auch Thierrys Eltern, Odile und Lüz sind gekommen, seine Schwester Carole und Thomas, Tochter Nati mit Freund Manuel. La Familia, ihr habt uns so gefehlt!

Auch viele Freunde sind gekommen, Anna und Mirjam, die uns einen wunderschönen Rosenstrauss mitbringen, mit Miron und Igor und Remy und sie haben sogar Gian mitgebracht! Er und Joël haben sich sehr vermisst. Sie düsen sofort ab, um diese erste Zeit unter vier Augen zu verbringen, zum erzählen. Das schönste an zu Hause sind echt die Freunde und die Familie. Und die Nachbarn!

 

Carole hat beim Flughafen eine Bewilligung eingeholt und veranstaltet ein Fondue. Sie weiss, wie sehr wir uns auf den heissen Käse gefreut haben! Das Ambiente ist recht speziell, draussen, zwischen dem Terminal 1 und 2, bei Fondue, Weisswein, Kirsch und allem was dazu gehört. Die Flughafenpolizisten würden am liebsten mitessen, leider kommen sie gerade vom Znacht. Ein junges brasilianisches Pärchen, dass zuerst lange unserem Treiben zuschaut, nimmt die Einladung an und goutiert von unserem Nationalgericht.

Es ist recht lustig, den Flughafen mal so zu erleben!

 

Als wir spät am Abend heimkommen, heissen uns Fränzi und Michi, unsere Nachbarn willkommen. Sie haben alles Leckerein, die wir so vermisst haben, an die Türe geklebt. Servelats, Zweifel Pommes Chips, Schoggi und vieles mehr. Als wir in die Wohnung hineinkommen macht das Herz einen Hüpfer. Es ist soooo schön daheim zu sein! Zu aller Überraschung haben uns Sarah und Michi den Kühlschrank gefüllt mit Prosecco, Käse, Servelat und sonst noch ein paar Köstlichkeiten.

 

Auch das Willkommensgeschenk von meiner Mutter ist ein spezielles. Sie weiss genau, was ich jetzt brauche, nämlich einen Familienkalender. Und jeden Monat erinnert uns ein Foto an unsere Reise - die so noch ein Jahr andauert :-)

 

Und nun freuen wir uns, alle Freunde und die Familie zu sehen, welche nicht an den Flughafen kommen konnte und bestimmt werden wir noch oft anstossen!

Nur schon das Zurückkommen und das Wiedersehen ist soooo schön, dass man eine solche grössere Reise öfters unternehmen müsste!

 

 

 

 

 

 

 

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Mi

15

Feb

2012

Unfreiwillige Ferienverlaengerung

Recency Hotel, Zona Americana, Montevideo
Recency Hotel, Zona Americana, Montevideo

Anstatt im Flugzeug Richtung Europa zu donnern, liegen wir am Pool in Montevideo. Was ist passiert? "Der Pilot unserer Iberia-Maschine ist krank, hat was mit den Ohren und ist flugunfaehig. Ein neuer Pilot musste aus Spanien hergeflogen werden. Er ist auch schon in Uruguay angekommen, aber er muss sich noch einen Tag ausruhen", ist die Auskunft der Boden-Angestellten des Checkins.

 

Pech oder Glueck? Man quartiert uns unweit des Flughafens ins Regency ein, mitten in der Zona Americana, einer Freihandelszone mit vielen Geschaeftshaeusern. Von denen sieht man vom Hotel aus allerdings nicht, nur weites Feld, hinter dem Swimmingpool. Man hoert nichts (nicht mal Flugzeuge...?!) ausser dem quaken der Froesche, den zirpen der Grillen und dem Summen der Klimaanlage.

Jérôme ist bitter enttäuscht, aber als die netten Receptionsten eine Playstation und einen DVD Player mit Filmen und Spielen aufs Zimmer bringen, ist die Trauer schnell vorbei.

Wir verbringen den Nachmittag mit Skypen, am Pool und am spielen.

 

So sind wir nun also erst Freitag Abend daheim!

Another day in paradise.

Hat der liebe Gott das mit den 4 Woechelchen gehoert und mir einen Tag und eine Nacht geschenkt...?

 

 

 

 

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Di

14

Feb

2012

Letzte Tage in Punta del Este

La Playa de los dedos
La Playa de los dedos

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Alles Schoene hat bekanntlich ein Ende, so auch unsere lange Weltreise, die im Rueckblick gar nicht so lange war. Sogar die Kinder sind erstaunt, "schon vorbei, die 7 Monate...?".

 

Noch liegen wir am Strand, zelebrieren Asados, mit Jules und seinen Freunden, die uns aufnehmen wie wenn wir uns schon ewig kennen wuerden. Aber die Zeit verrinnt, die Waagschale mit den noch zu verbringenden Tagen wird immer leichter. 

 

Bevor wir von Punta del Diablo nach Punta del Este fahren, machen wir noch einen kleinen Abstecher ins Grenzgebiet nach Brasilien, nach Chuy, wo mehr Brasilianisch (nicht Portugiesisch, Achtung!) gesprochen wird als Castellano, wie man hier das Spanisch nennt.

 

Eine Wehmut packt mich und ich male mir aus, wie schoen es waere, wenn man noch 4 kleine Woechelchen anhaengen koennte, und die 2000 km dem Strand entlang nach Rio zu tingeln und dort mitten im Carneval einen rauschenden Abschluss zu feiern...

Als ich beim Mittagessen laut darueber nachdenke, stimmen mir erstaunlicherweise alle zu, und waeren sofort dabei! Es gibt ja noch soviel zu sehen, und je mehr man gesehen hat, umso bewusster wird einem, was man alles noch NICHT kennt! Und wie klein der Horizont ist, den man zwar gerade vergroessert hat.

 

Punta del Este ist vergleichbar mit Saint Tropez in Europa. Alles was Rang und Namen hat in den Amerikas tummelt sich hier. Omar Sharif,  Antonio Banderas, Leonardo di Caprio gehoeren zu den Schauspielern, die regelmaessig hier anzutreffen sind, Naomi Campbell und Gisele Buendchen sind nur einige von vielen Top Models, die hierherkommen wegen dem Strand und den Parties. Letztere laesst sogar verlauten, dass Punta del Este der einzige Ort sei, an dem sie ohne Bodyguard unterwegs sei, so sicher sei es hier.

 

Wir mischen uns unter die edle Menschenmasse, sind aber viel zu beschaeftigt um Ausschau zu halten, ob tatsaechlich irgendwo ein Sternchen schimmert.

 

Wir saugen die Stimmung, die Hitze, das Meer, die Gelassenheit in uns auf und hoffen, dass es uns noch lange nach unserer Rueckkehr naehren wird!

 

An dieser Stelle noch einmal ein grosses Dankeschoen!!!

 

Gracias a Jules, para compartir tus amigos con nosotros. Tu asado fue genial y tus bruschettas son algo del mejor que comí en mi vida! Estamos muy feliz de verte muy pronto en Suiza!

 

Gracias a Richard y Natalia que nos recibieron y que pudimos pasar nuestro ultimo asado en un ambiente familiar y amicial!

 

Gracias a Mariano para estar parte de la familia para un pequeño rato y las charlas y el diviertimiento! 

Por todos ustedes nuestro tiempo en Uruguay era muy especial y lo vamos a recordar siempre!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Mo

13

Feb

2012

Adiós, lieber Wackelzahn!

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Wachsen, Groesserwerden, ist auch physisch. Damit verbunden ist auch der Wechsel der Zaehne: Die Milchzaehne, die als Platzhalter fungieren, werden durch die langlebigen zweiten Zaehne ersetzt. Dass dieser Prozess nicht immer schmerzlos ist, vergisst man schnell.

 

Jerome hat grossen Mut bewiesen und dem Wackelzahn radikal ein Ende bereitet - der neue Zahn war schon bereit!

 

 

 

 

 

 

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Fr

10

Feb

2012

Punta del Diablo

Playa de los Pescadores
Playa de los Pescadores

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Why Uruguay?


Der Grund, wieso Uruguay ein Teil unserer Reise wurde, sind die Erzählungen von unseren Freunden Manuela und Jules. Nachdem Manuela und ich damals im Cheyenne zusammen gearbeitet hatten und ich zum ersten Mal schwanger wurde, ging sie mit Jules auf eine ausgedehnte Südamerika-Reise. Das Paar lernte unter anderem Uruguay kennen und nach ihrer Rückkehr in die Schweiz erfüllten sie sich ihren Traum und eröffneten ein kleines Ladengeschäft, in dem sie Sachen aus Südamerika verkauften. In der Folge reisten sie immer wieder nach Uruguay und schwärmten daheim von den schönen Stränden, den gemütlichen, herzlichen Menschen, dem Leben in der 'Schweiz Südamerikas'. Ihr Geschäft zügelten sie an eine Adresse im trendigen Neu-Oerlikon wo sie mehr Platz hatten und vor allem eine Kombination mit Essen und Trinken anbieten konnten. Das Ladengeschäft "Jaime. El Barco"  entwickelte sich zu einer Paninoteca, mit den feinsten Paninis in ganz Zürich.

Als ich das zweite mal schwanger wurde, war auch Manuela schwanger, Sohn Jaime ist nur 9 Tage älter als Jérôme.

Über die Jahre blieben wir in Kontakt: Die uruguayischen Geschichten waren wie ein Samen gepflanzt in meinem Hinterkopf.

Und nun sind wir also da, geniessen das Leben, die schönen Strände, das Meer, die freundlichen, gemütlichen Menschen. Das Beste am Ganzen ist, dass Jules per Zufall den Februar zu seinem Ferienmonat erklärt hat und auch hier in Uruguay ist.

Vor ein paar Tagen ist er von Punta del Este nach Punta del Diablo gekommen, zusammen mit einem Freund, dem Argentinier Mariano, und wir verbringen viel Zeit zusammen. Joël und Jérôme sind begeistert von Jules und Mariano, und für uns ist es spannend, weil wir in den interessanten Diskussionen viel über die Menschen und ihre Kultur lernen. Mariano ist Rechtsanwalt und Politiker, ein Minister im Departement 'Entre Rios'. Die argentinische Politik liefert uns viel Gesprächs- und auch Zündstoff. Nach dem letzten Schluck Wein wechseln wir zur späten Stunde zum argentinischen Nationalgetränk: Fernet Branca mit Cola. Eine gelungene Kombination von süss und bitter. Hört sich für uns vielleicht seltsam an, schmeckt aber super!

Punta del Diablo war vor 10 Jahren noch ein Fischerdorf, heute ist es einiges grösser und lebt wie alle Orte an der Küste des Atlantiks vom Tourismus. In den 3 Sommermonaten Dezember, Januar und Februar muss das Geld verdient werden, das fürs ganze Jahr reichen muss. Danach wird es wieder ruhig in Punta del Diablo. Nicht nur die vielen Cabañas, wie die Ferienhäuser hier genannt werden, sondern auch ein Grossteil der Geschäfte und Restaurants bleiben geschlossen. Wie friedlich muss es dann erst sein...?

Punta del Diablo hat 3 Strände, wir sind meist an der Playa de la Viuda. Auf den riesigen Sanddünen vergnügen sich die Jungs mit Sandboarding (ähnlich wie Snowboarding). Auch Surfer suchen nach ihrem Glück in Form einer grossen Welle.
An der Playa de los Pescadores sind heute noch Fischerboote und in kleinen Hütten wird der Tagesfang zum Verkauf angeboten. Die Playa Grande ist ebenso schön und wenn man nur 10 Minuten am Strand geht, die vielen Menschen hinter sich lässt, findet man Ruhe und Abgeschiedenheit.

Obwohl das Dorf in den letzten Jahren stark gewachsen ist, hat es sein relaxtes Hippie-Flair wahren können. Es gibt viele Künstler, die ihre Handarbeiten verkaufen: Schmuck, Flip-Flops aus Leder, kunstvoll angefertigte Mate-Tassen aus allen möglichen Materialien. Die Strassen im Dorf sind abgesehen von der Hauptstrasse unbefestigt: Zahlreiche Polizisten sorgen dafür, dass die Autos im Schritttempo durch die Menschenmengen fahren. Ein Restaurant reiht sich am anderen, alle ein bisschen improvisiert, wie auch der Künstlermarkt. Die Cabañas verteilen sich auf eine grosse Fläche, manche stehen inmitten einer Sanddüne und das Hostel de la Viuda, indem wir die ersten 3 Nächte verbrachten, steht überhaupt mitten im Schilf. Wären die nächtlichen Parties der Gäste nicht, wäre es so abgelegen total still.
Nun haben wir eine Cabaña gemietet und in unserer kinderfreundlichen, rekaähnlichen Anlage gibt es einen Swimmingpool, einen Fussballplatz und sogar ein Minigolf. Unsere Cabaña ist sehr gross, hat einen Sitzplatz mit Sicht auf Swimmingpool, Spielplatz und Meer und eine Grillstelle, die wir fast täglich nutzen für ein Asado.
Wir haben den lokalen Rythmus angenommen, ihn sogar ein bisschen uebertroffen, denn wir fruehstuecken am Mittag, das Mittagessen ist um 17 Uhr und das Nachtessen gibts erst um Mitternacht - dafuer schlafen dafür bis mittags.

Es könnte nicht schöner sein! Wir beenden die Reise sozusagen wenn es am schönsten ist...

 

 

 

 

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Do

02

Feb

2012

Colonia, Nueva Helvecia, Montevideo

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Colonia del Sacramento

In knapp 1,5 Stunden sind wir mit dem riesigen Katamaran ueber den breiten Rio Plata gefahren, haben Argentinien hinter uns gelassen und sind in Uruguay angekommen. Colonia del Sacramento ist die einzige Stadt ausserhalb Brasiliens, die von den Portugiesen gegruendet wurde. Man kann einige Haeuser aus dem spaeten 17. Jahrhundert sehen in der Altstadt - am meisten aber beeindruckt uns das Stadttor mit den grossen Ketten am Eingang.Ansonsten ist es sehr ruhig und wir sind froh, koennen wir am naechsten Tag schon wieder weiter.


Nueva Helvecia - Colonia Suiza

Die Fahrt uebers wenig besiedelte Land erinnert an die Schweiz. Noch viel staerker werden die Gefuehle am Eingangstor von Nueva Helvecia, dass in Form eines alten Berner Bauernhauses gestaltet ist. Auf dem Weg ins Dorfzentrum kommen wir am Kantonsbaum vorbei - ein metallener Baum, an dem fuer jeden Schweizer Kanton eine Flagge an einem "Ast" befestigt ist. Nueva Helvecia, "Neu-Helvetien" wurde von ein paar Schweizern gegruendet, die ab 1862 ihr Glueck fern der Heimat suchten. Das Dorf wird heute oft auch "Colonia Suiza" genannt. Wenn man nun aber denkt, dass dort alle schweizerdeutsch sprechen, liegt man falsch. Schon laengst haben sich die Einwanderer angepasst, wie gute Schweizer eben sind ;-).  Auch im Restaurant San Juan (Sankt Johann...?) sucht man ausser Kasseler mit Sauerkraut vergeblich nach Schweizer Gerichten. Dabei haetten wir so gerne wieder einmal Roesti gegessen, oder Bratwurst, oder "Saerwilaa"... 


Montevideo

Da Uruguay ein ziemlich kleines Land ist und alles nah zusammenliegt, koennen wir nach der Dorfbesichtigung  von Nueva Helvecia noch gleich in die Hauptstadt, nach Montevideo, weiterfahren. Hier lebt fast die Haelfte der Bevoelkerung Uruguays, etwas mehr als 1 Million Menschen. Zudem ist es nach Tokyo die sicherste Metropole weltweit - wer haette das gedacht? Gesprochen wird aehnlich wie in Argentinien, das heisst, auch hier wird das "y" und das Doppel-L "ll" als stimmhaftes "sch"  ausgesprochen. Das hoert sich dann etwa so an "Me schámo Coco", oder so.
Ein ganz wichtiger Unterschied zu Argentinien wird uns aber am ersten Abend in Uruguay vor Augen gefuehrt. Auch hier ist die Parrillada, der Grill-Plausch allgegenwaertig. Im Vergleich zu Argentinien wird aber nicht mit Kohle angeheizt, sondern auf einer speziellen Vorrichtung in der Grillstelle wird Holz verbrannt, die Glut, die wegfaellt unter das Grillgut gelegt. Das wuerden vermutlich auch die Argentinier vorziehen, aber nur dank den wenigen Einwohnern und dem vielen Holz koennen sie es sich leisten.
Montevideo hat eine huebsche kleine Altstadt, unmittelbar am Hafen. Die ist aber schnell gesehen. Das Carneval-Museum ist huebsch, reisst uns aber nicht aus den Socken. Hauptsache es ist schoen warm. Neuigkeiten aus der Schweiz erreichen uns - eine Kaeltewelle, wie sie nur alle paar Jahre vorkommt. Minus 15 im Flachland und solche Spaesse. Hoffentlich ist es waermer wenn wir in 2 Wochen heimkommen... 

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So

29

Jan

2012

Happy birthday, Joel!!!

Heute ist Joel's grosser Tag: Endlich ist er 11!!!

 

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Das Geburtstags-Fruehstueck auf der Dachterrasse des Reina Madre Hostels in Buenos Aires ist eine herrliche Art, den Tag zu beginnen. Weiter gehts mit Geburi-Lunch, Kino (Las aventuras de Tintín, ein super Film!), und am Abend mit einem Geburtstags-Asado, also ein Grillplausch. Schoen, dass wir sogar noch einen Gast begruessen duerfen: Bea aus Rapperswil feiert mit uns!

Der schoenste Abschluss ist die Tiramisú-Torte mit den 11 hellen Kerzen!

 

 

 

 

 

 

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Do

26

Jan

2012

Unter der Asche des Vulkans Puyehue

Das Seengebiet im Norden Patagoniens

Im Dezember 2011 ist fuer alle ueberraschend der Vulkan Puyehue ausgebrochen. Er befindet sich auf chilenischem Boden, der Nationalpark, den ihn umgibt grenzt an Argentinien. Der Wind weht von den Anden Richtung Osten, deshalb liegen die Orte im Seengebiet Argentiniens seit dem Ausbruch unter Asche. Anfaenglich musste sogar der Notstand ausgerufen werden. Der Flughafen in Bariloche ist immer noch geschlossen, der Vulkan spuckt und spuckt und hoert nicht auf.

Am schlimmsten betroffen ist das Staedtchen Villa la Angostura, 35km Luftlinie entfernt vom Hoellenkrater.

 

Der Weg von Chile zurueck nach Argentinien fuert ueber einen Pass und nahe am Vulkan Puyehue vorbei. Da oben sieht es sehr gespenstisch aus. Ein bisschen wie eine Winterlandschaft, mit dem Unterschied, dass nicht meterweise Schnee liegt sondern weisse oder genauer gesagt hellgraue Asche. Die Baeume sind alle abgestorben. Ein Wunder, dass die Strasse ueberhaupt geoeffnet ist - die Sicht betraegt etwa 50 Meter, mehr nicht. Es sieht ein bisschen aus wie Nebel, aber es ist Vulkanasche, die die Sonne verdeckt.

 

In Villa la Angostura liegt viel Asche. Die Bevoelkerung kaempft tagtaeglich, versucht, die Asche von den Strassen, aus den Haeusern, aus dem Leben zu wischen. Ein schier unmoegliches Unterfangen, aber die Menschen geben nicht auf. Mehrmals taeglich bespritzen grosse Tankwagen die Kiesstrassen, damit der Staub nicht aufwirbelt sondern am Boden klebt, tagtaeglich putzen die Einwohner ihre Haeuser und Hotels, stauben ab und fangen am naechsten Tag wieder von vorne an. Er dringt durch alle Ritzen, auch durch die Nase, dieser fiese Staub.

Abgesehen von der Asche (la ceniza) ist das Staedtchen wirklich huebsch, lebt vom Tourismus, und uns wird schnell klar, warum das Hostel uns einen so grosszuegigen Rabatt gewaehrt hat.

Die Landschaft ist grandios und erinnert uns in ihrer Schoenheit ganz stark an die Schweiz. Der Nahuel Huapi See glitzert in den Farben tuerkisblau bis smaragdgruen, das Wasser ist kristallklar. Was auf den ersten Blick aussieht wie Schmutz, der am Ufer des Sees schwimmt, entpuppt sich als hellbraune Vulkansteinchen, die so poroes sind, dass sie schwimmen, und an Hydrokultur-Chuegeli der Topfpflanzen erinnern.

 

Wir lassen uns von der Asche nicht unterkriegen und gehen trotzdem wandern, auch wenn es am Nachmittag aussieht, wie wenn das Wetter sich verschlechtern wuerde, dabei sind es nur Aschewolken, die wie Hochnebel aussehen. Auf der etwas langweiligen Wanderung zum weltweit einzigen Arrayanes-Wald, spielen wir Verstecken. Einmal verstecken Jerome, Thierry und ich uns so gut, dass Joel uns nicht auf Anhieb findet. Nach zehnminuetiger Stille und einer anfaenglichen Freude ueber das gute Versteck, nachdem wir unseren Verfolger nirgends mehr sehen und hoeren koennen, mache ich mir langsam Sorgen und renne ein ganz schoenes Stueck zurueck, waehrend ich Joels Name rufe. Thierry geht in die andere Richtung, und als ich ihn und Jerome wieder eingeholt habe und wir Joel immer noch nicht gefunden habe, renne ich den ganzen Weg zurueck, bis zum Eingang, wo der verlorene Sohn auf uns wartet. Das waren ein paar Kilometer unfreiwilliges Jogging und ein gratis Adrenalischub dazu!

 

Am naechsten Tag fahren wir 100km in den Norden, nach San Martín de los Andes, wo man von der Asche nicht mehr viel sieht. Wir wandern durch Indianergebiet der Mapuche Indianer zu einem Mirador, einem Aussichtspunkt, der auch bei Mountainbikern sehr beliebt ist. Leider sind die Wege zahlreich und alles andere als eindeutig. Den Mirador finden wir zwar nicht, steigen aber bis zur Spitze des Huegels auf, wo wir eine wunderbare Aussicht auf den Lago Lacar, San Martín de los Andes und die Gegend haben.

 

Auf dem Rueckweg wird der Weg immer schmaler, bis wir uns durch stachelige Gestrueppe kaempfen muessen, und einmal unter einem Busch durch den Staub robben. Aber alles Muehsame hat seine Vorteile, denn Joel findet 50 argentinische Peso - das sind fast 12 Franken! Der Weg endet bei einer Klippe, die wir, die Kinder sichernd, hinunterklettern muessen. Gelandet sind wir in den Slums von San Martín, der Heimweg ist ein Thema fuer sich.

Das war wieder einmal genug Abenteuer fuer die naechsten paar Tage!

 

Die Fahrt nach Junín de los Andes ist nur kurz. Von dort aus nehmen wir den Bus (collectivo) bis nach Puerto Canoa in den Nationalpark “Volcano Lanín”. Manchmal ueberkommt uns das Gefuehl, dass Argentinien soviele Nationalparks hat, um bei den Touristen abzukassieren. (Wie waere es, wenn wir den Kanton Graubuenden zum Nationalpark deklarieren wuerden, nach Sargans Zahlhaeuschen aufstellen wuerden und so, wenn schon nicht unsere AHV, dann doch vielleicht unsere IV finanzierten? Mit dem Wallis koennten wir…. STOP mit den absurden Gedanken!)

 

In den Nationalpark “Lanín” fluechtet im Sommer der stressgeplagte Porteño (Einwohner von Buenos Aires), wo er campt, fischt, badet, und den ganzen Tag Mate-Tee trinkt. In dieser Einsamkeit kann er sich schnell und gut erholen, und das muss er auch, denn er hat nur 2 Wochen Ferien pro Jahr! Verschiedene Campingplaetze liegen direkt am See “Huechulafquen” und bieten eine herrliche Aussicht auf den perfektesten aller Vulkane (rein optisch, und in Anbetracht dessen, dass er friedlich schlaeft auch dank seines Charakters). Der Vulkan ist eingebettet in eine idyllische See- und Berglandschaft und die Spitze des Laníns ist mit Schnee bedeckt – ein wahres Bijou! Auch auf dieser Wanderung finden wir uebrigens keinen eindeutigen Weg, aber die Stachelpflanzen halten sich fuer einmal im Rahmen. Es ist die letzte Wanderung auf unserer Weltreise, und deshalb halten wir es bis zum Schluss durch, auch wenn das letzte Stueck heiss und der Weg auf der Kiesstrasse langweilig und staubig ist und sich extrem in die Laenge zieht.

Die Gegend ist trotzdem ein Traum und Einsamkeit findet man ueberall. Wahrscheinlich wegen dem langen, muehseligen Anfahrtsweg: mehr als 2 Stunden faehrt der alte Bus ueber staubige, holprige Kiesstrassen.

 

Ja, und nun berichte ich euch ueber den dritten und letzten Adrenalinschub, der mich innert nur 3 Tagen ereilt hat: Seit der Busfahrt von San Martín nach Junín ist unsere Kamera weg!

Deshalb keine schoenen Fotos fuer einmal, nur schoene Worte - leider...

 

Nachtrag vom 30.1.12

Auf dem Handy und im Internet habe ich doch noch ein paar Fotos gefunden. 


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So

22

Jan

2012

Mit dem Schiff durch die chilenischen Fjorde

Die umgebaute NAVIMAG Faehre "Evangelistas"
Die umgebaute NAVIMAG Faehre "Evangelistas"

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In Puerto Natales startet ein neues Abenteuer: Wir moechten die Fjorde, den feuchten Teil Patagoniens, aus einer neuen Perspektive kennenlernen und deshalb gehen wir fuer 4 Naechte an Bord der NAVIMAG Faehre. Die "Evangelistas" ist ein Frachtschiff, dass zu einer Faehre umgebaut wurde, und als sie in den 1950er Jahren ihren Betrieb aufnahm war es das erste Mal, dass eine Verbindung zwischen dem Sueden und dem Norden von Chiles Patagonien geschaffen wurde. Bis zu diesem Zeitpunkt muss das Leben im Sueden noch viel haerter gewesen sein, ohne Informationen, Fruechte und Gemuese. Heute ist die Faehre  Touristenattraktion und Verkehrsmittel zugleich.

 

Einmal woechentlich legt die Faehre in Puerto Natales an - voller Vorfreude gehen wir an Bord. Unsere Kajuete hat die Nr. 149 und am Anfang fehlt uns noch ein bisschen die Orientierung, aber schon bald kennen wir die 3 Decks wie unsere Hosentaschen und wir fuehlen uns auf dem Schiff zu Hause. Drei Mal taeglich wird im Esssaal das Essen serviert, dazwischen finden verschiedene Aktivitaeten statt. An Informationsveranstaltungen lernen wir viel ueber das Leben in Patagonien, die Gletscher, Flora und Fauna. Die Yogastunden lassen wir ausfallen - wir freuen uns zu fest auf unsere Yogalehrer Maya und Vasili in Zuerich!

 

Joel und Jerome lernen schon bald alle Kinder an Bord kennen und geniessen es, ganze Nachmittage in einer grossen Horde vor der Wii zu verbringen. Dazwischen koennen von der Reling aus Tiere beobachtet werden. Wale sehen wir einige, sie zeigen uns ihren Spruehbrunnen und ihre Rueckflossen, Delphine und Robben, die in grossen Gruppen bei Sonnenuntergang im Wasser spielen und springen.

Beim Gletscher "Brujo" faehrt der Capitano ganz nahe heran, damit wir ihn vom Wasser aus bewundern und fotografieren koennen.

 

Viel Zeit verbringen wir mit unseren neuen Bekanntschaften.

Bea und Moritz, die wir im Nationalpark Torres del Paine kennengelernt hatten, sind auch an Bord. Zwischen interessanten Gespraechen mit den beiden fuehren sie uns in die hohe Kunst des Jassens ein und zeigen uns das "Weisen".

Auch Benny und Christine haben viel zu erzaehlen, sie waren ein Jahr mit dem Velo in Nord- und Suedamerika unterwegs. Sie sind an abgelegene Orte gekommen, von denen wir nur traeumen koennen! Sie zeigen uns den "Une-ufe" und "Oben-abe", spielen mit uns Match um Match, bis "Stoeck" und "Boeck", "Wiise" und "Schiebe" zu unserem Vokabular gehoeren.

Auch Martin und Christine treffen wir an Deck immer wieder an, auch sie haben wir vorher schon, im Hostel kennengelernt. Martin weiss als Biologe viel ueber die Tiere und hat einen ultraguten Feldstecher dabei.

Die nette englische Lady, die mit ihrem pensionierten Mann der Royal Airforce, 3 Monate herumreist, erklaert sich bereit, taeglich mit Joel Konversation zu ueben. Ein so schoenes "sauberes" englisch zu hoeren macht wirklich Freude und Joel hat einen Riesenspass.

Dass der freundliche, immer lachende Franzose in Wirklichkeit Belgier ist, auf Mallorca lebt und Weinhaendler ist, erfahren wir leider erst am letzten Tag. Sofort freundet Thierry sich mit ihm an und geniesst es, wieder einmal mit einem Gleichgesinnten fachzusimpeln.

 

Die Begegnungen mit diesen interessanten Menschen, die oberflaechlichen und tiefgruendigen Gespraeche, bereichern unsere Reise und auch unser Leben, und ich hoffe, dass wir moeglichst alle von ihnen in der Schweiz wieder sehen werden.

 

Patagonien hat verschiedene Gesichter. Oestlich der Anden, in Argentinien, ist es sehr trocken; dort herrschen Steppe und Wueste vor. Um die Anden herum befinden sich Gletscher und weiter noerdlich auch Vulkane. Im Westen sind tausende Inseln, Fjorde, Schneisen, die die Gletscher ausgefressen haben. Hier ist es oft neblig, die Wolken bleiben hier haengen und entladen sich. Das gibt dieser Region ein ganz spezielles Ambiente. Diese unglaublich schoene Landschaft hat sich seit Jahrhunderten oder sogar Jahrtausenden nicht gross veraendert.

Genauso unwirtlich, unberechenbar und faszinierend muss es schon zu Zeiten von Ferdinand Magellan ausgesehen haben, der am 21. Oktober 1520 die Strasse von Magellan, den natuerlichen Kanal, entdeckte.

 

Er stand im Dienste der spanischen Krone und bewies den Europaeern, dass die Welt rund ist. Allerdings gelangte er erst sehr spaet zu seinem Ruhm. Die spanische Besatzung hielt naemlich nicht viel von ihrem portugiesischen Kapitaen. Zudem hatte man Angst, dass man hinunterfiel, in die Hoelle, ins Fegefeuer, wenn man ueber den Rand des Tellers Erde segelte.

Der Portugiese gab Patagonien seinen Namen.

Als er erstmals die Ureinwohner sah, die eine durchschnittliche Groesse von 1.80 Meter hatten, im Vergleich zu den 1.55 Meter grossen Spaniern, bezeichnete er sie als "Patagones", als Riesen, und das Land nannte er Patagonia.

Auf der Insel "Tierra del Fuego", Feuerland, sah er viele Feuer, die von den Indianern stammten. Warum die Yámana Indianer soviel Feuer hatten und brauchten, weiss der aufmerksame Leser ja dank Joels Vortrag. Er gab auch Feuerland seinen Namen.

 

Am Abschlussabend wird ein Bingo veranstaltet, die Bar ist rammelvoll und die Stimmung super. Mein persoenlicher Hoehepunkt ist, dass ich den Hauptpreis gewinne, nachdem ich vor allen Tanzen musste. Zum Glueck kam Jerome mit mir auf die "Buehne", zeigte eine wagemutige Breakdance-Show, so dass er alle Aufmerksamkeit auf sich zog. Seither schleppen wir zu allem Gepaeck noch ein Glas, einen Navimag-Faserpelz und eine Flasche Red Label mit uns herum...

 

Nach 3 vollen Tagen und 4 Naechten sind wir uns einig, dass die Fahrt auf der NAVIMAG Faehre eines unserer tollsten Erlebnisse war, auf unserer grossen Reise. Die lange Zeit, die wir mit 246 anderen Passagieren auf engstem Raum verbrachten, werden wir nie mehr vergessen. Und auch, dass wir auf bequemsten Weg, im Nu 1'500 km Richtung Norden zurueckgelegt haben. Auf der Strasse waeren es mehr als 2'500 km gewesen!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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So

22

Jan

2012

Vortrag von Joel: Die Yámana Indianer

Eine Yámana Familie
Eine Yámana Familie

Joel beglueckt uns einmal mehr mit einem Vortrag, diesmal zum interessanten Thema "Yámana". Die bewegende Geschichte dieser in Patagonien lebenden Ureinwohner hat uns alle beruehrt und fasziniert.

 

Er hat den Vortrag alleine geschrieben, die Bilder ausgewaehlt und dann sogar selber die Seiten im Blog erstellt und optimiert.

Viel Spass beim Lesen!

 

Zum Vortrag

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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So

15

Jan

2012

Wildes Patagonien

Perito Moreno Gletscher
Perito Moreno Gletscher

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Patagonien

Ein riesiges Gebiet, dass sich Chile und Argentinien teilen. Patagonien, das ist Wueste und Steppe, Huegel und Berge, Gletscher und ihre Seen. Das Wetter wechselt innert Minuten, typisch ist der starke Wind. Wenn ich nur ein Adjektiv brauchen duerfte, um diesen Landstrich zu beschreiben, dann wuerde ich "wild" waehlen.

 

Isla Magdalena

Die erste Stadt, die wir auf chilenischem Boden besuchen ist Punta Arenas. Wir brauchen wieder einmal ein bisschen Pause. 3 Tage schlafen wir aus, kochen gemeinsam, widmen uns den Studien unserer Soehne, gehen ins Kino.

Ganz in der Naehe, 2 Stunden Fahrt auf der Faehre, befindet sich die Isla Magdalena, auch bekannt als die Pinguin-Insel. Die herzigen Pinguine erobern unsere Herzen, und wenn man koennte, wuerden wir am liebsten einen Heim nehmen.

 

Torres del Paine Nationalpark

Als "Filet" Patagoniens wird oft der Torres del Paine Nationalpark betrachtet. Wir haben uns fuer 5 Tage von der Zivilisation verabschiedet, haben Huetten (Refugios) gebucht und wollen das Gebiet wandernd erkunden.

 

Das Wahrzeichen sind drei Markante Bergspitzen, die Torres (Tuerme) del Paine, die dem Park den Namen geben. Diese drei nadelartigen Granitberge sind 2600, 2800 und 2850 Meter hoch. Die Felswand des Torre Central wird mit einer Hoehe von 1200 Metern von Kletterern als eine der groessten Herausforderungen weltweit betrachtet.

 

Kurz bevor wir uns nach Puerto Natales, dem Ausgangspunkt, aufmachen, ereilt uns die Nachricht, dass der Park brennt. Anscheinend soll ein Israeli sein WC Papier angezuendet haben, aber diese Meldung wird nach ein paar Tagen widerrufen, ein Missverstaendnis in der Uebersetzung. Der Park wird geschlossen, Chile bittet Argentinien und die USA um Hilfe. Waehrend Tagen kriegt man das Feuer nicht in den Griff. Ein Teil des Parks wird trotzdem wieder eroeffnet, wir passen unser Vorhaben den Gegebenheiten an und waehlen Routen im sicheren Teil des Parks. Viele Wanderer umrunden den Park in 5 Tagen - wir haben uns ein weit gemuetlicheres Programm gesteckt. Am ersten Tag fahren wir in den Park rein und wandern vom Eingang zum Refugio Torres und dann zum Refugio Chileno, wo wir das erste mal uebernachten. Am zweiten Tag erklimmen wir den Aufstieg zum Mirador, dem Aussichtspunkt, von welchem aus man eine supergute Aussicht auf alle drei Torres hat. Das Wetter wechselt sehr schnell. Sehr typisch fuer Patagonien, kann man hier in einem einzelnen Tag alle vier Jahreszeiten erleben.

Wir ziehen 20 mal alle Jacken aus und wieder an, gehen mal im T-Shirt, mal mit Faserpelz und Regenjacke. Als wir den Mirador erreichen ist grad wieder eine truebe Phase, wir stecken im Nebel und es schneit sogar!

Schade! Wir hatten uns so gefreut. Der Gletschersee entschaedigt uns ein bisschen und wenn wir auch nicht drin baden, so baden wir dennoch unsere Gemueter in diesem kitschig gruen-milchigen Eiswasser.

 

Zurueck zum Refugio Chileno: Als wir ankommen, ist das Wetter wieder gut und der Himmel klar. Einen momentlang ziehen wir in Erwaegung, nochmals raufzugehen (2 Stunden rauf, 2 runter), aber da es schon fast 19 Uhr ist, unmoeglich.

 

Am naechsten Tag wandern wir ganz gemuetlich zurueck zum Refugio Torres und weil noch soviel Tag uebrig ist, gehen wir noch ein ganz gutes Stueck Richtung Serano und wieder zurueck.

Am 4. Tag ist dann eine laengere Strecke angesagt: Wir gehen bis zum Refugio Los Cuernos, dem Nordenskjoeld See entlang. Der See bezaubert uns auf dem ganzen huegeligen rauf- und runter-Weg mit seiner Farbe.

Im Refugio Los Cuernos angekommen treffen wir einige Leute, die wir auf den vorherigen Huetten kennengelernt haben - klein ist die Welt! Und mit den Kindern ist man ja so schnell in ein Gespraech verwickelt, wird von jedem angesprochen, oder die Jungs erledigen das.

 

Der letzte Tag haelt noch eine Ueberraschung fuer uns bereit. Bereits in der Nacht zieht ein Wind auf, dessen Boeen ueber das Refugio ziehen und uns jedesmal befuerchten laesst, er blase uns das Dach vom Kopf. Am Morgen stehen wir frueh auf, und Jerome meint, bei diesem Wind sei es doch unmoeglich rauszugehen. Wir wagen es trotzdem und ziemlich lange geht es gut, auch wenn die Boeen sehr heftig sind. Sie schwellen an, spielen mit unserem Gleichgewicht, schwellen ab, nur um mit doppelter-, dreifacher- oder sogar zehnfacher Heftigkeit zurueckzukommen. Ein paar Mal rettet uns nur noch ein Sprung auf den (harten!) Boden mit viel Schotter und spitzigen Steinen vor dem Wegblasen.

 

Das hoert sich jetzt leicht uebertrieben an, aber so war es wirklich! Wir haben Leute gesehen, eine Gruppe aelterer Wanderer, die haben umgedreht. Ein Schweizer Paerchen, Bea und Moritz, die wir in Los Cuernos kennenlernten, hatte richtig Pech. Bea wurde von einer Boee erfasst, der Rucksack schlug ihr ins Gesicht und sie endete mit einer Platzwunde am Kopf und einer kaputten Kamera in der Hosentasche. Moritz, der sich als Blauhelm-Soldat mit Einsaetzen in Bosnien und Kosovo sicher einiges gewoehnt ist, meinte, seine Frau habe ausgesehen wie im Krieg. Er selber verlor bei einer Windboee die Brille und er und Bea konnten sie trotz intensiver Suche nicht mehr wiederfinden.

Geschichten machen die Runde, und wir sind froh, heil am Ziel angekommen zu sein. Um ein Erlebnis reicher.

 

Eine andere Knacknuss erwartet uns beim Bergbach/-fluss. Am Vortag konnten wir bequem ueber die grossen Steine, heute sind sie verschwunden. Es ist 5 bis 10 Grad waermer als gestern, deshalb schmilzt das Gletschereis fleissig und der Wasserstand ist einiges hoeher. Etwa 15 Leute sind zusammengekommen vor dem Fluss und suchen nach einem gehbaren Weg. Ein paar Jungs beginnen eine neue Bruecke zu bauen mit grossen Steinen, aber eine groessere Schlucht bleibt, die mit Steinen nicht zu fuellen ist. Ich suche mit den Augen einen Weg, ziehe die Schuhe aus und finde so eine ziemlich gute Loesung. Nachteil: das Wasser ist sehr kalt, es gefrieren uns fasst die Fuesse ein, dazu die heftigen Boeen, die das Jonglieren auf den Steinen nicht einfach machen.

Irgendwie schaffen wir es, helfen einander, Gepaeckstuecke, Kinder und Menschen sind auf der anderen Seite. Das gemeinsame Erlebte, das Gefuehl zusammen etwas schwieriges erlebt zu haben, verbindet uns.

Nach 5 Tagen wandern freuen wir uns auf unser gemuetliches Hostel, das Yaganhouse in Puerto Natales, eine heisse Dusche und frische Kleider.

 

 

Glaciar Perito Moreno

Ein Hoehepunkt steht noch an: der Besuch des Gletschers Perito Moreno. Er befindet sich in der Naehe von El Calafate, ein ganz schoenes Stueck mit dem Bus. Wir buchen einen Daytrip, eine Tagestour. Zwischen 5 Stunden Hin- und 5 Stunden Rueckfahrt bleiben uns 2 Stunden am Gletscher.

 

Der Nationalpark "Los Glaciares" schuetzt ein Gebiet mit (unglaublich!) 1000 Gletschern!

Einer davon, der sehr gut erschlossen ist, heisst Perito Moreno. Er ist weitherum bekannt als einer der wenigen wachsenden Gletscher (in Argentinien soll er sogar der einzige sein, habe ich irgendwo gelesen). 35 km lang ist er und 5 km breit. Die Gletscherzunge ergibt sich in einem See, beziehungsweise 2 verschiedenen Seearmen. Rund um die Landzunge, die die beiden Seearme trennt, wurden aufwaendige Terrassen gebaut, so dass man bequem sehr nahe an den Gletscher rankommt und das Naturschauspiel aus naechster Naehe miterleben kann.

Das Spektakel sind die Geraeusche, die der Gletscher von sich gibt, das Knirschen und das Knacken, welches dann einsetzt, wenn sich Eisstuecke aus der Masse loesen und donnernd in den See krachen. Riesige Wellen und Eisschollen hinterlassend.

 

Sehr imposant und jede Minute Busfahrt wert!

 

 

 

 

 

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Fr

06

Jan

2012

Das Ende der Welt in Tierra del Fuego

Ushuaia, Stadt am Ende der Welt
Ushuaia, Stadt am Ende der Welt

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Wie es am Ende der Welt aussieht?

Unwirtlich, kalt, windig und irgendwie uebt die Landschaft doch eine schwer in Worte zu fassende Faszination auf den Besucher aus. Dieses Fleckchen Erde fuehlt sich einsam an, und zugleich geschaeftig. Wenn naemlich hunderte von Touristen von Bord der Kreuzfahrtschiffe gehen, fuellen sich die zahlreichen Souvenirgeschaefte und die Outdoor Shops mit den edlen Marken. Die gemuetlichen Cafes, die hausgemachte Patisserie, leckere Hot Sandwiches und Lattes und lokales Bier servieren. Der Tourismus ist hier schon laengst angekommen.

 

Dazu gehoert leider auch, dass einem das Geld aus der Tasche gezogen wird - alles ist hier sehr viel teurer als sonst in Argentinien. An diesem speziellen Stueck Erde muss es auch besondere Anreize geben, damit die Leute hierher kommen um hier zu wohnen und zu arbeiten. Der Angestellte verdient hier viel mehr als sonstwo im Land und die Einwohner sind oft bolivianischer oder peruanischer Herkunft.

 

Ushuaia, die suedlichste Stadt, die der Antarktis am naechsten liegt, vermarktet sich sehr erfolgreich als "Fin del Mundo", als Ende der Welt. Es liegt auf der Insel "Tierra del Fuego" (Feuerland) am Beagle Kanal, durch zwei Faehrdienste mit dem Festland verbunden.

 

Der Tierra del Fuego Nationalpark

20km von Ushuaia liegt der Tierra del Fuego Nationalpark, dem wir 2 Tage widmen. Lagunen und Berge, Gletscher, wechseln sich mit Mooren und Waeldern ab. Es regnet mehrmals pro Tag, aber immer nur leicht. An den Orten, an denen Reisecars ihre Ladung entleeren wimmelt es von Touristen. Wenn man von dort weggeht trifft man auf die typischen Magellangaense und Biberkolonien. Mehr als einmal scheuchen wir einen Hasen auf, der mit seinem weissen Stummelschwaenzchen im zickzack Kurs das Weite sucht. Einmal erschrecke ich mich zu Tode, als ein Hase vor Joel fluechtet, in meine Richtung rennt und mir dabei auf den Fuss steht.

 

Das Refugio (die Huette) in dem wir schlafen, ist sehr einfach, geheizt wird mit einem Holzofen. Da in der Nacht niemand aufsteht um Holz nachzulegen wird es am Morgen ungemuetlich kalt. Die Temperatur hier, im Hochsommer, ist im Mittel zwischen 6 und 10 Grad.

 

Nach 2 Tagen un unbeschreiblicher Landschaft freuen wir uns auf eine heisse Dusche und unser geheiztes Zimmer im B&B "Hospedaje Beagle" in der Stadt.

 

Ushuaia

Da die Busse weg von Ushuaia ausgebucht sind, muessen wir einen Tag warten. Das gibt uns die Gelegenheit unseren Muskelkater von der strengen Wanderung am 1. Tag im Nationalpark zu kurieren und die Kuenstlerszene in Ushuaia ein bisschen unter die Lupe zu nehmen. Kein Wunder, dass ein so extremer Ort auch extrem schraege Kuenstler anzieht. Und schliesslich hat Argentinien auch eine bewegte Geschichte, die es zu verarbeiten gilt... Sie verewigen sich auf Hauswaenden in Form von Graffitis und Wandmalereien.

 

An diesem letzten Tag in Ushuaia lernen wir dann noch den beruehmten Wind kennen. Man kann sich fast in den Wind legen, ohne umzufallen. Bei soviel Wind funktioniert nicht einmal mehr das Internet. Das Signal wird davongetragen - zu den Pinguinen und Seeloewen, zu den tausenden Mikroinseln im Suedwesten.

 

Die Yámana

Kaum vorstellbar, dass sich vor 7000 Jahren Menschen freiwillig hier niedergelassen haben. 4 Staemme waren es: auf dem Gebiet des Nationalparks waren es die Yámana. Sie waren nur mit einem Lendenschurz bekleidet, ueberzeugt, dass es gemuetlicher war nackt herumzugehen und schnell zu trocknen als unter nassen Fellen, die wegen der vielen Niederschlaege nie richtig trocken wurden. Als Waermequelle hatten sie immer ein Feuer dabei, auch im Kanu, in dem sie viel Zeit verbrachten - auf der Jagd, beim Fischen und als Transportmittel. Mit der Ankunft der Europaeer, die Krankheiten mitbrachten, welche es vorher nicht gab, starben die Indianerstaemme einer nach dem anderen aus. Vor kurzem soll die letzte reinrassige Yámana im hohen Alter verstorben sein.

 

Die Zeit der Kolonialisierung

Vor 200 Jahren entwickelte sich Tierra del Fuego dann zur Gefangeneninsel, auf der Haeftlinge im Straflager ihre Schuld buessen mussten. Es wurde Holz gefaellt um zu heizen und als Baumittel. Um es in die Stadt zu bringen baute man eine Schmalspureisenbahn, die heute noch in den Nationalpark fuehrt, und mich an das Kinderzuegli am Katzensee erinnert.

 

Als wir Ushuaia "Adieu" winken regnet es bei 6 Grad. Wir machen uns auf, nach neuen Ufern: aufs Festland, nach Chile! Der Grenzbeamte singt zu Merengue, waehrend er die Stempel in die Paesse klatscht. So einen freundlichen Empfang hatten wir schon lange nicht mehr! Wir sind gespannt, was uns hier, in den Fjorden von Chile, den suedlichsten Auslaeufern der Anden, erwartet?!

 

 

 

 

 

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Sa

31

Dez

2011

Die Weinbauregion um Mendoza

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San Juan ist eine Region, in der Wein angebaut wird. 2 Autostunden von Mendoza entfernt, steht San Juan allerdings im Schatten von Mendoza, welches das groesste Weinbaugebiet Argentiniens ist und 70% des ganzen Weines landesweit produziert. Der Kommerz um den Wein ist in San Juan (noch) nicht ganz so gross - fuer uns umso reizvoller und Grund genug, San Juan zu besuchen.

Irgendwie enttaeuscht uns San Juan aber ein bisschen, das Hostel ist auch ziemlich uebel und wir sind froh, koennen wir nach einem Tag bereits wieder weiter reisen.

 

Mendoza ist eine huebsche kleine Stadt und es gibt verschiedene Lagen, an denen Reben angebaut werden. Wir besuchen Maipu, wo man mit dem Velo von Produzent zu Produzent hoppen kann. Am idealsten zu uns passen die Tandems, welche uns Mr. Hugo mit Freude vermietet. Bevor wir losfahren gibts noch einen grossen Becher Gratiswein, serviert von Mr. Hugos Frau. Der Wein ist leicht und wird stark gekuehlt serviert - er schmeckt wie nicht-suesser Traubensaft. Genau das richtige fuer den Start in den Tag!

 

Wir besuchen die Farm "Entre Olivos", wo wir einen Einblick in die Olivenoelproduktion erhalten. Anschliessend wird degustiert: ausgezeichnete, sehr unterschiedlich schmeckende Olivenoele von verschiedenen Olivensorten, eingelegte Oliven und sonnengetrocknete Tomaten, Olivenpasten (eine ist mit Roquefort verfeinert, mmmh!), hausgemachte Marmeladen und Schokolade. Bei der Liqueur-Degustation passen wir.

 

Als naechstes besuchen wir nach einer kurzen Fahrt auf unseren langen Raedern das Weinmuseum. Es ist spannend zu sehen, mit welchen Geraeten frueher das Land bearbeitet wurde, welche Werkzeuge man verwendet hat um Faesser herzustellen und wie der Wein vertrieben wurde. Der Weinbau in Mendoza geht auf etwa 1880 zurueck. Degustiert wird ein Museumswein, den man in keinem Laden kaufen kann.

 

Die Hitze ist gross und die Tandems werden immer schwerer. Dazu kommt eine leichte Steigung, die uns den Schweiss aus den Poren treibt und Jerome, der auf meine Kosten zwischendurch Pausen auf dem Velo macht. Ich fluche, aber es nuetzt nichts, wir muessen immer weiter strampeln. Endlich haben wir einen Produzenten erreicht, der in einer schattigen Laube Mittagessen (allerdings zu stark ueberhoehten Preisen) anbietet. Joel hat sich mit der Marmelade so vollgestopft, dass er gar nichts mehr essen mag. Aber eine Pause tut gut und wir tanken neue Kraefte. 

 

Wir besuchen "Sabores y historia" wo wieder eine Schokoladen-Degustation ansteht. Das gefaellt den Kindern!

Die Rueckfahrt wird easy und Mr. Hugo serviert uns nochmals einen grossen Becher Gratiswein.

Am naechsten Tag erzaehlt uns ein Franko-Kanadier, der den Tag auch radelnd in Maipu verbrachte, und nichts ausliess, also auch den Liqueur und den Absinth nicht, dass er zusammen mit 3 anderen Bekanntschaften singend im Bus nach Hause vom Chauffeur aufgefordert wurde, mit dem Singen aufzuhoeren. Die 4 sangen ein bisschen leiser, was dem Chauffeur aber nicht genuegte und er die Polizei anrief. Mitten im Schilf draussen hielt der Bus, die Polizei kam und nahm die 4 aus dem Bus raus. 

Die Uniformierten empfahlen den vieren, nicht zu Fuss in der Nacht da lang zu gehen, und weil es sonst nichts gab, fuhren sie sie zum naechsten Busterminal. Joel und Jerome hoerten mit grossen Ohren zu. Ich hoffe, dass sie sich nicht merkten, wie man zu einer Gratisfahrt mit dem Polizeiauto kommt.

 

Nach 2 Tagen in Mendoza flogen wir nach Buenos Aires, wo wir immer noch sind. Wir haben Sebastian und Martina angetroffen, welche wir von der Weihnachtsfeier in Cordoba kennen und natuerlich wurde dies gefeiert. Thierry kaufte 4(!) Kilo Fleisch und fuer mich einen Fisch, welche wir gestern Abend auf der Dachterrasse grillierten. Sebastian und Martina schleppten einige Flaschen Wein an, welche wir bis in die fruehen Morgenstunden alle vernichteten. Nun leide ich am Computer, suche nach Worten und Namen, welche mir nicht mehr einfallen...

 

Heute ist Silvester und wir haben ueberhaupt keine Lust zu feiern! Naja, kommt sicher noch, es ist ja erst Nachmittag. Um 6 Uhr morgen frueh geht unser Flug nach Ushuaia, das heisst einchecken um 5, und vorher irgendwie zum Flughafen. Die Stadt wird ein Chaos sein, und wir werden es schwer haben, ein Taxi zu finden. Dazu kommt, dass wir es verpasst haben, rechtzeitig ein Hotel zu buchen. Ushuaia ist ausgebucht und wir haben noch kein Bett! Im Moment scheint alles so schwierig und elend...

 

Freunde, lasst es mich gesagt haben: Reisen ist keineswegs immer schoen und befreiend!

 

 

 

 

 

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So

25

Dez

2011

Córdoba, La Docta („die Gelehrte“)

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Cordoba ist die zweitgroesste Stadt und befindet sich im Zentrum Argentiniens. Die Studentenstadt, in der es 6 Universitaeten gibt und in der es deshalb vor jungen Menschen wimmelt, empfaengt uns mit einer Hitzewelle, die fuer 2 Tage das ganze Land laehmt. Bei 42 Grad im Schatten bringt der Wind keine Abkuehlung, denn der ist genauso heiss, wie Foenluft. Da Sightseeing eine Tortur waere verbringen wir nur wenig Zeit draussen – stattdessen verschanzen wir uns im Palenque Hostel, einem Ort, der zu unserem Daheim wird, in dem die Besitzer Gaby und Gato, die Mitarbeiter Soledad und Yvonne und andere Reisende, Debi und Stef, Martina und Sebastian, Ludwig, Hanne und ihre Tochter Anna, Alessandro aus Italien und Alejandro aus Spanien, Pascal aus der Dordogne und Anita, seine hollaendische Frau, Jonas und sein Freund, die franzoesische Familie um Fanny und Frederic und die beiden Kinder Hipolith und Isolde, zu Freunden werden. Ein Ort, an dem die Leute verweilen, innehalten und "buena onda", die gute Energie tanken.

Den angenehm heruntergekuehlten TV Raum funktionieren wir waehrend der Hitzewelle kurzerhand zum Kinosaal um.

 

Am Abend gibt es ein Asado, einen Grillabend, an dem wir Alle kennenlernen. Die Kinder freunden sich ganz schnell mit den anderen Gaesten an und bald mutieren sie zu Insidern, weil sie immer wissen, wer neu gekommen ist, woher er kommt und wohin er geht. Es macht Freude zuzuschauen, wie sie erzaehlen von unserer Reise, anderen Travellern Tipps geben, Tischfussball-Matches starten. Ausser viel Fleisch und zwar ganz verschiedenen Stuecken der Kuh, kommen appetitliche Salate auf den Tisch. Zu spaeter Stunde lernt Thierry das Nationalgetraenk kennen: Fernet Branca mit Cola. Er, Alessandro aus Italien, Alejandro aus Spanien und Gato, der Dueño (also der Chef, der Gastgeber) fuehren lange Gespraeche ueber dem bitter-suessen Getraenk.

 

Nach 2 Tagen nie gekannter Hitze wird es angenehm, die Temperatur um 27 Grad ist perfekt. Wir fahren mit dem Bus raus aus der Stadt zusammen mit Debi und Stef, unseren neuen Freunden aus der Region Winterthur, nach Rio Ceballos. Zusammen wandern wir entlang dem Flussbett und auf dem Weg erzaehlen die Kinder dem suessen, frisch verheirateten Paerchen alle Erlebnisse unserer Weltreise. Nach 2 Stunden kommen wir zu einem Wasserfall, in dessen natuerlichen Becken wir baden und die Jungs sogar von den Felsen ins tiefe Wasser springen koennen.

 

Wieder einen Tag spaeter ist es nur noch 22 Grad warm, bzw. kalt. Unglaublich, dass in 2 Tagen die Temperatur 20 Grad gesunken ist! Wenigstens kann man so easy in der Stadt rumlaufen. Wir besuchen das Kindermuseum Barrilete, eines der coolsten Museen, die ich je besucht habe: Es ist ein richtiges “Hands-on” Museum. Man experimentiert und lernt, ohne es zu bemerken, und es gibt ein riesiges Bastel-Angebot. Von Plastik schmelzen ueber Papier falten, Kissen und Spielzeug naehen ueber malen im Atelier und haemmern in der Holzwerkstatt, findet jeder etwas, das ihm gefaellt. Wir verbringen Stunden in diesem tollen Museum und hoeren mit Bedauern, dass es im Januar geschlossen wird, weil es nicht rentiert. So schade! Es macht soviel Spass - auch wir Erwachsenen haben den ganzen Nachmittag gemalt und gebastelt, experimentiert und gelernt!

 

Der 24. Dezember ist gekommen. Gaby und Gato, unsere Gastgeber, klaeren uns auf, wie man in Cordoba Weihnachten feiert und organisieren fuer den Abend eine Party. Als erstes schreibt jeder seine Wuensche auf einen Heissluftballon aus Papier, der mit einer Kerze bestueckt ist, und den man hier “Globo de papel” nennt. Wenn der Ballon sich mit der warmen Luft gefuellt hat, wird er von der Dachterasse losgelassen. Nun entscheidet der Wind ueber die Erfuellung der Wuensche: Wenn sich der Ballon in einem Kabel oder einer Antenne verfaengt sieht es schlecht aus, aber wenn er in den Abendhimmel steigt, bis man ihn nicht mehr sieht, steht der Erfuellung nichts mehr im Weg. Wir haben Glueck, der Ballon streift zwar ein Kabel, schlaengelt sich daran vorbei und schafft es!

Typischerweise wird nicht vor 22 Uhr gegessen: Broetchen mit hundert verschiedenen Saucen, mit Fleisch von kaltem Braten das duenn aufgeschnitten wird (aehnlich einem Vitello Tonnato), dazu verschiedene Salate. Dazu gibt es etliche Flaschen Rotwein aus der Region, argentinischen Champagner, Vodka und Suessgetraenke. Um Mitternacht wird es ruhig, als Santa Claus anstapft, voll beladen mit einem schweren Sack. Er verteilt unter lautem Gejohle die Geschenke, die wir uns gegenseitig gekauft haben. Die Kinder sind uebergluecklich – Santa Claus hat es besonders gut gemeint mit ihnen!

 

Schlussendlich waren wir fast eine Woche in Cordoba - haben uns hier ausgeruht, haben gelebt und gelacht, gefeiert, gegessen und getrunken. Gestaerkt machen wir uns auf den letzten Abschnitt unserer Reise, die uns nach den Weinbauregionen um San Juan und Mendoza in den Sueden Argentiniens, nach Feuerland und Patagonien fuehren wird.

 

 

 

 

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So

25

Dez

2011

Froehliche Weihnachten - Feliz navidad!

 

 

 

 

 

 

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So

18

Dez

2011

Salta und die Anden

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Salta ist ganz anders als Buenos Aires. Es gibt viele Indios, im Gegensatz zu BA sind nur noch wenige weiss. Das gibt natuerlich auch eine ganz andere Stimmung. Tagsueber ist die Stadt wie ausgestorben, aber abends um 19h gehen die Geschaefte wieder auf und dann tummeln sich auf einmal Tausende in den Strassen. Nachmittags ist Siesta, da sind alle in ihren Haeusern. Das Nachtessen findet bei vielen nicht vor 22 Uhr statt. Wir brauchen ein paar Tage um uns an diesen Rythmus zu gewoehnen. In Zentralamerika wurde um 18 Uhr gegessen, da es ja auch schon um 17.30 dunkel wurde. 

Hier ist es bis 21 Uhr hell, das gefaellt mir.

 

Wir besuchen die schoene Kathedrale in Salta und das Museum, indem man die Kultur der Indigenen Voelker kennenlernen kann. Am eindruecklichsten ist die Mumie eines Kindes, die wir uns ansahen.

Drei Kinder, ein 6 jaehriges Maedchen, ein 7 jaehriger Junge und eine 15 jaehrige Jungfrau wurden 1999 auf einem Vulkan auf 6800 m.ue.M. gefunden. 500 Jahre befanden sie sich in ihrem Grab aus Stein, bis ein Forscherteam sie fand. Damals wurden sie nach Peru, in die Hauptstadt der Inkas, nach Cuzco gebracht und erhielten dort eine spirituelle Reinigung. Dann zurueck in ihr Dorf, das heute im Norden Argentiniens liegt und frueher zum Inkareich gehoerte. Es gab lange Rituale, die Kinder bekamen Alkohol und sollen dann eingeschlafen sein. Man hat sie auf den Vulkan hochgetragen und dort lebendig begraben.

Alle drei Kinder waren aus privilegierten Familien mit hohem Ansehen. Es war fuer sie eine hohe Auszeichnung, das "Opfer" zu sein, das man den Goettern darbot. 

Als ich das Gesicht des Maedchens betrachtete, konnte ich erstaunlicherweise keinen Schrecken, keine Anzeichen von Qual darin finden. Das Maedchen sieht aus, wie wenn sie friedlich schlaeft, wie wenn sie im naechsten Moment die Augen oeffnen wird. Wie wenn sie gar nicht tot ist - und dies 500 Jahre spaeter!

Dank der Hoehe, in der es nur noch ganz wenig Sauerstoff gibt, sind es die besterhaltenen Mumien weltweit. Als man die Koerper fand, waren sie gefroren.

Ganz betroffen beantworten wir unseren Kindern tausend Fragen, so gut wie wir koennen. Das Maedchen werden sie nie vergessen.

 

Wir mieten ein Auto und am naechsten Tag geht es los auf einen Trip Richtung Norden. Wir fahren auf Schotterstrassen stundenlang den Berg hinauf. Irgendwann sehen wir ein Schild, das zeigt, dass wir uns auf 4170 m.ue.M. befinden! Gestartet hatten wir auf 1200! 

Danach gehts ein bisschen runter, die naechsten paar Stunden fahren wir ueber ein Hochplateau, das sich auf etwa 3800 m.ue.M. befindet. Wir merken alle die Hoehe, ich habe leichte Kopfschmerzen, Thierry ist kurzatmig. Wir kommen zu einer riesigen Salzwueste, auf der Salz abgebaut wird. Das Wasser dieses Sees ist so salzhaltig, dass es nur noch unter einer dicken Salzschicht zu finden ist.

Nach der Salzwueste kommen wir ENDLICH! wieder auf eine geteerte Strasse. Aber leider geht es wieder hinauf - wir realisieren dass wir nochmals ueber einen Pass (4200 m.ue.M.) muessen, bevor es nach Purmamarca runtergeht, das auf 2200 m.ue.M. liegt. Auf der Fahrt zum Pass hinauf droht mir der Kopf zu zerplatzen, es wird auch nicht besser, als wir runterfahren. Innert 1,5 Stunden legen wir die 2000 Hoehenmeter zurueck. Das ist zuviel fuer meinen Koerper. Ich speie mir das Herz aus der Seele, aber es geht immer noch nicht besser. Thierry sucht so schnell wie moeglich ein Hotel, ich nehme 2 Tabletten und will nur noch liegen. Am naechsten Tag ist alles vorbei.

In Purmamarca machen wir eine kleine Wanderung um den Cerro de los 7 colores herum. Wir staunen ueber Felsformationen, die sich in 7 verschiedenen Farben praesentieren. Ehrlich, wer hat schon mal einen lila Felsen gesehen?

 

Wir fahren noch weiter in die Quefada de Humahuaca hinein, dieses Tal mit den wunderschoenen Felsen in allen Farben und Formen, das als Weltkulturerbe geschuetzt ist, bis nach Humahuaca, ein suesses kleines Doerfchen, das der Tourismus bisher nicht gross veraendert hat.

 

Zurueck in Salta goennen wir uns nicht viel Ruhe, sondern machen uns gleich los fuer ein paar Tage, auf einen Trip Richtung Sueden. Wieder fahren wir stundenlang auf Schotterstrassen, bewundern die Landschaft durchs Autofenster, bis wir im pittoresken Cachi ankommen. Von dort aus geht es weiter durch Felsformationen und Landschaften bis ins Weinbaugebiet Cafayate. Lange ist es uns unerklaerlich, wie in diesem trockenen Gebiet auf diesem felsig-sandigen Untergrund Trauben gedeihen koennen. Bis wir fast in Cafayate sind: das Geheimnis heisst Bewaesserung. Die Traubenstoecke sind mannhoch, in unserem Hostal dienen sie gar als schattenspendende Baeume.

Wir degustieren uns durch das Weinbaugebiet und uebernachten an diesem schoenen Ort. Am Abend erwacht das Staedtchen einmal mehr zum Leben, wie uns eine abendliche Runde um den Hauptplatz zeigt.

Tagsdarauf wird noch einmal fleissig gewandert. Wir gehen dem Rio Colorado entlang, ueberqueren ihn auf dieser anspruchsvollen Wanderung insgesamt 26 mal, baden bei einem Wasserfall im eiskalten Wasser. Die Gegend uebt grossen Reiz auf mich aus - Kakteen, Felsformationen, roter Sand...

 

Zum letzten Mal kommen wir nach Salta zurueck. In das Hostel, das uns ein bisschen ein Daheim geworden ist.

 

 

 

 

 

 

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Di

13

Dez

2011

Gute Luft in Buenos Aires

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Mit dem Flugzeug sind wir innert wenigen Stunden ein paar tausend Kilometer suedlich gejettet, sind nun im suedlichen Teil von Suedamerika gelandet: Argentinien.

Obwohl wir schon seit ein paar Monaten in Lateinamerika sind, hat es doch einen krassen Szenenwechsel gegeben. Argentinien ist SEHR europaeisch, manchmal kann ich fast nicht glauben, dass wir in Suedamerika sind.

Es ist so ganz anders als in Mittelamerika! Die Autos und vor allem die Busse sind nicht ganz so alt und deshalb, und vermutlich auch wegen der Lage, stinkt es hier viel weniger nach Abgasen, und dies obwohl im Einzugsgebiet mehr als 12 Mio. Einwohner leben!

 

Das Ambiente ist irgendwie mediterran, mit einem guten Anteil an Kuenstlern, die in den Strassen um die Aufmerksamkeit der Passanten buhlen. Alles in allem fuehlt man sich hier vom ersten Moment an wohl und aufgehoben - und dies trotz den wiederholten, fuersorglich gemeinten Ratschlaegen der Porteños, der Einwohner von Buenos Aires, man solle auf seine Taschen aufpassen. 

 

Am ersten Tag, den wir in Buenos Aires verbringen, wird gerade Cristina Kirchner als Praesidentin fuer eine zweite Amtszeit vereidigt. Viele Strassen sind abgesperrt und Menschen aus allen Regionen des Landes eilen zum Congresso und der Casa Rojada, wo Kirchner, wie damals Evita Perron, auf dem Balkon steht und zum Volk spricht.

 

Wir nuetzen es aus, dass an diesem Tag alle Verkehrsmittel gratis sind, fahren in der Stadt rum und besuchen den Zoo. An den Zoo erinnere ich mich vor allem, weil die armen Tiere viel weniger Platz haben als bei uns im Zueri Zoo, und weil es nicht so sauber und gepflegt ist. Und der schwitzende Eisbaer, der arme Kerl (die Haltung kann ganz sicher nicht "artgerecht" bezeichnet werden) tut uns so richtig leid...

Die Temperatur, so um die 30 Grad tagsueber und etwa 20 in der Nacht, ist fuer uns perfekt - der Eisbaer ist sich sicher anderes gewohnt.

 

Wir erkunden verschiedene Quartiere: Palermo, Montserrat, das Microcentro, aber am allerbesten gefaellt uns San Telmo. Die Strassen sind etwas breiter als im Zentrum, mit Pflastersteinen bestueckt, die allermeisten Haeuser sind alt, so schaetzungsweise hundert Jahre. Am Wochenende gibt es jeweils einen Markt in einer Strasse, die fuer die Zeit zur Fussgaengerzone wird, auf dem Kuenstler ihre Werke verkaufen. Sehr einfallsreich, was da alles von Hand gefertigt wird - ich spuere eine grosse Solidaritaet mit ihnen und bewundere das idealistische Leben, das sie fuehren.

In den Strassen wird Musik gespielt, getanzt, geschauspielert, improvisiert.

 

Ob Buenos Aires stellvertretend fuer das ganze Land steht, mag ich bezweifeln. Ich habe schon oefters beobachtet, dass Stadtmenschen in verschiedenen europaeischen Staedten einander aehnlicher sind als Landmenschen und Stadtmenschen des gleichen Landes.  

 

Bald werden wir es genauer wissen.

Wir fliegen naemlich in den Norden, nach Salta, an die Fuesse der Anden.

 

 

 

 

 

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Do

08

Dez

2011

Oh, wie schoen ist Panama!

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Wie schoen Panama ist, wusste schon Janosch, als er sich mit seiner kleinen Tigerente auf den Weg machte.

 

Nun sind wir auf unserer grossen Reise endlich in Panama angekommen. Es ist wirklich sehr schoen hier, das Wetter optimal, nach viel Regen geniessen wir die Hitze und den Sonnenschein. Im Vergleich zum Land ist hier in der Stadt viel mehr Wohlstand, man spuehrt, dass sich die Stadt im Wandel befindet.

Die Stadt, die so eng mit der Geschichte des Panama Kanals verstrickt ist.

 

Damit man die Bedeutung dieses Bauwerkes nur anaehernd verstehen kann, muss ich auf die Geschichte zurueckgreifen:

Schon im 16. Jahrhundert traeumte man von einem Kanal, der den Goldtransporten den langen Weg um das Kap ersparen sollte.

1881 begannen die Franzosen unter Ferdinand de Lesseps, dem Erbauer des Suezkanals, mit den Bauarbeiten. Bis 1889 starben allerdings 22'000 Arbeiter, die meisten aus Barbados, Jamaika, Guadeloupe, Martinique, Trinidad und Tobago, aber auch aus China, Europa, Nord- und Suedamerika. Die meisten starben an Seuchen, wie Malaria und Gelbfieber, welche ueber Muecken uebertragen werden. Dazu kam ein finanzielles Missmanagement, was dazu fuehrte, dass die Franzosen nach knapp 10 Jahren das Projekt aufgaben.

 

Die USA kauften das Projekt auf und forderten von Kolumbien (zu dieser Zeit gehoerte Panama zu Kolumbien) das Gebiet abzutreten. Es kam zum Konflikt, welcher damit endete, dass die USA den unabhaengigen Staat Panama ausrief und sich selber die uneingeschraenkte Kontrolle ueber das Gebiet des Kanals sicherte.

Unter Georg Washington Goethals wurden die Arbeiten wieder aufgenommen und 1914 war es schliesslich soweit: das erste Schiff passierte den Kanal.

Dass die USA die Hoheit ueber den Kanal hatten, fuehrte immer wieder zu Spannungen zwischen den beiden Laendern und 1964 gab es einen Volksaufstand, der dazu fuehrte, dass 1977 ein Vertrag unterschrieben wurde, dass die Amerikaner die Verwaltung des Kanals bis spaetestens im Jahre 2000 an Panama uebergeben mussten. Das geschah am 31. Dezember 1999 um 12 Uhr (12 Stunden zu frueh, wow!) und seither verwalten die Panamaer mit grossem Erfolg den Kanal selber. 2007 fing man an, parallel zum bestehenden einen weiteren Kanal zu bauen, um noch groessere Schiffe durchschleusen zu koennen. 2014, exakt 100 Jahre nach dem ersten Durchbruch, sollte dieser Teil eroeffnet werden.

 

Die groessten Schiffe, die hier durchgeschleust werden, wurden von ihren Herstellern so gebaut, dass der Abstand zum Schleusentor vorne und hinten nur wenige Zentimeter betraegt. Diese Schiffe werden "Panamax" genannt.

 

Die Gruendung der Stadt geht auf das Jahr 1519 und die spanischen Konquistadoren zurueck. 1617 zerstoerte der Pirat Henry Morgan die Stadt gaenzlich. Die ausgebrannten Ruinen koennen heute noch besucht werden, dieser "Stadtteil" heisst "Panama viejo". Daneben wurde dann die neue Stadt gebaut, der Stadtteil heisst heute "Casco Antiguo" und es sind sehr viele schoene Haeuser zu bewundern aus der Konoialzeit seit dem 17. Jahrhundert. Auch das Weisse Haus Panamas und somit der Sitz des Praesidenten, befindet sich dort.

In der Zwischenzeit hat sich nochmals ein neuer Stadtteil gebildet. Die Skyline erinnert an Miami und keinerlei an Mittelamerika.

 

Der Hausberg heisst"Cerro Ancon" und hier befindet sich in einem alten, herrschaftlichen Gebaeude die Kanal Verwaltung, ein paar luxurioese Liegenschaften und unser Hotel :-)

Der Huegel ist gut bewachsen, und man fuehlt sich wie mitten im Dschungel, was unglaublich ist, weil wenn man oben ankommt, man merkt wie nah an der Stadt man ist.

 

Und ganz wichtig zu erwaehnen ist, dass sich hier, an der schmalsten Stelle, wo der Kanal gebaut wurde, die Grenze zwischen Nord- und Suedamerika befindet (geografisch gehoert Mittelamerika zu Nordamerika).

Das heisst, wir sind bereits in Suedamerika angekommen, obwohl wir erst morgen nach Argentinien fliegen!

 

Liebe Leute, ich kann euch nur eines empfehlen: Macht es wie Janosch und wir, macht euch auf nach Panama!

 

 

 

 

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Mi

07

Dez

2011

De Samichlaus...

Dienstag, 6. Dezember, 19 Uhr

 

Gerade als wir mit dem Znacht beginnen wollten, klopfte es in unserer Suite an der Tuere (ja, ihr habt richtig gehoert, wir haben eine TRAUM-Suite, auf dem Huegel Cerro Ancon, der ueber Panama City thront).

 

Jerome oeffnete die Tuere aber da war niemand. Ein Taxi fuhr gerade weg. Joel kam ihm schnell zu Hilfe und die beiden entdeckten eine Schuessel gefuellt mit Erdnuessen, Orangen und Schweizer Schokolade. Sofort war den beiden klar, dass dies nicht der Samichlaus sein konnte, denn der ist ja in der Schweiz und wahrscheinlich waere es zu weit gewesen, hierher zu kommen.

Sie dachten nach, aber kamen einfach zu keinem Ergebnis. Denn wir waren den ganzen Tag immer zu viert unterwegs, es war also unmoeglich, dass Mami oder Papi die Sachen gekauft hatte. Also war es doch der Samichlaus! Den ganzen Weg ueber den Atlantik ist er gekommen, um uns zu begluecken.

 

DANKE SAMICHLAUS!!!!!

 

 

 

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Di

06

Dez

2011

Inselhuepfen auf Bocas del Toro

zu den Fotos

 

Das Paradies ist nur ein Paradies, wenn die Sonne scheint. 

Als wir im Archipel Bocas del Toro, auf der Insel Colon, ankommen, regnet es, was es kann. Man denkt, wir haetten uns daran gewoehnt - insgeheim hatten wir gehofft, dass das Wetter hier etwas trockener ist als in den letzten Wochen.

Wir verbringen den ganzen Tag im Hostel, Joel diskutiert mit den jungen Backpackern und verbluefft sie mit seinem Englisch, das inzwischen gut genug fuer eine Konversation ist. 

 

Umso ueberraschter sind wir, als der Regen am naechsten Tag aufhoert und die Sonne durchdrueckt. Mir machen uns auf zu unserem ersten "Huepf" auf die Nachbarinsel Bastimentos.

Wir steuern das Hotel Caribbean View an, welches auf Pfaehlen ueber dem Wasser gebaut wurde. Es ist herrlich ruhig, im Vergleich zu Bocas City, das als Partymetropole Panamas gilt. Die Besitzer und auch die anderen Bewohner im Dorf sind Kreolen und sprechen untereinander kreolisch. Man versteht kein Wort, es hoert sich so zwischen spanisch und englisch an, wobei der Anteil englisch viel groesser ist als der spanische. Es bereitet mir am Anfang etwas Muehe auf englisch "umzuswitchen", da wir uns ja immer noch in Lateinamerika befinden. Aber ziemlich schnell merkt man, dass es ihnen viel lieber ist, auf Englisch zu kommunizieren, als auf Spanisch. Wahrscheinlich ist das bewusst, und sie muessen sie sich auch etwas abgrenzen.

 

Die naechsten paar Tage verbringen wir recht lazy. Joel hat ein neues Hobby gefunden und verbringt jede freie Minute auf dem Kajak, und hat die Steuerung ziemlich schnell im Griff. Auch Jerome uebt fleissig und wir sind einmal mehr sehr sehr froh, dass auch er schon super schwimmen kann. All die Samstage im Hallenbad Altstetten, bei Vera im Schwimmkurs, haben sich gelohnt!

 

An einem Tag gehen wir mit Luiz, dem Sohn des Besitzers, der auch Luiz heisst, auf eine Bootstour. Er bringt uns zuerst in die Dolphin Bay, eine Bucht, wo Delphine ihre Jungen gebaehren und aufziehen. Wir sehen einige davon, wie sie Luft holen und dann wieder in die Untiefen der Mangroven umrandeten Bucht abtauchen. Wenn es stimmt, dass Delfine einen gluecklich machen, dann haben wir das Glueck fuer weitere 2 Jahre intus. 

Danach faehrt Luiz uns mit seinem Taxiboot zum Coral Cay, einem korallenueberwachsenen Riff, bei dem wir schnorcheln und uns pudelwohl fuehlen im bezaubernd hellgruen-blauen Wassers mit dem weissen, sandigen Untergrund.

Auch den Red Frog Beach zeigt er uns. Da wird gerade fleissig gebaut. Ein Luxus-Resort und ein Hostel gibt es schon, am Strand gibt es Volleyballfelder, im Dschungel eine Zipline-Tour. Wenn es so weiter geht hat es sicher bald keine von diesen roten suessen Froeschchen mehr, die meiner Janine so gut gefallen wuerden!

 

Das Dorf Bastimentos ist leider sehr schmutzig. Der Umgang mit Abfall ist anders als wir es gewohnt sind. Wenigstens gibt es seit kurzem eine Abfallverbrennung auf der Nachbarinsel. Bis vor kurzem landete alles direkt im Meer. Wir beobachten das Boot, das den Abfall wegbringt. Leider ist es nicht schnell genug, denn die Geier haben schon einige der Saecke aufgerissen auf der Suche nach Essbarem. Nichts desto trotz lachen wir ueber die kreolischen Bewohner, die meist sehr froehlich sind, lachen, und uns den Eindruck geben, als wuerden sie den ganzen Tag ueber nichts tun ausser da sitzen. Man muesste sie mit uns Schweizern mischen und gut schuetteln, damit jeder ein bisschen was vom anderen abkriegt ;-).

 

Der Tag an dem wir Bocas del Toro verlassen ist wieder ein schoener Sonnenschein Tag. 

Auf, nach Panama City! 

(sagt Janosch...)

 

 

 

 

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Sa

26

Nov

2011

Vom Dschungelfieber gepackt: die Osa Peninsula

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Die Halbinsel Osa liegt im Suedwesten Costa Ricas, ganz nah an der Grenze zu Panama. National Geographic schreibt ueber Osa, dass es der Ort mit der groessten Biodiversitaet auf der ganzen Welt ist. 3% aller Tiere und Pflanzen kommen gemaess Vincent, unserem Guide, auf diesem im Vergleich doch sehr kleinen Fleck vor. Geschuetzt wird dieser Ort seit 1975 unter dem Namen Nationalpark Corcovado.


Um an diesen speziellen Ort zu gelangen sind einige Anstrengungen noetig. Eine 6 stündige Busfahrt fuehrt uns von San Jose (rund 1000 m.ue.M.) ueber die Bergkette, die das Land teilt (ueber 3000 m.ue.M.) zur Lagune Sierpe (0 m.ue.M). Die Busfahrt hat soviele Kurven, dass uns allen halb schlecht wird.

Von Sierpe aus geht es mit dem Boot 1,5 Stunden zuerst in der Lagune bis ins offene Meer und dann in die Bucht von Bahia Drake. (Ich werde zum ersten Mal in den letzten 20 Jahren nicht seekrank.) In Bahia Drake empfaengt uns Juan, ein froehlich lachender Spanier, bei dem wir einige Naechte reserviert haben in der Finca Maresia
Als wir nach 10 Minuten Fahrt in Juans 26 jaehrigem VW Bus auf dem Huegel oben ankommen verschlaegt es uns fast den Atem. Allerlieblichst sind 6 huebsche Bungalows mit VIEL Abstand zueinander in einem Park angelegt, rundherum Dschungel. Das Restaurant befindet sich auf dem hoechsten Punkt: von hier hat man sogar ein kleines bisschen Aussicht auf die Bucht. Die Bungalows sind von einer spanischen Architektin gestylt und zeichnen sich aus durch eine perfekt gelungene Kombination von lokalem Holz, Beton und Glas. Der Bungalow brilliert geradezu durch seine Einfachkeit. Vom Bad aus blickt man direkt in den Dschungel! Wir fuehlen uns von der ersten Sekunde an zu Hause. Kein Wunder, Juan organisiert nicht nur alles minutioes und perfekt, er kocht auch wie ein kleiner Gott. Am Abend sitzen dann alle Gaeste gemeinsam an der Table d'hôtes, an einem langen Tisch, und man teilt miteinander Abenteuer und Geschichten.


Am ersten Tag machen wir uns auf eigene Faust los, an den Strand und Richtung Nationalpark. Anscheinend kann man schon auf dem Weg dahin unzaehlige Tiere sehen. Wir bleiben fast im Schlamm stecken, wuehlen uns frei, aber als wir am Strand ankommen regnet es in Stroehmen. Wir kuerzen die Wanderung ziemlich ab, essen im Dorf Zmittag und verbringen den Rest des Nachmittags frisch geduscht in der Haengematte auf der Terrasse unserer Cabina. Fuer den zweiten Tag haben wir uns fuer eine Tour eingeschrieben, die uns ins Herz des Corcovado Nationalparks, zur Sirena Ranger Station, bringen wird. Von einer netten Suedafrikanerin werden wir gewarnt, dass die Fahrt recht rauh und nass werden koennte, da es bei ihnen stark regnete. Als wir dann im Morgengrauen aufstehen (Juan kommt rechtzeitig zu unserem Bungalow und schaut ob wir wach sind), ist das Fruehstueck schon bereit, die Sonne scheint und der Himmel ist blau. Was fuer ein Wetter-Glueck! Obwohl dies noch nichts bedeutet. Das Wetter kann hier alle 100 Meter wechseln, und insbesondere im Park selber regnet es noch viel oefters als in Bahia Drake. Juan faehrt uns an den Strand, dort wartet das Boot und es geht los. Es hat ziemlich Wellengang und die Fahrt wird zu einer echten Herausforderung. Nach mehr als einer Stunde haelt mein Magen den Pancake nicht mehr zurueck und ich fuettere die Fische. Danach gehts mir viel besser! Was man nicht alles erleiden muss um das Paradies zu entdecken?


Kaum sind wir angekommen, lernen wir Vincent, unseren Guide, kennen. Er will uns als erstes einen Tapir zeigen,  der 100 Meter entfernt im Unterholz schläft. Er ist nicht sehr scheu und als er aufsteht und sich dem Strand entlang entfernt, geht er nur wenige Meter an uns vorbei. 20 Schritte zurück liegt eine Boa Constrictor friedlich auf einem Ast und schläft. So geht es weiter, alle paar Schritte bewegt sich etwas und Vincent klärt uns auf über das Leben im Dschungel.

 

Wir sehen Brüll- und Spideraffen, 2 amerikanische Krokodile, farbenprächtige Aras, Chestnut Tukane, Spinnen, Leguane und Jesus Christus Eidechsen die übers Wasser gehen können, einen lustigen Vogel der Karikari heisst, Blattschneider-Ameisen und Termitenbauten, eine ganz seltene Art von Reh das Red Deer, einen ganz seltenen Vogel der in die Familie der Kolibris gehört, Falken, Krebse, ein Perlhuhn ähnliches Geschöpf. Wir beobachten einen mit dem Waschbären verwandten Coati, wie er in der Erde buddelt bis er den gesuchten Krebs findet und wie er ihn mit seinen starken Zähnen aufknackt und genüsslich verspeist. Am süssesten sind aber mit Abstand die wuscheligen Faultiere mit ihren ewiglächelnden kleinen Gesichtern. 


Der Tag ist einer der schoensten auf der ganzen Reise, wenn nicht in meinem ganzen Leben. (Und dies obwohl die Rueckfahrt hart und anstregend wird, ich sehe alle unsere Companeros leiden. Dank 2 Ingwer-Pastillen bleibt mein Magen diesmal aber ruhig.) Das Wetter ist an dieser Tatsache nicht ganz unschuldig. Es ist seit 2 Wochen der mit Abstand schoenste Tag, es regnet keinen Tropfen, zwischendurch scheint sogar die Sonne.


Am dritten Tag ist das Wetter immer noch so schoen, dass wir uns den ganzen Tag ausruhen und es geniessen, die warme Sonne auf unserer Haut zu spuehren. Am Abend, gerade als wir uns bereitmachen auf die Nachttour mit Tracey, der Bug-Lady, faengt es an zu regnen und einmal mehr giesst es wie aus Kuebeln. Wir wollen trotzdem gehen, ziehen unsere Regensachen an, aber als es immer heftiger wird besprechen wir das Vorhaben mit Gianfranco, Traceys Mann, und geben auf. Er bietet uns an, am folgenden Tag auf die Tour zu gehen, wenn das Wetter ein bisschen besser ist. Es muss ja nicht aufhoeren zu regnen, aber wenigstens nicht so stark...


Der darauffolgende Tag bietet uns aber keinen Sonnenschein, es regnete die ganze Nacht und hoert auch am Morgen nicht auf. Trotzdem gehen wir auf die Tour mit Oldemar. Er bringt uns Pferde auf denen wir 1,5 Stunden in den Dschungel reiten, bis zu seinem Haus. Seine Frau, Mariellos begruesst uns herzlich und serviert uns Kaffee und selbergemachte heisse Schokolade. Unglaublich, wie die Menschen hier leben, fast ohne Elektrizitaet und mit nichts als der Natur um sich herum. Sie haben zwar eine Solarzelle, aber irgendwie funktioniert sie nicht richtig, und so koennen sie weder den Tiefkuehler noch andere Geraete anschliessen. Der Strom reicht gerade fuer das Aufladen des lebenswichtigen Telefons und fuer Licht.

 

Zum Grillieren wird ein Spiegel verwendet, der aussieht wie eine Parabolschuessel. Oldemar fuehrt uns durch den Regenwald, alles Primary Rainforest, den er sein Eigen nennt und zeigt den Jungs eindruecklich das Leben abseits Computer und iPods. Schade ist an diesem Tag nur, dass es nie aufhoert zu regnen, mal staerker mal schwaecher, aber alles in allem sind wir ziemlich von Anfang an bis auf die Unterhosen durchnaesst und bleiben es den ganzen Tag. Dazu kommt, dass Juan ausgebucht war fuer die letzten 2 Tage, die wir in Bahia verbringen, und wir zu seinem Nachbarn zuegeln muessen.

Fernando vermietet Zelte, die auf Podesten stehen. Es gibt zwar richtige Betten, aber die Dusche ist kalt und es regnet auf der einen Seite ins Zelt rein. Wenigstens ist er nett, hat 2 Jungs, Fernando jr. und Jose, die sich freuen, dass andere Kinder im Haus sind. Am Abend regnet es immer noch, und wir sagen die Nachttour ganz ab. Zu gerne haetten wir dieses seltsame Tier "Hemeroplanes" kennengelernt, die Raupe einer Motte, die sich innert Sekunden in eine Schlange verwandelt. So bleibt uns nur eines zu sagen: We will be back!


Alles in allem gehoeren die 5 Tage in Bahia Drake auf der Osa Peninsula zu den ereignisreichsten und eindruecklichsten Tagen auf der ganzen Weltreise!

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Do

17

Nov

2011

Von Mal País und den Fluegeln

Nichts geht mehr auf der einzigen Strasse nach Santa Teresa (Mal País)
Nichts geht mehr auf der einzigen Strasse nach Santa Teresa (Mal País)

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Wie Mal Paìs zu seinem Namen gekommen ist, wuerde ich gerne wissen. Ich habe es noch nicht herausgefunden. Allerdings ahne ich etwas, und am Ende dieses Berichtes wirst du wissen was ich meine.

 

An Mal País habe ich wunderschoene Erinnerungen. Ich war vor ein paar Jahren schon einmal hier, und damals gab es hier nichts als ein paar Surfer, mit denen wir uns den Strand teilten. Wir schliefen sogar am Strand, in Haengematten und grillierten Fisch ueber dem Feuer. Nun moechte ich natuerlich wissen, wie es in Mal País heute ist.

Und es ist immer noch gleich! Ein paar Hotels hats gegeben, insbesondere in Santa Teresa, dem angrenzenden Strand, die Surfer haben sich vermehrt. Aber in Mal País ist immer noch der gleiche Groove.

So schoen!

 

Die Wellen sind extrem hoch, insbesondere bei Flut - nichts fuer Anfaenger! Wenn ein Surfer dann aber mal eine Welle erwischt, kann er eine halbe Minute oder noch laenger auf der Welle reiten. Nur schon das zusehen macht riesig Spass.

Auch wir werfen uns in die Wellen, die manchmal im knietiefen Wasser sogar einen Erwachsenen umhauen.

Die Kinder (die zwei grossen und die zwei kleinen) jauchzen vor Freude und ab und zu gelingt auch uns ein laengerer Ritt auf der Welle mittels Bodysurfing.

 

Jeromes groesster Wunsch ist es, ein Quad, ein 4rad-Motorrad zu mieten. Wir vereinbaren mit dem Besitzer, dass er uns morgen zwei leiht. In der Nacht regnet es aber lange und stark, und am Morgen immer noch. Wir befuerchten schon, dass wir den ganzen Trip cancellen muessen, Jerome ist dementsprechend traurig. Auf einmal bricht aber der Wolkenverbund ueber uns auf und die Sonne kommt durch, und der Tag entwickelt sich zu einem wunderschoenen Sonnentag.

 

Am Anfang fahren wir noch langsam und zoegernd, bis wir unsere Bikes ein bisschen im Griff haben, bis wir etwas mutiger werden und normal fahren. Wir machen uns einen Riesenspass daraus, durch die riesigen Pfuetzen zu fahren! Das braune Schlammwassser spritzt in alle Richtungen und mehr als einmal werden wir von Kopf bis Fuss geduscht mit dem warmen Pfuetzenwasser. Aber das macht nichts, im Gegenteil, wir haben die aeltesten Kleider angezogen und waren darauf vorbereitet!

Fuer einmal machen uns die schlechten Strassen ueberhaupt nichts aus, und was am Anfang noch ein Kunststueck erscheint (ueber die schlechten Strassen zu fahren) meistern wir bald mit Spass. Wir waehlen die kleinsten Straesschen, bei denen manchmal die Haelfte der Strasse weggeschwemmt wurde: Fuer uns alle ein Abenteuer erster Klasse.

Auf der Reise nach Mal País von Tamarindo litten wir alle entsetzlich wegen den schlechten Strassen, meistens waren sie unbefestigt und holprig, voll Schlagloecher. Auf einmal fuehlt es sich an, wie wenn man Fluegel haette!

 

Wir essen in einem entlegenen, gediegenen Hotel, dass sich dem Yoga verschrieben hat, zu Mittag. Eine richtige Oase und das Essen ist hammer gut! Frische knackige Salate, das hat uns gefehlt.

 

Heute morgen wollten wir dann Mal País verlassen und weiter, nach Quepos und in den Nationalpark Manuel Antonio. Die ganze Nacht hatte es wieder extrem stark geregnet, dazu ein Gewitter, dass genau ueber uns eine geraume Zeit verharrte. Da der direkte Bus nur 2x am Tag faehrt, entschieden wir uns fuer die fruehe Variante, was allerdings bedeutete dass wir schon um 6 Uhr bereit stehen mussten.

Der Bus kam, ohne grosse Verspaetung, was fuer ein Wunder, fuhr aber leider nur 500 Meter. An der Stelle hielt er an, weil die Strasse kaputt war. Er haette ueber eine Bruecke fahren muessen, und die Bruecke war nicht mehr da.Stattdessen lag ein Stapel von Schwemmholz auf der Strasse, der Bach war zum Fluss geworden. Ich weiss nicht ob die Bruecke unter dem Wasser und dem Schwemmholz war oder ob sie ganz weggeschwemmt worden war.

Auf jeden Fall gab es kein weiterkommen. Der Fahrer meinte zuerst, man koenne zu Fuss rueber und dann mit dem Taxi weiter, aber in Anbetracht der Flut hatten wir keine Lust ein Risiko einzugehen, es sah ziemlich gefaehrlich aus. Dazu kam, dass es 1 km weiter vorne anscheinend noch eine Stelle gab, die unpassierbar geworden war...

Nun fuehle ich mich ein bisschen, wie wenn meine erst erworbenen Fluegel gebrochen waeren.

 

Aber eigentlich ist das Peanuts. Eine Amerikanerin hat mir heute erzaehlt, dass es bei ihrem Hotel, am Huegel, unweit unserem das am Strand liegt, einen Erdrutsch gegeben hat und alle Quads der ganzen Gruppe weggespuelt und begraben wurden. Und dass sie nun dies berappen muessen, da es in Costa Rica keine Versicherung gebe fuer Naturkatastrophen. Immer noch Peanuts, wenn man bedenkt, dass wir alle leben und gesund sind, genug zu essen haben und schon bald wieder hier weg koennen.

 

Und so sitzen wir nun in Mal País fest. Das heisst vorher habe ich jemanden gefragt, und ich glaube die Strasse ist nun wieder offen. Wir werden es morgen um 6 Uhr wieder versuchen :-)

Das schoenste ist, das wir alle es total gelassen nehmen.

Unter dem Motto "Chumi huett noed, chumi morn".

 

Nachtrag vom 18. November 2011

Juhui, wir haben es geschafft. Die Strasse war heute wieder offen, der Bus fuhr aber leider noch nicht. Also fuhren wir zuerst mit dem Schulbus, und dann mit 2 anderen Bussen, bis wir endlich auf der Faehre waren. Auf dem Weg sahen wir manche Stellen, an denen der halbe Hang abgerutscht war.

Auf der Faehre spuehrte ich dann wieder ein leichtes Zucken im Ruecken, was bedeutete, dass die Fluegel wieder wachsen... 

 

 

 

 


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Fr

11

Nov

2011

Geburtstag in Badehosen

zu den Fotos

 

Mein Geburtstag faengt sehr gut an: eine warme Brise streicht mir um die Nase, ein Sonnenstrahl kitzelt mich. Wir fruehstuecken zusammen, danach muessen Joel und ich los, in die Schule. Von Silvia, meiner Lehrerin, erhalte ich gleich ein Geschenk: noch mehr Grammatik! Hilfe!!!

Mit einem Lachen stecke ich es weg und freue mich auf das Mittagessen. Ich werde ueberrascht mit meiner Leibspeise: Jerome hat mit Hilfe von Papi Spaetzli zubereitet.

So fein!!! Ich lasse mir das Stueckchen Schweiz wie Schokolade auf der Zunge zergehen, geniesse jedes Spaetzli einzeln.

 

Am Nachmittag besuchen Joel, Jerome und ich Tanja, unsere neue Freundin, die hier in einem der schoensten Hotels, im "Capitan Suizo", arbeitet. Wir lernen Lola und Linda, die beiden Affen-Damen kennen und geniessen einen Drink an der Hotelbar, umrundet von Dschungel. Morgen Abend werden wir dort essen gehen, ein Luxus-Geschenk von meinem Liebsten.

 

Auf dem Weg zurueck, am Strand, wird mir bewusst, dass wir im Paradies angekommen sind. Soviele Tiere, das Meer, die Sprache, die Natur, Palmen, Regenwaelder...Genau so, wie man sich es im Paradies oder in den schoensten Traeumen aussieht, ist es hier!

 

Daheim erwartet uns Thierry mit einem Schluck Weisswein: Er hat schon eingefeuert, die Riesencrevetten sind mariniert, es gibt eine PARILLADA (Grillplausch). Die Meerestiere mit den Mini-Zucchini schmecken exzellent. Zum Abschluss kommt das Highlight: Joel hat einen Dessert selber erfunden und ihn zusammen mit Thierry und Jerome in stundenlanger Arbeit hergestellt: ein halbgefrorens Semifredo, bestehend aus Rahm, Bananen, Ananascreme.

Hm, lecker-decker!

 

Den ganzen Tag erhalte ich von meinen Freunden und der Familie Glueckwuensche in Form von SMS, Emails, Blog-Eintraegen, Facebook-Nachrichten und obwohl mir meine Freunde und die Familie sehr fehlen freue ich mich, dass ihr an mich gedacht haben. Tausend Dank allen, ich hab euch ulieb!!!!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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So

06

Nov

2011

Die Eiablage der gruenen Meeresschildkroete

Vorgestern abend waren wir mit unserer Schule auf Schildkroeten-Tour. Da es hier von einer Minute auf die andere, etwa um 17.30 Uhr dunkel wird, war es schon dunkel als wir mit dem Buesschen losfuhren. Etwa 45 Minuten chauffierte uns der Fahrer auf Strassen mit vielen gefaehrlichen Schlagloechern (also, gefaehrlich fuer die Achse, meine ich) bis wir so richtig durchgeschuettelt an einem Strand ankamen.

 

Jose, der Guide erklaerte und erzaehlte uns auf dem Weg ueber das Leben der gruenen Meeresschildkroete, der "Pacifico Verde" wie sie hier genannt wird:

"Eine Schildkroete verspuert alle drei Jahre den Wunsch, an den Heimatstrand zurueckzugehen. In der Naehe des Heimatstrandes findet die Paarung im offenen Meer statt. In einer der darauffolgenden Naechte wartet sie den Hoechststand der Flut ab und geht langsam an den Strand, ueber die Flut-Hoechstmarke hinaus.

Dort graebt sie mit den Hinterflossen eine Grube und legt etwa 80 Eier ab. Dann schleppt sie sich ins Meer und etwa 14 Tage spaeter kommt sie wieder fuer eine Eiablage an den Strand zurueck. In einer Fortpflanzungssaison wiederholt sich dieser Prozess bis zu 10 Mal!

Dann verschwindet die Schildkroete, geht nach Mexiko, zu den Galapagos-Inseln oder sonstwohin und kommt erst 3 Jahre spaeter wieder an "ihren" Strand zurueck. Die Schildkroete waehlt immer genau DEN Strand, an dem sie selber geboren wurde.

Wer denkt, dass sich die Schildkroeten mit dieser Anzahl Eiern massiv vermehren sollten, taeuscht sich. Nur eine oder zwei von tausend Eiern schaffen es bis ins Erwachsenenalter, das sie mit etwa 10 Jahren erreichen. Der groesste Feind ist, wie meistens, der Mensch! Die gruene Meeresschildkroete ist massiv vom Aussterben bedroht."

 

Der Mond schien hell und so sahen wir nach wenigen hundert Metern die Spur sehr gut, die die Schildkroete hinterlassen hatte, als sie aus dem Meer kam und sich an den Strand schleppte. Die Abdruecke der Flossen waren recht weit weg auseinander, es sah aus wie die Spur eines 4-Rad-Motorrades. Es musste also eine recht grosse Schildkroete sein!

Die Guides und Volantaire gingen zur Schildkroete aber unsere Gruppe musste noch warten, da die Schildkroete sofort einen Rueckzieher macht, wenn sie etwas Verdaechtiges feststellt.

Sie hat kein aeusseres, sondern ein inneres Gehoer, was bedeutet, dass sie nichts hoert, aber sehr sensibel auf Vibrationen reagiert. Schon oefters sei die Schildkroete wieder unverrichteter Dinge abgehauen, berichtet Jose.

 

Endlich ist es soweit und wir koennen uns an die Schildkroete heranwagen. Ihren Kopf hat sie in den Sand eingegraben, wir sehen nur den Hinterteil des riesigen Panzers. Die Schildkroete ist mehr als ein Meter, etwa 1.20 Meter lang! Mit den Hinterflossen formt sie eine perfekte Schaufel und hebt damit eine tiefe Grube aus. Als diese genug tief ist, verharrt sie und legt die Eier ab. Schnell graben die Volontaere Loecher zwischen den Flossen der Schildkroete, damit wir die Eiablage beobachten koennen. Dann fangen sie an, die Eier aus der Grube zu nehmen. 121 Eier hat "unsere" Schildkroete gelegt, ein neuer Rekord! Sie werden die Eier an einem anderen, geheimen Ort vergraben und nach 45 Tagen zurueckkommen, um die kleinen Schildkroeten zu beschuetzen auf ihrem Weg in den Pazifischen Ozean.

 

Wir warteten nicht mehr, bis die Schildkroete die vermeintlichen Eier mit Sand zugrub und sich wieder ins Wasser wandte. Sie war sehr erschoepft, wahrscheinlich musste sie sich zuerst ausruhen. Auch wir waren muede und trotz der Schuettelei schlief der eine oder andere auf dem Rueckweg ein.

 

Ein sehr eindrueckliches Abenteuer, durften wir hier miterleben. "Pura Vida!" wuerden die Ticos sagen.

 

 

 

 

 

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Sa

05

Nov

2011

Das Tuepfchen auf dem i

Zu den Fotos

 

Seit 10 Tagen sind wir in Costa Rica und seit einer Woche in Playa Tamarindo. Zuerst mussten wir uns mit dem Gedanken anfreunden, dass die Regenzeit noch nicht ganz vorbei ist in Costa Rica. Es regnete zwar nie sehr lange, aber wenn es dann mal schuettete dann richtig! Wir kauften also ein paar Schirme und haben in der Zwischenzeit auch gelernt, sie mit uns mitzutragen, denn das Wetter kann sehr schnell wechseln.

 

San Jose ist die Hauptstadt von Costa Rica. Etwas kleiner als Zuerich, dafuer lebendiger, quirliger, wenn auch dreckiger. Um den Busbahnhof "Coca Cola" hat es viele Obdachlose, die auf den Trottoirs schlafen und denen ich die Hand lieber nicht gebe.

Am liebsten mag ich an San Jose die Art, wie die Stadt gebaut wurde. Aehnlich den amerikanischen Staedten findet man auch hier das Schachbrettmuster vor und dank der Tatsache, dass auf dem Stadtplan alle horizontalen Strassen Avenidas und alle vertikalen Calles sind, und diese auch noch durchnummeriert sind, findet man sich sehr schnell zurecht. (Einziger Nachteil: die Strassen sind nicht angeschrieben, hihi!)

 

Nach nur 2 Tagen verlassen wir San Jose, denn so toll ist es denn auch nicht. Eine lange Busfahrt bringt uns nach Playa Tamarindo. Normalerweise dauert die Fahrt 4 Stunden, bei uns geht es 7. Die Strassen sind in einem sehr schlechten Zustand und an einer Stelle sogar nur einseitig befahrbar, was fuer lange Wartezeiten sorgt. Ich nehme an der Grund ist die Regenzeit, die nun zu Ende geht.

 

Endlich kommen wir in Tamarindo an. Es ist ziemlich touristisch hier, wenn auch kein Vergleich zu den europaeischen Straenden, welche wir als "touristisch" bezeichnen. Vor 10 Jahren war Tamarindo noch ein Dorf, heute immer noch, aber eines, wo abgefeiert wird.

Wir finden ein huebsches Zuhause, in dem wir die naechsten 2 Wochen wohnen, in einem kleinen Haeuschen, einem Apartment, dass zum Hotel "Villas Macondo" gehoert. In der Mitte der Anlage ist ein hellblauer Pool, der am Abend beleuchtet ist, und rundherum ein tropischer Garten und kleine Bungalows.

 

Es geht nicht lange, bis wir die beiden Receptionisten, Nade und Jose, die beiden Putzfrauen, Cruz und Cruz, den Gaertner Cristian und den Besitzer Tom mit seinem kleinen Sohn Tobias kennenlernen. Cristian, der Gaertner, wird Jeromes neuer Freund. Mit viel Freude hilft er ihm beim Baeume schneiden, rechen, Rasen maehen und was es alles zu tun gibt.

 

Fuer 2 Wochen haben wir uns fuer einen Spanisch-Kurs eingeschrieben. Joel ist in einem speziellen Programm, das fuer Kinder und Jugendliche entwickelt wurde, und weil keine anderen Kinder da sind erhaelt er Privatstunden. Seine Lehrerin Sylvia ist begeistert von ihm, sie habe noch nie einen so motivierten Schueler gehabt. Nach einer Woche versteht er schon viel und hat sich einen schoenen Wortschatz angeeignet. Thierry ist in einer Klasse zusammen mit 3 anderen und ich bin sicher dass er von allen der Beste ist. Er hat ja doch schon oft spanisch gehoert und auch dank seinen Italienisch- und Franzoesisch-Kenntnissen versteht er sehr viel.

Mich haben sie wegen einem qualitativ sehr tiefstehenden Einstufungstest glaub in die hoechste Klasse eingeteilt, was zwar spannend ist, aber eigentlich muesste ich noch einige der 10 Vergangenheiten lernen. So schlage ich mich seit einer Woche mit dem "Subjuntivo" herum, einer Konjugation des Verbes, die nur in gewissen Situationen angewendet wird. Zum Beispiel wenn man Gefuehle ausdrueckt, oder seine Meinung kundtut. Man kann sehr gut leben OHNE Subjuntivo, aber erst jetzt merke ich, wieviel ich falsch ausgesprochen hatte bis jetzt. Einen Spanischsprachigen muss es jedesmal ein bisschen schmerzen im Ohr, wenn man das Ende des Verbes nicht stimmt (nicht wahr, Karla...?)...

Auf jeden Fall hatten wir die ganze Woche nichts anderes als Situationen kennenzulernen, in denen der Subjuntivo angewendet wird in der GEGENWART. Das heisst, naechste Woche geht es nochmals weiter mit Subjuntivo in den Vergangenheiten und vermutlich auch in der Zukunft.

 

Alles in allem tut es aber MEGA gut, wieder einmal sein Koepfchen etwas zu fordern und auch fuer die Stimmung in der Familie tut diese Pause gut.

Morgens, wenn Thierry und Joel in der Schule sind, lernt Jerome fleissig Buchstaben schreiben und kann schon langsam lesen. Beim Rechnen findet er es hoechst langweilig immer mit Zahlen zwischen 1 und 10 zu hantieren, er haengt lieber noch 1 oder 2 Nullen an. Die Tatsache, dass er beim Jassen seine Punkte selber zusammenrechnet zeigt, dass wir uns keine Sorgen machen muessen. Am Nachmittag bestreitete Thierry die vergangene Woche das "Freizeitprogramm" was hier Beach und Boogieboarden heisst. Naechste Woche wechseln wir, dann ist Thierry am Morgen Lehrer und am Nachmittag Schueler und ich gehe mit den Kids an den Strand.

 

Morgen ist Joel angemeldet fuer eine Surflektion. Er freut sich sehr, hat mit dem Boogie-Board die ganze Woche geuebt und kann auch schon gut darauf knien. Ich freue mich mit ihm!

 

Wir sind noch eine Woche in Tamarindo und ueberlegen nun was wir danach machen werden. Es gibt ein so grosses Angebot: Vulkane, Regenwaelder, Nebelwaelder, Karibik, Pazifik, Dschungel mit X Tieren, Surfen, Reiten, Wandern, ...., ....

Wir werden uns ein paar Rosinen rauspicken. Etwas haben wir aber schon entschieden: Wir werden in den urspruenglichsten Park, einen sehr entlegenen Ort auf der Peninsula Osa pilgern, in den Parque National de Corcovado, nahe an der Grenze zu Panama. Wir werden an Orte gehen, wo man nur zu Fuss oder mit dem Schiff hinkommt, und dort in den Dschungel und die Tierwelt eintauchen!

 

 

 

 

 

 

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Mi

26

Okt

2011

Träume werden wahr in Hollywood, the City of Angels & Disneyland

Hollywood- ein grosses Wort. Aber was steckt dahinter...?
Wir wollen es genau wissen und besuchen die Universal Studios in Hollywood. Hier werden die berühmten Hollywood Filme gedreht. Auf einem grossen Stück Land steht eine Stadt, die die verschiedensten Facetten zeigt.

Ob aus "Fluch der Karibik" (bei dem übrigens viele Szenen mit Schiff und Meer in Spielzeuggrösse gedreht wurden), dem Strassenzug in dem "Desperate Housewifes" spielt, bis zu Alfred Hitchcok's "Psycho"- Villa sehen wir einige Kulissen, die uns bekannt vorkommen.
Beim Entdecken der Drehorte wird einem klar, dass vieles nicht so ist wie es scheint (!!) und das hinter einer Stadt oft nur Wände stecken, manchmal nur ein paar Gebäude, aus denen man, geschickt gefilmt, eine ganze Stadt macht.

Sehr beeindruckt hat mich die europäische "Standard-Stadt". Mit der passenden Beschriftung machen sie aus diesen paar Häusern JEDE beliebige europäische Stadt. (Und wir denken immer, unsere Städte seien besonders...)

Sehr anschaulich und eindrücklich wird erklärt, wie man mit Special Effects arbeitet, z.b. wie man eine Kulisse auf den Hintergrund projeziert, so dass der Zuschauer den Eindruck bekommt der Schauspieler schwebe in der Luft, dabei wird nur der Himmel auf den Hintergrund projeziert.
Am Ende des Besuches sind wir einiges weiser, wenn auch ein wenig desilusioniert.  
Spass gemacht hat es uns allen, die vielen Aha-Erlebnisse auf der Studiotour aber auch die zahlreichen Achterbahnen und Shows. Am besten gefiel uns die actionreiche Show "Waterworld", die uns an Karls Kühne Gassenshow erinnerte (ehrlich, Luigi, KKG ist mindestens gleich gut!!!). Wer den Film kennt, kann sich ungefaehr vorstellen, wie das abging, mit Wassermotorraedern, Explosionen, Stunts, und und und. 

The City of Angels
Los Angeles Downtown besuchen wir an einem Sonntag. Grosse Teile der Stadt sind gleich ausgestorben wie unsere Bahnhofstrasse am Sonntag. Einzig in El Pueblo ist die Hölle los. Da wird gefeiert wie wenn es Samstagabend wäre. Ich glaube die Latinos lassen keine Gelegenheit aus, das Leben zu feiern wie wenn es kein morgen gäbe, und genau das macht sie mir so sympathisch ;-).

Chinatown durchqueren wir auf ausdrücklichen Wunsch unserer Jungs im Schnellzugstempo (oje, was haben sie nur für einen Eindruck gekriegt...?) und auch Little Tokyo streifen wir nur am Rande. Und überhaupt, sind wir voll amerikanisch mit dem Auto unterwegs, steigen nur aus um Fotos zu machen. Ich verstehe die Amerikaner nun einiges besser. In den USA geht einfach nichts ohne Auto, das ist so. Städte mit einem Stadtkern kann man suchen, meist ist alles auf eine grosse Fläche verteilt. Wenn die Stadt jung ist, ist meist die Shopping Mall als Zentrum zu verstehen.
Nicht so Los Angeles. Da gibt es am Broadway einige Gebäude aus der Kolonialzeit, alte Kinos, Cafés und Häuser aus den ersten Jahren des amerikanischen Glamours so um die 1920er. Ausserdem Wolkenkratzer aus deren Anfangszeiten und moderne Bauten wie das Moca, Museum of Contemporary Art, aber auch das Bonaventure Hotel mit seinen 1356 Zimmern und 42 Restaurants, welches das Kongressteam bei Zürich Tourismus vor Neid erblassen lassen würde.

Lustig ist der Besuch des berühmten Venice Beach, auch Muscle Beach genannt. Sogar Schwarzenegger soll dort in einem der Freiluft-Gyms trainiert haben - unter grosser Bewunderung neidischer Zeitgenossen und vor hunderten lüsternen Mädchen-Augen.

Sehen und gesehen werden: eingeölte, dunkelbraune Muskelpakete und Girls in knappen Shorts auf Rollerblades hatte ich erwartet. Es war ein nebliger, grauer Tag und wir traffen auf motivierte, wenn nicht leicht agressive Rapper, die ihre CD's an den Mann bringen wollten und deshalb allen ihre Kopfhörer für eine Kostprobe aufdrängten sowie Schmuck verkaufende Alt-Hippies, die vermutlich seit 1980 keinen Fuss mehr weg vom Strand bewegt haben.
In den unzähligen Tatoo- und Piercing Studios wetteiferten die Künstler um noch verrücktere Designs und unmöglichere gepiercte Körperstellen (einer hatte gepiercte FINGER!). Diese Shops konkurieren zusammen mit den selbsternannten Kush Doctors, die in weissen Kitteln rumspazieren und allen Ernstes Marihuana als Heilmittel gegen alle möglichen Krankheiten verkaufen, um die Gunst der Vorbeigehenden. An diesem kühlen frühen Nachmittag waren ausserdem ziemlich viele Obdachlose unterwegs, die sich mit den Touristen und anderen schrägen Vögeln (z. B. einer Frau, die ihre  2 Hundewelpen in einem Kinderwagen spazieren fuhr) auf der Promenade vermischten.
Ziemlich eindrücklich und einzigartig, die Stimmung am Venice Beach!

Disneyland
Die Idee Walt Disneys, mit Disneyland einen Ort zu schaffen, an dem Kinder zusammen mit ihren Eltern Spass haben, gefällt mir gut. Thierry sagt, es sei der friedlichste Ort auf Erden, und das hat was.
Wir hatten den Tag vorbereitet indem wir schon am Vorabend in Anaheim anreisten und am Morgen zu Fuss ins Disneyland hinüber gehen konnten. Als die Türen um 8 Uhr öffneten gehörten wir zu den ersten. Wir hatten einen ungefähren Plan welche Bahnen die rasantesten waren und so zogen wir von Achterbahn zu Achterbahn. Mal in Form eines Zuges aus dem Wilden Westen, mal als Bobbahn vom Matterhorn hinunter mit 'Hudigäggeler' im Background, mal als Baumstamm auf einer Flussfahrt. Mal durch den Dschungel, mal im U-Boot Nemo suchen.  Am besten gefiel mir aber diejenige, die als Jeep getarnt war und bei der man mit Indiana Jones  seine Abenteuer erlebte. Vielleicht war die tollste aber auch das Raumschiff aus Star Wars, das fast ganz im Dunkeln vorbei an tausenden Sternen durch Galaxien flog.

Wir hatten unseren Heimvorteil so gut ausgespielt, dass wir um 14h bereits alle coolen Bahnen kannten, in Ruhe Mittagessen konnten, und danach unsere liebsten nochmals fahren konnten.
Die Parade verpassten wir halb, weil wir nochmals vom Matterhorn runterfahren wollten. Wir waren uns alle einig, dass wir Mickey ebensogut von oben sehen würden, was wir dann aber doch nicht taten, weil wir viel zu sehr mit uns selbst beschäftigt waren.
 
Ein unvergesslicher Tag neigte sich dem Ende. Glücklich aber sehr müde kamen wir ins Hotel zurück. Beim Einschlafen machte das Bett noch ein sanftes Kürvchen und fuhr mich definitiv ins Land der Träume.
 
 
 
 
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Mi

26

Okt

2011

Atemberaubende Natur: Yosemite & Sequoia Nationalpark

Weil ich schon soviel von umwerfenden Wanderungen geschrieben habe, möchte ich an dieser Stelle Bilder sprechen lassen. Das Bilder mehr sagen als Worte seht ihr hier.  

 

 



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Do

20

Okt

2011

Die Wegwerf-Mentalitaet der US-Amerikaner

Mein fleissiger Leser weiss, dass ich versuche, nicht mehr in die Klischee-Falle zu tappen. Irgendwie gelingt mir dies aber noch nicht ganz.

 

Sobald man eine Situation immer wieder erlebt, neigt der Mensch dazu, zu Verallgemeinern, ich nicht ausgenommen.

So nerve ich mich jeden Morgen beim Fruehstueck. Wir uebernachten meist in eher guenstigen Motels im Bereich 50-100 Dollars. Sicher ist diese Situation typisch fuer Motels dieser Preisklasse. Aber es tut eben doch weh, taeglich, und ob man damit tatsaechlich Geld spart bezweifle ich.

Ich behaupte hier und jetzt sogar, dass es aus reiner Bequemlichkeit passiert!

 

Die Rede ist vom Wegwerfgeschirr, das beim Fruehstueck aufgetischt wird und oft auch in Restaurants das Porzellan ersetzt. Vom Besteck ueber den hitzebestaendigen Styroporbecher bis zum Teller ist alles aus Plastik und wird nach Gebrauch weggeworfen. (Fairerweise und um die Regel zu bestaetigen muss ich hier festhalten, dass dies nicht alle tun.)

 

Dabei muesste dies gar nicht sein! Denn in einer Beziehung sind uns die US-Amerikaner eine Nasenlaenge voraus: Theoretisch koennte man naemlich alles aus Plastik zurueckgeben zum recyclen. Ein Blick auf die Unterseite des Plastikteils verraet ob es fuers Recycling geeignet ist. Eine "1" in Kombination mit dem dreieckigen Recycling-Zeichen mit den abgerundeten Ecken heisst "ja".

 

Leider fehlt es an der Umsetzung, daran scheitert diese gute Idee.

Warum? Aus Bequemlichkeit!!!

 

 

 

 

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Sa

15

Okt

2011

Das Hochsicherheitsgefaengnis Alcatraz

Joel war von den Geschichten rund um Alcatraz so begeistert, dass er einen Vortrag geschrieben hat. Liebe Lehrer der Schule am Wasser, das moechten wir euch nicht vorenthalten, liebe Schueler, es ist ein super spannendes Thema. Viel Spass beim Lesen!

 

zum Vortrag

 

 

 

 

 

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Fr

14

Okt

2011

Nord-Kalifornien und die San Francisco Bay Area

zu den Bildern

 

Mein Verhaeltnis zu den USA war zwiespaeltig. Einerseits wusste ich um dessen Schoenheit der Natur: wegen der Kalender, die uns Onkel Christian bei seinen Schweiz-Besuchen mitbrachte und weil ich Kalifornien mit meiner Familie als Teenager besucht hatte.

Ausserdem sah ich den Film "Hair" ueber 100x, liebe die Musik die in den 70ern aus den USA kam und wuenschte mir deshalb immer, ich sei 20 Jahre frueher in Amerika geboren.

 

Andererseits wuchs ich in der Zeit des Kalten Krieges auf und hinterfragte als kritischer Teenager und auch spaeter die verbreitete Meinung, wer auf welcher Seite des Eisernen Vorhanges gut und wer boese war. Das Unbekannte reizte mich mehr als das, was die grosse Menge begeisterte, und als meine Freundinnen nach Amerika reisten, ging ich nach Russland, damals natuerlich noch UdSSR. Und dort erfuhr ich Gastfreundschaft, Feundschaft und eine Herzlichkeit, die mich zu dem Gedanken verleitete bei den "Guten" zu sein.

Die naechste Begegnung mit den USA hatte ich in Mittelamerika, wo es vielmehr die Regierungen der Bananenrepubliken waren, die sich den Estados Unidos unterwarfen, nicht die Bevoelkerung: diese war nicht sonderlich gut auf die Amerikaner zu sprechen.

 

Und dann kamen die Bushs an die Macht und ich schwor nicht in ein Land zu reisen mit einem Praesidenten den, ich wegen seiner Politik verabscheute. Diese Aera dauerte bekanntlich ziemlich lange. Als dann Obama gewaehlt wurde, beschloss ich mit (Freuden-)Traenen in den Augen, in dieses Land zurueckzukehren und da war ich nun also: Bereit mit allen Vorurteilen und Klischees aufzuraeumen!

 

Jill hatte uns "ihr" Amerika gezeigt: ein Naturparadies, im dem sie lustvoll und mit viel Lebensfreude wohnt.

 

Nach dem Besuch fuhren wir in Richtung Sueden, wie es auch die Wildgaense taten, die sich zu Schwaermen formierten und denen wir bewundernd nachschauten.

Wir fanden einen Radiosender, "Classic Vynil", der von morgens bis abends Musik aus den 70ern sendet und so cruisen wir seither zu Gitarrensoli von Santana und Hendrix auf den breiten Highways und kurvigen Passstrassen, gluecklich, schrauben die Lautstaerke hoch wenn Pink Floyd, David Bowie oder die Eagles gespielt werden und geben den Kindern erst noch ein Stueck wichtige Kultur mit!

 

Wir durchquerten den Staat Oregon und wollten bei einem erloschenen Vulkan auf dem Kraterrand eine Wanderung machen. Der Crater Lake (Kratersee) hat sich nach der letzten Eruption mit Regen- und Schneeschmelzwasser gefuellt und soll heute eines der Highlights Oregons sein. Beim Weg hinauf auf den Vulkan auf ueber 1800 Metern fing es allerdings immer staerker an zu schneien. Oben angekommen sahen wir vom Kraterrand anstatt tiefblaues und klares Wasser nur Nebel. Zum Glueck gibt's Postkarten! (Ein paar unter euch sollten bald eine davon im Briefkasten haben).

 

Die naechste Wanderung war in den Redwoods geplant. Wir hatten die Grenze zu Kalifornien bereits ueberschritten und freuten uns auf ein bisschen waermeres Wetter. Leider regnete es bei der Ankunft in Crescent City in Stroemen. Am naechsten Tag schien zum Glueck die Sonne und so wurde die Wanderung durch diesen Wald mit den hoechsten Baeumen auf der ganzen Welt ein mega Erlebnis. Der Boden dampfte noch, und die Sonnenstrahlen kamen nur vereinzelt durch das dichte Blaetterdach, sorgten aber fuer eine umheimlich schoene Stimmung.

 

Der dritte Nationalpark auf dem Weg zu meinem Onkel ist sein liebster: Mount Lassen.

Dort gibt es Geysire und blubbernde Schwefelbecken, die mich an "Craters of the Moon" in Neuseeland erinnerten. Die Wanderung konnten wir trotz heiterem Sonnenschein leider nicht machen, weil wir den Weg nicht fanden. Er lag naemlich unter 50cm Neuschnee! Die Landschaft hat uns aber begeistert und wir haben einen Grund mehr, hierher zurueck zu kommen.

 

Endlich kamen wir also in die Region von San Francisco. Chris lebt mit seiner Frau Pat in Mountain View. Vor ein paar Jahren noch unbekanntes Pflaster, heute bekannt als der Hauptsitz von Google. Die Gegend wird auch das Silikon Valley genannt und liegt um die Bucht von San Francisco. Rund um Mountain View findet man klingende Staedtenamen wie Palo Alto, Cupertino, San Jose usw.

Hier wurden HP, Apple, Facebook, Microsoft, eBay, Yahoo usw. usf. gegruendet. Alle diese Unternehmen machen die Region zu einer sehr gepflegten, wohlhabenden Wohngegend, was ich anders in Erinnerung hatte (ok, ich gebe zu, bei meinem letzten Besuch in den 80ern gab es Google noch nicht, wie auch die meisten anderen Hard- und Softwarefirmen - es hat sich also sicher ganz stark veraendert).

 

Von Chris und Pat werden wir sehr herzlich und mit offenen Armen empfangen. Zur Feier des Tages hat Christian sogar die Schweizerfahne und die Kantonsflaggen gehisst!

Wir verbringen eine ganze Woche da und geniessen es, wieder einmal "Familie um sich herum zu haben". Pat hat riesige Freude an den Jungs, und sie helfen ihr eifrig wo sie koennen. Schon bald kennen sie sich im Haus und in der Kueche so gut aus, dass sie selbstaendig das Fruehstueck zubereiten koennen. Chris, der bei der NASA arbeitet, macht mit den Kindern Experimente und zeigt und erklaert wie eine Rakete funktioniert. Mit Jerome bastelt er ein Holz-Schwert, dass uns fuer den Rest der Reise begleiten wird.

Meine Cousine June kommt 2x auf Besuch - sie wohnt in San Francisco. Sie gehoert zu den besten Frisbee Spielerinnen der USA und gibt uns bereitwillig Lektionen im Frisbeewerfen. Sie ist so sportlich, dass es mich fast neidisch macht.

Es ist schoen, so viel Zeit miteinander zu verbringen. Alle drei sind so lieb, dass wir sie ganz tief in unsere Herzen einschliessen.

 

Richtig begeistert sind wir von San Francisco. Es ist zwar eine Grossstadt aber der Stadtkern mit den Hochhaeusern ist nur ganz klein. In den Quartieren die wir sehen, wuerden wir uns auch wohlfuehlen! Dazu kommt das Klima. Es ist Mitte Oktober, aber tagsueber ist es immer sonnig und zwischen 20 und 25 Grad: herrlich! Am Morgen liegt zwar immer der Nebel ueber der Bucht, aber das tut der Schoenheit keinen Abbruch, sondern unterstreicht sie noch. 

 

Und um am Schluss dieses Blog-Eintrages auf den Anfang und die Klischees zurueck zu kommen: Im Haushalt Jill wie auch bei Chris und Pat werden selten oder nie Hamburger gegessen. Es wird nicht alles frittiert und es gibt keinen TV in der Kueche, auch keinen im Bad, sondern nur im Wohnzimmer und er laeuft auch nicht staendig. Sie alle wissen wo die Schweiz liegt, und auch ihre Nachbarn und Freunde verwechseln das Alpenland nicht mit Schweden. Sie sind alle sehr sportlich, und JA, sie besitzen grosse Autos!  ;-)

(Wir nun uebrigens auch, aber davom beim naechsten mal...)

 

 

 

 

 

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So

09

Okt

2011

Fun und Action in Seattle & Winthrop (Washington)

zu den Bildern von Seattle und Winthrop

 

 

Not sleepless in Seattle

Mit dem Bus fahren wir ueber die Grenze in die USA. Dort muessen wir aussteigen, mitsamt unserem Gepaeck, ueber die Grenze und dann wieder einsteigen. Der Zoellner will alles sehr genau wissen, deshalb muss der Bus auf uns warten. Aber bald geht es weiter nach Seattle.

 

Annette hat mir immer so vorgeschwaermt von Seattle, und ich kann ihr nur zustimmen. Die Stadt ist sehr speziell, hat wahrscheinlich mit der Geschichte zu tun. 

Frueher war die Trennung von sauberem Wasser und dem Abwasser ein grosses Thema und matchentscheidend ueber Gesund- oder Krankheit der Bewohner. Also baute man eine Kanalisation, die allerdings nur bei Ebbe funktionierte, bei Flut spuelten die Toiletten rueckwaerts. Als die Stadt Ende des 19. Jahrhunderts ganz abbrannte wollte man es besser machen und Trug einen Teil der Huegel hinter der Stadt ab und baute darauf die neuen Strassen. Da dies ein Jahrzehnt in Anspruch nehmen wuerde und die Einwohner nicht solange warten konnten, bauten sie ihre Haeuser sofort wieder auf, im Wissen, dass in Zukunft ihr Erdgeschoss als Kellner dienen wuerde.

Bis alles ausgeglichen war, gab es aber gefaehrliche Hoehenunterschiede zwischen den Trottoirs und den Strassen, von bis zu 10 Metern! Heute kann man Seattles Untergrund auf einer wunderbaren "Underground Tour" besichtigen und kennenlernen.

 

Nicht nur die Geschichte ist etwas merkwuerdig, wenn auch lustig, sondern auch die Einwohner sind uns ziemlich schraeg vorgekommen. Schliesslich hat ja auch der Grunge seinen Ursprung hier, also fuer mich passt das alles wunderbar zusammen.

 

Am Pike Place Market geht es munter zu und her. Die Fischverkaeufer sind etwas zwischen Verkaeufern und Schauspielern (Luigi, waere das nicht etwas fuer's Weindepot...?) und machen richtige Shows: sie werfen einander riesige Fische zu, so dass die Touristen begeistert stehen bleiben und ihre Kameras zuecken.

Am liebsten wuerde ich etwas von allem aus dem Meer einkaufen und daheim kochen und einen riesigen Blumenstrauss kaufen, aber das geht schlecht wenn man auf Reisen ist und so bleibt mir nichts anderes als den Moment zu geniessen und mich auf den Besuch in Oerlikon auf dem Markt zu freuen, wenn wir zurueck sind.

 

Abenteuer & Action in Winthrop

Die Zeit vergeht viel zu schnell, es ist Zeit unseren Jeep abzuholen und zu Jill nach Winthrop zu fahren. Bei der Autovermietung, als wir unser Auto abholen moechten, meint die Dame am Schalter zwar, das Auto das wir vorbestellt haetten sei viel zu klein fuer 4 Personen, und dann noch mit soviel Gepaeck! Sie moechte uns einen Upgrade verkaufen, der aber suendhaft teuer ist. Als sie merkt, dass wir nicht darauf eingehen, bietet sie das gleiche fuer nur noch die Haelfte an und am Schluss fuer ein Butterbrot. Bevor wir auf den Deal eingehen, moechten wir die Fahrzeuge aber vor Augen sehen. Als wir den Jeep Liberty sehen, koennen wir fast nicht mehr aufhoeren zu lachen: er ist RIESIG! Platz fuer unsere halbe Wohnungseinrichtung gibt es auch, und um bequem zu Sitzen koennte jeder von uns easy 100 kg mehr wiegen. Wenn die Dame wuesste, was wir schon alles in unseren Fiat Uno gepackt haben, hehe. Wir vergeben ihr auch, dass sie uns einen Upgrade auf einen 7-Plaetzer machen wollte, sie macht ja nur ihren Job.

 

Wir fahren also von Seattle in 6 Stunden ueber die Bergkette, die "The Cascade Mountains", nach Winthrop. Die Fahrt ist einfach der Hammer, das Gebiet ein Traum.Wir fahren ueber einen Pass und lassen das feuchte, regnerische Kuestenwetter an den Bergen hinter uns, fahren in ein trockenes Gebiet, die Steppe glaenzt golden, nun da der Herbst begonnen hat.

Winthrop ist ein  Ueberbleibsel einer richtigen Western-Stadt, deren Gruendung auf die Minenarbeiter zurueckgeht, die im Goldrush hierher kamen. Die Trottoirs sind bis heute aus Holz, die Gebaeude sehen aus wie Saloons, man fuehlt sich wie John Wayne im Wilden Westen. In den Bars wird natuerlich Country gespielt.

 

Jill empfaengt uns sehr herzlich und zeigt uns unser Zuhause fuer die naechsten Tage: Wir wohnen in einem eigenen Guesthouse, das sich neben dem Haupthaus befindet. Frueher wohnten sie und ihr Mann selber in diesem kleinen Haeuschen, bis sie das grosse bauten. Es befindet sich an einem Fluss und man ist umgeben von tausenden von Quadratkilometern Nationalpark. Und Jill liebt das Leben in dieser Gegend. Sie ist die pure "Outdoor-Aktivistin", war sie doch frueher Raft-Guide in Nepal. Am ersten Morgen lernen wir Mojo kennen, den ungestuemen, jungen, schwarzen Labrador, der fuer die naechsten Tage nicht mehr von unserer Seite weichen wird. Jill bringt uns zur Pferdekoppel, sattelt die Pferde und los geht das Abenteuer. Joel kann es kaum erwarten, mal ein bisschen schneller zu reiten und strahlt vor Glueck als das Pferd dann endlich galoppiert. Fuer Adrenalin sorgt die Klapperschlange, die ich einen halben Meter neben Ginger, meinem Pferd, entdecke. In Anbetracht dieses Riesentieres entscheidet sie sich aber fuer den Rueckzug und ich sehe, wie sie sich rueckwaerts in ihre Hoehle zurueck windet.

Der Duft ist auch hier sehr speziell, wuerzig, aber einnehmend. Wir reiten durch die Praerie und fuehlen uns der Natur und dem Himmel sehr nahe.  

 

Am Nachmittag gibt's eine Mountainbike Tour. Wir fahren zu den Nachbarn, wo wir ein paar Raeder ausleihen, die wir auf den Pickup laden und dann fahren wir alle zusammen auf einen Huegel rauf. Dort steigt die Meute aus, und los gehts, downhill in einem Garacho. Danach machen wir noch ein, zwei Trails, wobei Thierry geniesst, dass er wieder einmal einen ebenbuertigen Sportler gefunden hat: Riley, Jill's Sohn ist 14 und fit. Die beiden stecken sich gegenseitig mit der Freude an und schrauben das Tempo hoch.

Auch Joel und Jerome sind voll dabei - und ich freue mich auf die Zukunft mit ihnen und ganz vielen Abfahrten vom Uetliberg mit der ganzen Familie.

 

Am zweiten Tag waere eigentlich wandern angesagt. Aber da das Wetter nicht mitmacht, machen wir Schule, schauen einen Film und am Nachmittag gehen wir nochmals mit den Bikes auf eine Fahrt. Zuerst fahren wir ganz gemuetlich waehrend 2-3 Stunden auf einem Trail einem Fluss entlang. Danach faehrt Jill uns auf einen Huegel rauf und wir koennen nochmals richtig runterfetzen. Ich fahre als langsamste, und ich bin weiss Gott nicht aengstlich. Die Kids rotzen den Huegel runter so schnell wie's der Vater erlaubt.

Ich verlasse mich auf die Engel, die die beiden begleiten und ihnen schon so oft zur Seite standen. Auf den letzten Metern reisst Thierry die Kette. Ganz verdutzt blickt er nach unten und sieht keine Kette mehr. Zum Glueck sind wir fast am Schluss und es ist nur noch ein kurzes Stueck Talfahrt vor uns.

 

Am naechsten Morgen ist die kurze aber intensive Zeit bei Jill schon wieder um. Wir verabschieden uns von ihr, von Riley, der schoenen Gegend, dem Duft, dem huebschen Guesthouse und von Mojo. Joel waere am liebsten bei Jill, Riley und Mojo geblieben. Aber im letzten Moment springt er doch noch in den Jeep. Das er trotzdem mit uns kommt freut und ehrt uns.

 

 

 

 

 

 

 

 

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Do

29

Sep

2011

Okanagan Valley & die Rocky Mountains

zu den Fotos

 

Fruechte und Wein im Okanagan Valley

 

Auf halbem Weg zwischen Vancouver und den Rocky Mountains liegt das Okanagan Valley, die waermste Region Kanadas. Im Sueden, an der Grenze zu den USA, gibt es sogar eine Wueste. Wer haette das gedacht? Hier wachsen Fruechte und Gemuese, die an der ganzen Westkueste gegessen werden. Und wo der Boden so fruchtbar ist waechsen natuerlich auch Weintrauben. Angebaut wird, was auch immer im Trend liegt: Chardonnay, Sauvignon Blanc, Semillon und Pinot Grigio im weissen Bereich, auch der Riesling gedeiht gut (wir verkoestigten sogar einen Eiswein und der war spitze!). Im roten Bereich sind es Merlot, Cabernet Sauvignon und viel Pinot Noir, aber auch alles was es sonst noch fuer Bordeaux-Verschnitte braucht (Cabernet Franc und Malbec). Das Weinbaugebiet ist sehr jung - erst in den spaeten Achtzigern sind Weinbauern und Oenologen aus Frankreich, Australien, Italien, Spanien hierher gekommen. Thierry meint, das sei mit ein Grund, weshalb die Region noch kein eigenes Profil hat.

Wir besuchen die eine oder andere Kellerei - fuer Thierry Weiterbildung, fuer mich reiner Genuss!

 

Das Tal entern wir von Sueden her, geniessen das trockene, sonnige und windige Wetter. Unser RV Park hat nicht nur einen geheizten Swimmingpool sondern sogar einen Hot Tub, der etwa 34 Grad warm ist, so dass sogar ich mich eines Abends zu einem Bad ueberreden lasse.

 

Die Rocky Mountains - oder der Duft der Waelder Kanadas

Einige Nationalparks liegen nahe beieinander: der Yoho-, der Mount Revelstoke-, der Glacier Nationalpark und die besser bekannten Banff und Jasper. Geplant haben wir den Besuch insbesondere von Banff und Jasper- aber es soll anders kommen.

 

In Revelstoke steigen wir in der "Arche Noah" ab. Dieser RV Park (uebrigens ein Campingplatz, auf dem man sein Wohnmobil abstellen kann, RV bedeutet Recreational Vehicle) ist das Paradies auf Erden. Morgens gibts Kaffee und Tee und puenktlich um 19 Uhr Popcorn und in den Duschen liegen immer sauber gewaschene Fusstuechlein. Das wahre Highlight ist aber das Jogurt Glace, das man in 10 verschiedenen Sorten selber wie bei einer Softice Maschine rauslassen kann. Und dann addiert man das Topping. Erd- und Blaubeeren, Kiwi, Schokostreussel und Gummibaerchen in allen Farben und Formen. Mmmh! Das haetten wir nicht erwartet, mitten im Wald!

Thierrys Adlerauge erspaeht kurz nach Eintreffen aber die groesste Attraktion: den Argo. Ein Fahrzeug zwischen Motorrad und Panzer. Ein Besitzer, Libanese, so gross wie Joel und so breit wie die ganze Familie zusammen, aber aeusserst sympathisch - ein Kamikaze Fahrer. Wir preschen durch den Wald, durch Pfuetzen, ueber Steine, Wurzeln und Baeche, Abhaenge runter und Vollgas wieder hinauf. Als wir zu einem See kommen schwimmt er sogar mit viel spritzen mitten hindurch. Die Jungs, und ehrlich gesagt auch ich, kreischen vor Freude. Das Wort Kanada wird von nun an fix mit der Erinnerung an den Argo verknuepft sein.

 

Jeder Nationalpark hat ein Visitors Center. Dort gibt es ein Program fuer Kinder in der Form eines Buechleins mit Raetseln. Man besucht die Ausstellung, lernt spielend ueber die Tiere, den Wald, die Berge, das Feuer. Sogar fuer uns Grosse ist es spannend und lehrreich. Anfaenglich steht die Belohnung, eine Plakette, im Vordergrund. Aber schon auf der ersten Wanderung wenden wir das neue Wissen an und identifizieren Tierspuren, untersuchen Tierkot und wissen, wer kurz vor uns da war.

Was uns allerdings bis zum Schluss ein Raetsel bleibt, ist die Frage, woher dieser unglaublich einnehmende, betoerende Duft herkommt. Ein Geruch nach Nadelhoelzern, gemischt mit etwas suessem, wuerzigem, der uns mal an Zuckerwatte, mal an Caramel erinnert. Lange suchen wir nach der Herkunft dieses verfuehrerischen Duftes, bis wir am zweitletzten Tag herausfinden, dass es Harz mit Bluetenstaub gemischt ist.

 

Nicht nur der Duft der Tannenbaeume auch die Berge und die Waelder erinnern uns immer wieder an die Schweiz, insbesondere an unser geliebtes Engadin. Die heimatlichen Gefuehle freuen und beschwingen uns, so dass wir wie glueckliche Bergziegen in den Bergen herumhuepfen.

Zuerst besuchen wir die nicht so ganz populaeren aber mindestens so schoenen Nationalparks Mount Revelstoke, Glacier und Yoho, bevor wir in Lake Louise im Banff Nationalpark das erste mal auf die Touristenmassen treffen. Die RV-Parks sind so oede und riechen nach Massenabfertigung, dass wir zum Uebernachten einen Parkplatz an einem See bevorzugen.

 

Die Wanderung zum naechsten See, zum Moraine Lake fuehrt durch ein von Grizzli-Baeren besetztes Gebiet. Und da im Moment einige Grizzli-Mamas mit ihren Jungen unterwegs sind, gilt dort strikte die "4+ Hiking Rule". Das bedeutet, dass man nur in Gruppen von 4 oder mehr Personen wandern darf. Uns gibt das die Hoffnung, der Touristenmasse zu entkommen. Aber weit gefehlt! Auch wenn wir am Anfang noch aengstlich, viel Laerm machend loswandern, wie es empfohlen wird, realisieren wir schon bald, dass es viel zu viele Menschen hat und die Grizzlis sich laengst verzogen haben.

Auch auf den anderen zahlreichen Wanderungen sehen wir weder Baeren und Woelfe, noch Hirsche oder Elche. Aber wir hoeren sie, identifiezieren ihre Spuren und ihr Tagesgeschaeft.

Was wir sonst an Tieren sehen macht uns grosse Freude: Eich- und andere Hoernchen, Maeuse, Kroeten, Voegel, von denen ich ausser dem Bold Eagle aber von allen den Namen wieder vergessen habe.

 

Fuer Adrenalin sorft dafuer ein anderes Erlebnis. Wir grillieren zum 2. Mal auf unserem Tischgrill. Maiskolben, Steaks, Lachs, alles liegt temperiert und mariniert bereit, der Grill ist am aufheizen. Thierry schnipselt noch am Peterli fuer den Salat rum. Auf einmal springt er auf und stuerzt aus dem Motorhome: der ganze Tisch unter dem Grill brennt! Die Gasflasche befindet sich nur Zentimeter des Feuers entfernt, in unserem Motorhome, das sich nur wenige Meter entfernt befindet, hat es auch eine grosse Menge Gas, die Region ist sehr trocken und Feuer machen strengstens verboten. Schnell fuelle ich eine Schuessel mit Wasser, aber Thierry schreit "kein Wasser!" und hechtet nach dem Feuerloescher. Eine grosse weisse Wolke rettet uns und die anderen Gaeste im RV Park, die sofort herkommen, weil sie den Rauch gesehen haben. Da hatten wir ja Glueck! Im Nachhinein stellt sich heraus, dass der Tischgrill auf einem Staender haette stehen muessen...

 

Der Aufenthalt im Banff National Park wird in Anbetracht unser Flucht vor der Menschenmenge relativ kurz, Jasper streichen wir ganz. Viel lieber machen wir Wanderungen in den genaus schoenen Parks Yoho und Kootenay. In Kootenay ist eine Cougar-Warnung aktuell, d.h. dass ein Puma in der Naehe des RV Parks rumstreicht. Aber auch Kollege Samtpfote sehen wir erst, als wir zum Abschluss einen Wildlife Park besuchen.

 

Die Weiten Kanadas, dieser Platz der "en masse" vorhanden ist, die riesigen Waelder wirken beruhigend auf unsere Sinne. Erholung pur nach dem quieklebendigen Teiben Chinas. Allerdings muss man aufpassen, dass man sich nicht verloren fuehlt, in dieser wahnsinnigen Weite.

 

 

 

 

 

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Fr

23

Sep

2011

Videoclip Zueri Tourismus

Endlich (sorry fuers warten und danke fuer die Geduld!) kann ich euch das groesste Geschenk zeigen, dass ich von meinen lieben ZT-Gspaenli erhalten habe: den "Adieu-Coco-Videoclip".

 

Ich war sehr beruehrt. Also, enjoy!

 

Zum Video

 

 

 

 

 

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Fr

23

Sep

2011

Planaenderung: let's go USA!

Heyhey, jetzt muss ich euch ueber unsere Planaenderung informieren:

 

Ich habe doch einen Onkel in Kalifornien, genauer gesagt in Mountain View (Patrik, das kennst du gell - ist der Hauptsitz von Google) in der Naehe von San Francisco. 

Christian ist der beste Onkel, den es gibt und leider auch mein einziger. Seine Frau, Pat und June, die Tochter habe ich seit mehr als einem Jahrzehnt nicht mehr gesehen. Deshalb haben wir entschieden, dass wir die Family Neukom besuchen werden. Und wenn wir schon in den USA sind, werden wir auch noch ein bisschen die Gegend anschauen. Annette hat mir immer erzaehlt wie cool Seattle ist. Von Vancouver ist man in 2 Stunden Fahrt bereits in Seattle.

Also haben wir dort ein Auto gemietet und zwar zur grossen Freude unserer Jungs einen Jeep!

 

In der Naehe von Seattle, in Winthorp wohnt eine neue Freundin, Jill, die wir in China kennengelernt haben. Sie hat uns eingeladen, und so werden wir ein paar Tage bei ihr auf dem Land verbringen, wo Joel dann hoffentlich endlich reiten kann. Er kann es kaum mehr erwarten! Jill hat naemlich ein Pferd, mehrere Hunde, Kanus, usw.

 

Dann werden wir von Washington in 3-4 Tagen nach San Francisco fahren (Tipps willkommen! Wir haben noch keine Ahnung, wissen nur, dass es schoen sein muss) und Christian besuchen. Von dort ist es nur einen Katzensprung ins Napa Valley, das wir aufgrund Thierry's Beruf natuerlich besuchen muessen

 

Anschliessend fahren wir bis nach Los Angeles, wo wir unseren Jeep wieder abgeben und mit dem Flugzeug nach San Jose, Costa Rica fliegen.

 

Soviel also zu unseren neusten Plaenen.

Wir freuen uns wie immer auf eure aktive Anteilnahme (Zueri Tourismus, laebed er no...???) und wuenschen euch weiterhin einen wunderschoenen Herbst.

 

 

 

 

 

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So

18

Sep

2011

Vancouver, The Sunshine Coast, Vancouver Island

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Irgendwie ist es komisch. Als wir aus dem Flughafen hinauskommen, fehlt irgend etwas. Bald weiss ich, was es ist: die Hitze erschlaegt uns nicht. Auf der Haut ist ein Gefuehl von Wohlfuehlen. Die Temperatur ist einfach perfekt, man spuehrt gar nicht, dass man draussen ist.

Mit dem Skytrain fahren wir nach Downtown Vancouver. Trotz rush-hour ist der Zug leer. Wo sind all' die Menschen? Dieses Gefuehl wird sich durch den ganzen Kanada-Aufenthalt ziehen, den dies ist Chinas pures Gegenteil, was die Bevoelkerungsdichte betrifft.

 

Der Stanley Park ist die Attraktion Vancouvers. Ein Stadtpark, so gross dass man sich verlaufen kann. Unzaehlige Straende saeumen die Landzunge, dazwischen unzaehlige Tiere, die hier frei leben. Hunderte Gaense, Canadian Goose, watscheln durch den Park. Einen Fischreiher haben wir entdeckt und Eichhoernchen-aehnliche Hoernchen, die einander zupfeifen. Der Hoehepunkt ist aber Mama Waschbaer, die wir von sehr nah betrachten koennen. Ein paar Meter weiter sind Mama's Kinder, zwei putzige kleinen Dinger, die Katzenfutter verdruecken.

Am spaeten Nachmittag baden wir am Second Beach und mich uebermannt die Muedigkeit, dass ich fuer ein paar Minuten einnicke. Wegen dem Jetleg bin ich total uebermuedet, denn mitten in der Nacht wache ich auf und an Schlaf ist nicht mehr zu denken. Das ganze hat sich kumuliert, so dass mir alles wie im Film vorkommt.

 

Auch ein bisschen wie ein Traum kommt mir das Treffen mit Mamutsch und Remi vor. Sie sind nach einer Rundreise in die Rocky Mountains zurueck in Vancouver und wir haben uns zum Nachtessen miteinander verabredet. Es ist der Hochzeitstag der beiden, und da wir vor 12 Jahren nicht dabei sein konnten, holen wir dies nun nach. Ein wunderschoener, gemuetlicher Abend, der uns vergessen laesst dass wir uns auf einem anderen Kontinent befinden. Viel zu schnell saust die Zeit vorbei, bis wir uns verabschiedend in den Armen liegen. Das Gefuehl muss gespeichert werden fuer die naechsten 5 Monate.

 

Am naechsten Tag nehmen wir unser Motorhome in Empfang. Die Besitzer, Yvonne und Rainer, sind ausgewanderte Schweizer und leben noch nicht lange in Vancouver. Sie geben uns das Gefuehl alte Bekannte zu sein und wir sind froh, dass wir uns fuer ein Happy Holiday Motorhome entschieden haben. In Vancouver haben sie uns von einem Taxi abholen lassen, dann sind wir mit der Fahere von Horseshoe Bay nach Gibsons gefahren, wo uns die beiden persoenlich empfingen. Die Fahrt auf der Faehre offenbarte uns Kanadas wahre Schoenheit, die Natur. Das Meer, viele kleine Inseln, das bewaldete Festland. Die Reise geht ueber ein "Inlet", eine Art Fjord, auf die andere Seite des Festlandes zur Sunshine Coast. Nachdem wir alle Erklaerungen gekriegt haben und mit dem suessen Paar ueber Gott und die Welt diskutiert haben, ist es bereits wieder Nachmittag. Wir fahren nicht mehr weit, suchen uns einen RV Park und installieren uns in unserem neuen Zuhause. Von nun an sind wir Schnecken, die ihr Haeuschen immer dabei haben.

 

Mir gefaellt das Wohnen auf diesem kleinen Raum. Es hat alles was es braucht, Betten, Essecke, Kueche, WC und Dusche. Kuehlschrank, TK, Backofen, und sogar einen Grill haben wir dazu gemietet. Der Haushalt ist recht ueberschaubar, wer haelt schon nicht gerne 20m2 in Schwung? Peanuts, und die Kinder helfen tatkraeftig mit beim Kochen, Abwaschen, Putzen und Waschen.

Wir fuehlen uns schnell daheim und laden sogar die Nachbarn zum Apero ein. John und Elaine, ein ganz suesses Paerchen, im Alter unserer Eltern. Sie zeigen uns Fotos, als sie sich kennenlernten mit 20, in den 70ern. Sehen aus wie Hippies.

Seit ein paar Wochen sind sie unterwegs. Sie hat eine unheilbare Krankheit, die Aerzte geben ihr noch  2-5 Jahre. Sie hat John gebeten, 6 Monate unbezahlten Urlaub zu nehmen, weil sie noch einmal Reisen moechte. Der Mann geht also zu seinem Chef und dieser bewilligt das Timeout. John ist 64, mit 65 wird er pensioniert, aber die beiden haben Angst dass es in einem Jahr schon zu spaet ist. Als sie sich genauer ueberlegt, wie sie 6 Monate Unbezahlt finanzieren soll, geht sie zu John und sagt, "vergiss es". Also geht er wieder zu seinem Chef. Und dieser schenkt John 6 Wochen bezahlten Urlaub, weil er in den letzten 35 Jahren nie krank war.

Und da treffen wir die beiden also, in Powell River, im RV Park am STtrand, und schauen zusammen dem Sonnenuntergang zu und trinken kanadischen Weisswein.

 

Auf einer kleinen Wanderung gehen wir durch einen der schoensten Waelder, die ich je gesehen habe. Die Aeste der Baeume sind mit Moos behangen udn grosse Farne verleihen den Eindruck, dass dies ein Maerchenwald ist. Dazu kommt die Sonne, die immer wieder einzelne Strahlen durch das Blaetterdach schickt. Auf dem Weg zum Meer, zu einem Punkt, an dem 2 Fjorde aufeinander treffen, sehen wir 2 Schlangen. Joel hat seine Augen beim Froeschesuchen trainiert und geht sehr aufmerksam durch den Wald. Die Schlangen sind schwarz, haben etwa vier gelbe Laengsstreifen und sehen ein bisschen aus wie ein Rohr.

 

Als wir aus dem Wald kommen, ans Meer, sehen wir die beruehmte Stelle, wo die Stroemung der beiden Fjorde je nach Gezeit eine grosse Welle entstehen lassen. Gemaess Flyer soll dies eine der groessten Herausforderungen fuer Kayaker sein. Wir gehen ueber eine Million Miesmuscheln, die zum Essen leider viel zu klein sind und spielen mit Seesternen, als uns auf einmal ein Schnauben aufhorchen laesst. Unweit schwimmt ein Walross in der Stroemung, taucht immer wieder auf, schnaubt, bevor es zum Fischen wieder abtaucht.

 

In Powell River haben wir einen Campingplaty direkt am Meer. Es gefaellt uns so gut, dass wir 3 Tage bleiben, bevor wir mit der Fahere auf die Vancouver Island uebersetzen. Auf der Insel soll man Wale beobachten koennen - aber diese Trips sind uns zu teuer und so halten wir uns ans Pfluecken von wilden Brombeeren, die hier ueberall wachsen, und die wir zu feinstem Birchermuesli verarbeiten.

Das Wetter auf der Insel ist regnerisch und kuehl. Wir bewundern die sehr englische, fast ein bisschen kitschige Hauptstadt British Columbia's, Victoria, bevor wir die Insel schon wieder verlassen.

 

Einen Schock muss ich euch noch berichten. Als Jerome auf einmal laut kreischend, bruellend aus dem Wald gerannt kommt, aus dem Unterholz, eine Armada von Wespen hinter ihm. Beim Spielen ist er offenbar in ein Nest getreten. Zum Glueck ist eine meiner besten Freundin Homoeopathin und ich weiss dass Apis den Schmerz lindert. Er kommt mit 5-6 Stichen weg, die sehr sehr schmerzhaft sind, aber am naechsten Tag ist alles schon vorbei.

 

 

 

 

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Fr

09

Sep

2011

Hongkong. Live it. Love it.

zu den Hongkong Fotos

 

Die letzte Fahrt mit dem Nachtzug in China wird noch einmal sehr amuesant. Diesmal ist es ein stockbetrunkener Chinese, der ueber uns schlaeft. Seine Frau begleitet ihn noch in den Zug, sie faehrt nicht mit. Stocksauer ist sie, und sie macht sich riesige Sorgen, dass er den Weg hinauf in sein Bett nicht schafft. Ich mir auch. Aber er schafft es, und dann ist er fuer den Rest der Nacht "out of order". Sein Schnarchen wiegt uns in den Schlaf.

Schon bald sind wir in Hongkong...

 

Was kann man von einer Stadt erwarten, die Zuerich den Claim geklaut hat? Hongkong - Live it. Love it. Oder war es am Ende Zuerich, das den Claim kopiert hat? Ich weiss es nicht. Und trotzdem wecken Parallelen Erwartungen. 1991 war ich in Hongkong. Aber damals war es noch britisch.

 

Wir verlassen "Mainland China" bei Shenzen. "One country, two systems", heisst es offiziell. Was das genau bedeutet wird mir bald klar: Hongkong ist immer noch gleich wie frueher!

 

Der Unterschied zum "Mainland" aber doch markant. Die Chinesen kleiden sich westlich und haben westliche Frisuren. Es gibt Stadtteile, z.B. Soho, da fuehlt man sich wie in England und andere, z.B. Central oder Causeway Bay, die koennten ueberall sein, in Milano, Barcelona oder Berlin. Am meisten imponiert mir aber doch die Nathan Rd. in Kowloon. Die Massen von Menschen, die Nacht und Nacht hier entlanggehen, das ist einfach eindruecklich.

 

Wir wohnen in einem der guenstigen Guesthouses, an der Nathan Rd., in der Chungking Mansion. Ein riesiges Gebaeude, ziemlich heruntergekommen, weshalb es vermutlich in ein Geruest verpackt ist und die Fassade renoviert werden soll. Das Geruest besteht uebrigens aus Bambus und wird von keinem einzigen Nagel, keiner einzigen Schraube zusammen gehalten. Die Bambusstangen sind verschnuert und rund um das Geruest ist ein gruenes Netz gespannt. Wie lange das Baugeruest schon da steht weiss ich nicht, aber es sieht aus wie wenns schon laenger da waere. Zu was fuer einer Aussicht das aus unserem Zimmer fuehrt, koennt ihr euch denken. Aber das macht nichts, wir werden nur zum Schlafen im Hotelzimmer sein.

Es hat den Vorteil, dass man unser Hotel schon von weitem erkennt und auf Anhieb findet, zwischen all den schicken Laeden und Leuchtreklamen.

 

Im Erdgeschoss der Chungking Mansion haben hunderte Haendler einen kleinen Shop oder einen Stand installiert. Viele von ihnen sind Inder. Sie verkaufen vor allem Sim-Karten (die Inder LIEBEN! Sim-Karten, das koennen meine Reiseleiter-Gspaenli sicher bezeugen), Elektronik Artikel, indische Esswaren und Suessigkeiten und Souvenirs fuer die Touristen aus aller Welt, die sich hier tummeln. Es geht ziemlich laut und hektisch zu und her in diesem Erdgeschoss und alles ist so verwinkelt, dass man sich leicht verirren koennte.

 

Wenn man aus diesem Neonlicht Markt auf die Strasse tritt, wird man als erstes von der Hitze und dem hellen Sonnenlicht fast erschlagen. Und dann von der Menschenmasse, vom Laerm, vom Verkehr. Und wenn das noch nicht gereicht hat, von den ueberall blinkenden Neonlichtreklamen.

Das hoert sich jetzt vielleicht negativ an, aber so ist es nicht gemeint. Am Morgen ist es ein bisschen krass, das gebe ich zu, aber am Abend hat man direkt das Gefuehl "aufgehoben" zu sein, zwischen allen diesen Menschen. Es wird einem klar, dass man nur ein kitzekleines Raedchen ist. Jeder von uns. Auch diejenigen, die sich fuer sehr wichtig halten, sind nur winzige kleine Raedchen im Getriebe der Menschheit. Und diese Erkenntnis tut unheimlich gut!

 

Eigentlich stehe ich nicht auf amerikanische Ketten. Aber nach 3 Wochen chinesischem Essen, bitte verzeiht mir, freue auch ich mich auf Starbucks - und die pains au chocolat gehoeren zu den besten, die ich je gehabt habe! So gehoert der morgendliche Spaziergang zu Starbucks schon bald zu unserem Hongkong-Ritual. Eine der vielen Filialen befindet sich direkt neben der Star Ferry, einem der traditionsreichsten und aeltesten Verkehrsmittel in Hongkong. Die Star Ferry bringt die Passagiere von Kowloon innert 8 Minuten auf die Hongkong Island. Und obwohl es heute mehrere Tunnels unter dem Meer durch gibt und auch die Metro (die uebrigens bezeichnenderweise MTR, Mass Transport Railways heisst) rueberfaehrt , benutzen viele die Faehre mit Kultstatus. Eine Fahrt auf diesem alten Schiff gehoert einfach zu Hongkong und verleiht Genuss Momente.

 

Fuer die Fahrt vom nobelsten und geschaeftigsten Stadtteil Hongkongs, Central, zum hoechsten Punkt der Insel, Victoria Peak, nimmt man am besten das Peak Tram. Auch dieses ist sehr alt und traditionsreich. Das erste Tram wurde gleich nach der Jahrhundertwende in Betrieb genommen, als in Zuerich noch das Roessli-Tram durch die Gegend holperte. Leider ist genau an diesem Tag eine Revision angesagt, weshalb wir mit einem der vielen Doppeldecker-Busse rauf fahren. Auf der Fahrt durch noble Quartiere und tropische Gaerten und Waelder erhaelt man den Eindruck, dass Hongkong viel mehr als nur Shopping zu bieten hat.

 

Dieser Eindruck bestaetigt sich vom wunderbaren Ausblick aus, den man von ganz oben hat: Waelder, Buchten, Siedlungen wechseln sich ab. Das moechten wir naeher kennen lernen.

Am naechsten Tag nehmen wir eine Fast Ferry nach Cheung Chau, Evelynes Lieblingsinsel. Bereits nach 35 Minuten auf einem sehr modernen Schiff sind wir dort und in eine andere Welt eingetaucht.

Eine kleine Insel, autofrei, dafuer viele Velos. Ein Fischerdorf. Alles was aus dem Meer geholt wird, kann man in einem der vielen kleinen Restaurants verspeisen. Und was nicht sofort verkauft wird, trocknen die Fischer auf grossen Gittern oder sie haengen es auf. Alles moegliche habe ich gesehen, nicht nur ganze Fische, auch Fisch Filets, Crevetten, Seesterne, sogar Seepferdchen. In grossen Glaesern waren hunderte zum Kauf angeboten. Arme Kerlchen!

 

Ganz selten habe ich auf einem Tauchgang einmal ein Seepferdchen gesehen und jedesmal hat mich der Anblick entzueckt und beruehrt. Fuer mich verkoerpern sie die Unschuld. Und wie sie da in diesem Glas alle in die gleiche Richtung schauen, getrocknet, das Leben gewichen...

 

In nur 5 Minuten zu Fuss sind wir auf der anderen Seite der Insel angekommen. Hier gibt es mehrere Straende, die zum Bade locken. Wir verbringen den ganzen Tag hier, zum groessten Teil im Wasser. Am Abend essen wir in einem der kleinen Restaurants und fahren mit der Faehre zurueck. Die naechtliche Fahrt zurueck auf das Festland mit der Star Ferry hat ihren ganz besonderen Reiz, die Temperatur ist sehr angenehm, das Lueftchen lau.

 

Wir entdecken noch mehr Straende, um Stanley Beach herum und gehen durch zahlreiche Maerkte, wo aber eigentlich immer das Gleiche verkauft wird. Bei Bossini, der hier etliche Filialen betreibt, werden wir zu Stammkunden. Es ist der WE Hongkongs, die Mode sportlich-elegant. Meine Maenner sehen darin super aus! 

Eigentlich wollten wir in den New Territories noch wandern gehen. Dazu sind wir leider nicht gekommen. Aber unsere Meinungen sind gemacht: muessten wir in China leben, wir wuerden Hongkong waehlen!

 

Die Kombination zwischen Stadt und Natur ist in Hongkong perfekt. Und somit ist aus meiner Sicht klar, dass beide Staedte, Hongkong und Zuerich den Claim tragen koennen. Und die Botschaft bei beiden zutrifft: Live it. Love it.

 

 

PS: Jaaaa, ich weiss schon, dass Zuerich einen neuen Claim hat: Zuerich. World Class. Swiss Made. Nicht ganz so sympathisch, aber ebenso zutreffend.

 

 

 

 

 

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So

04

Sep

2011

Landleben auf Chinesisch

>zu den Yangshuo Bildern

 

 

In einem Buch habe ich gelesen, dass die schoenste Landschaft Chinas um Guilin sei. Nur Yangshuo sei noch schoener. Die Schoenheit praesentiert sich in Form von tausenden Kalksteinhuegeln, die bis ein paar hundert Meter hoch sind und mit einer ueppigen Vegetation bewachsen sind. Fluesse schlaengeln sich zwischen diesen Huegeln hindurch. Ueberall gibt es Reisfelder und kleine Doerfer.

 

Ich kenne Yangshuo vom letzten Mal, als ich in China war, 1991. Und so wie sich das ganze Land extrem veraendert hat seit meinem letzten Besuch, ist auch das huebsche Doerfchen Yangshuo zu einer Stadt geworden, mit viel Laerm, Verkehr und einer sehr touristischen Fussgaengerzone.

 

Aber wir haben vorgesorgt, und schon vor zwei Wochen eine "Familien-Suite" reserviert in einem Guesthouse 4km ausserhalb Yangshuo, im kleinen Doerfchen Chaoyang. Als wir da ankommen, fuehlen wir uns sofort zu Hause. Der Besitzer hatte das Glueck, ein paar dieser typischen Farmhaeuser kaufen zu koennen, die aus Lehm-Ziegelsteinen gebaut sind. Er renovierte sie zum groessten Teil selber und mit Hilfe der Dorfbewohner, und baute sie auf westlichen Standard aus. Die Dorfbewohner hatten noch nie Badezimmer gebaut - es muss fuer sie alle eine grosse Herausforderung gewesen sein. Dank den angenehmen tropischen Temperaturen befindet sich das Restaurant draussen, zu Essen gibt es chinesische und italienische Kueche, die allerdings wegen den Zutaten anders schmeckt als in Palermo.

 

Es gibt einen Billard- und einen Pingpong-Tisch, eine Bibliothek mit vielen (sogar deutschen!) Buechern, Computer, WiFi usw., also alles was das Herz und dasjenige der Kinder begehrt.

 

In der naeheren Umgebung kann man im Yulong River baden, man muss nur 5 Minuten durchs Dorf und die Reisfelder an badenden Wasserbueffeln vorbei gehen. Weitere unzaehlige Aktivitaeten bietet die Gegend; Wandern, Velofahren, Klettern, Kajak, Flossfahrt, Kochkurse, Marktbesuche...

 

Die liebste Beschaeftigung der Kinder ist aber das Frosch-Jagen. Unzaehlige Froesche huepfen auf dem Gelaende unseres Guesthouses umher, werden von Joel und Jerome gefangen, in Eimern aufbewahrt und beobachtet, und dann ganz sanft wieder in den Teich entlassen, wenn sie nicht schon vorher entwischt sind.

 

Wir erklimmen als erstes den Moon Hill, einen Kalksteinhuegel, der von einem halbmondfoermigen Loch durchbohrt ist. Nach einem schoenen Spaziergang mit 800 Treppenstufen (die Chinesen bauen ueberallhin Treppen) durch Bambuswald erreichen wir das Loch und muessen erstmals verschnaufen. Wandern bei 30 Grad ist wirklich heiss. Lustig wird es, als wir anschliessend die Moon Water Cave besuchen. Zuerst bringt uns ein Boot ein paar hundert Meter auf einem Fluesschen in das Innere der Hoehle, dann gehts zu Fuss weiter. In Badehosen und Badeschlarpen, mit einem gelben Bauarbeiterhelm auf dem Kopf, winden wir uns durch die Hoehle und erkennen manche Figuren und Tiere in den Stalaktiten und Stalagmiten.

 

Je kleiner man ist, umso aufrechter kann man gehen, fuer einmal ein riesiger Vorteil fuer Jerome - er muss sich nur wenige male buecken.

 

Vor einem schlammigen Pool laedt uns dann Lucy, unser Hoehlenguide, zu einem Bad ein. Die Kids jauchzen vor Glueck und stuerzen sich mit Wonne in die braune Suppe. Auch die Schlammrutsche wird ausprobiert und die Rutschtechnik bis zur Perfektion geuebt. Ich schaue lieber aus sicherem Abstand zu ;-) und freue mich mit den Kindern. Danach kommt der noch schoenere Teil, und zwar das Baden in den Hot Pools. Natuerliche Becken, je weiter oben je heisser, laden zum Bade. Und dies in dieser wunderbaren kuehlen Hoehle!

 

Ein paar Mal mieten wir Tandems und fahren mit ihnen durch Reisfelder und den Fluessen entlang. Wenn der Fluss ueberquert werden soll und keine Bruecke vorhanden ist, ist meistens Jemand da, der fuer ein kleines Entgelt Touristen, mitsamt ihren Fahrraedern auf seinem Bambusfloss uebersetzt. Tandemfahren ist sehr schoen, weil man immer im gleichen Rythmus pedalt!

 

Der Hoehepunkt ist aber der Tag, an dem wir uns zwei Vespas mieten. Den ganzen Tag kurven wir in der Gegend umher, Huegel rauf, wieder runter, zwischen den Huegeln durch usw.

 

Wir besuchen auch eine Tee-Plantage, wo wir den ganzen Prozess vom Pfluecken des Blattes am Teestrauch bis zum fertigen Tee sehen koennen.

 

Fix und fertig aber gluecklich, geben wir die Toefflis am Abend mit mehr als hundert Kilometern mehr auf dem Tacho ab, und Joel und Jerome sind sehr stolz, dass sie sogar mehrmals selber steuern durften.

 

Fuer uns ist dieser Teil der Reise interessant, weil wir mehr ueber das Leben der Chinesen lernen. Immerhin ist heute noch der grössere Teil der Bevölkerung auf dem Land daheim. Das Leben ist einfach und hart und gepraegt von Handarbeit. Viele haben keinen Wasseranschluss im Haus, sondern einen Pumpbrunnen im Hof, oder vielleicht sogar erst beim Nachbarn. Es wird ALLES von Hand gefertigt, sei es der Bau der Haeuser mit diesen Lehm-Ziegelsteinen, das Bestellen der Felder, wo hoechstens noch die Wasserbueffel helfen, und sowieso das Zubereiten der Mahlzeiten.

 

Wenn der Garten gewaessert werden will, geht man zur naechsten Wasserquelle, fuellt zwei grosse Eimer und traegt sie mit dem Joch zum Garten oder Feld. Auch das Stroh wird gebuckelt, der Zement und was es noch alles gibt. Oft habe ich alte Frauen und Maenner gesehen, ganz duenn und zart und ich hatte das Gefuehl, dass diese ewige Bucklerei sie noch ein bisschen mehr in den Boden gedrueckt hat und sie mit dem Alter noch kleiner geworden sind. Ihre Haut ist braungebrannt und runzelig, aber das Gesicht strahlt.

 

Einmal hat uns ein solches altes, kleines Maennchen, der mit seinem Wasserbueffel unterwegs war, eine schoene Stelle zum Baden im Fluss gezeigt. Er hat seine Kleidung ausgezogen und ist mit uns ins Wasser gestiegen.

 

Wir haben zusammen den Fluss ueberquert und er hat uns auf der anderen Seite, im seichten Wasser, in den Algen, Fische gezeigt. Dann hat er angefangen an einer Stelle Algen auszureissen, und wir haben einfach mitgemacht, haben ihm geholfen, bis es vom Ufer bis in die Flussmitten einen breiten Weg gab. Die Stelle am Ufer, war 'grigled-gragled" voll mit rosaroten Eiern. Dank unserem Zugang werden sich die Fische, wenn sie dann schluepfen, nicht in den Algen verlieren, sondern gelangen ungehindert ins tiefe Wasser.

 

Der Nachmittag mit diesem Maennchen war sehr schoen und wird uns ewig in Erinnerung bleiben - und dies, obwohl wir keines seiner Worte verstanden, wir hatten uns nur durch Zeichensprache verstaendigt!

 

Der Hoehepunkt ist aber der Tag, an dem wir uns zwei Vespas mieten und den ganzen Tag in der Gegend rumkurven. Rauf und runter, auf die Huegel, drumherum und ueber Bruecken und Fluesse.

Per Zufall fahren wir an einer Teeplantage vorbei und besuchen sie natuerlich. Wir sehen alle Prozesse, vom frisch gepflueckten Teeblatt bis zum Tee.

 

Die letzten zwei "Landtage" moechten wir in den Longji Reisterrassen verbringen (Dragon's Backbone Rice Terraces). Es gibt immer mehrere Moeglichkeiten irgendwo hin zu gelangen. Fuer den Trip nach Dazai haben wir "the hard way" gewaehlt: Anstatt mit einer Tour mitzugehen, die uns bequem und ohne umzusteigen dahin bringt, gehen wir mit dem oeffentlichen Verkehr, muessen 2x umsteigen, kommen dann aber auch am Ziel an und sind sogar noch stolz darauf, dass wir es einmal mehr geschafft. Ausserdem haben wir neue Freunde, einen aeusserst freundlichen Chinesen und seine Frau. Er spricht gebrochen Englisch, aber das ist mehr als die meisten in Dazai. Er hilft uns ungemein, nimmt uns mit in ein Guesthouse, bestellt essen fuer uns, weil die Karte fuer einmal ohne "Bildli" ist und nur auf Chinesisch. Und er hilft uns sogar den im Buesschen vergessenen iPod Joels wieder aufzutreiben - was fuer ein Glueck dass alle so ehrlich sind!

 

Es regnet in Stroehmen, aber schon als wir die letzte halbe Stunde zu Fuss unter die Fuesse nehmen, hoert es auf.

Das Guesthouse ist sehr einfach, die Waende sind aus ganz duennen Brettern und in der Nacht zirpen Grillen und es hoert sich an, wie wenn sie sich im Zimmer drin befinden wuerden. Der nette Chinese bestellt uns Chicken und 10 Minuten spaeter kommt der Chef, mit einem toten Huhn in einer Schuessel, rupft es in der Kueche, zerhackt es und bereitet es fuer Thierry, Joel und Jerome vor. So frisch haben sie noch nie ein Poulet gegessen! Auf den Teller gelangt alles, was so ein Huhn hat: Der Kopf, die Krallenfuesse, einfach alles.

Amuesiert und froh, Vegi zu sein, sehe ich ihnen beim Schlemmen zu.

 

Am naechsten Tag gehts zurueck nach Guilin und von dort das letzte mal mit einem chinesischen Nachtzug nach Hongkong!

 

 

 

 

 

 

 


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So

28

Aug

2011

Shanghai, die verrueckte Stadt

zu den Shanghai Fotos

 

In Shanghai liegt etwas in der Luft. Die Stadt ist mir auf Anhieb sympathisch. Die Luft ist nicht mehr trocken, sondern warm und feucht: mein liebstes Klima. Es ist laut, so laut als ob die Hupen, die Haendler, die ihre Waren ausrufen, die knatternden Toeffs und surrenden Toefflis die Motorengeraeusche des Verkehrs uebertoenen wollten. Die Stadt lebt ihren eigenen Rythmus.

 

Thierry hat eine coole Unterkunft in Form einer Jugendherberge gefunden, in der wir uns sofort wohl fuehlen. Joel weiss schon heute, dass er in 10 Jahren, wenn er 20 ist, hierher zurueck kommt, und wie die anderen Jugendlichen im Cafe sitzen wird, mit dem Laptop auf den Knien (hat auch er ein Bambus gepflanzt im Herzen?). Dave, Liliputaner und stellvertretender Geschaeftsfuehrer und die anderen Staff-Mitglieder, insbesondere das Maedchen vom Restaurant, schliessen die Kinder sofort ins Herz.

 

Ein Besuch am "Bund" mit Sicht auf "Pudong" laesst uns unsere Muender auf- und lange nicht mehr zuklappen. Vor 20 Jahren war Pudong, jenseits des Huangpu Rivers, noch ein Fischerdorf.  Heute bietet es die schoenste Skyline, die ich je gesehen habe. Die Wolkenkratzer strecken sich in den Himmel, einer hoeher als der andere, wie wenn sie ums Licht kaempfen muessten.

Der "Flaschenoeffner", Shanghai World Financial Center, von 2004 bis 2009 das höchste Gebäude weltweit ist Shanghais hoechstes Gebaeude und zugleich das 9. hoechste Bauwerk in der ganzen Welt. In der Zwischenzeit hat der Irrsinn weitergewuetet und dazu gefuehrt, dass das hoechste in Dubai fast doppelt so hoch ist. Im Nachbarsgebeaude, im Jinmao Tower, befindet sich vom 51. bis 87. Stockwerk das Park Hyatt Hotel. Wir fahren in die Lobby im 54. Stock und bewundern die Aussicht. Dann nehmen wir einen anderen Lift und fahren in die Bar im 88. Stock. Von hier oben sehen die meisten Wolkenkratzer klein aus und ein normales Haus sieht aus wie eine Zuendholzschachtel.

 

Shanghai ist sehr international. Nach den beiden Opiumkriegen, die die Chinesen verloren, mussten sie den Franzosen einen Zugang zum Hafen gewaehren. Deshalb gibt es bis heute einen Stadtteil, der French Concession heisst und in dem es absolut franzoesisch zu und her geht. Als Abwechslung zu Staebchen, Reis und Noodle Soups goennen wir uns ein Mittagessen im "Petite Fleur", kaufen richtiges Brot in der Boulangerie und als Kroenung des Tages ein paar pain au chocolat. Thierry blueht auf in der Anfu Road, die auch die Strasse der Weinhaendler genannt wird. Er entscheidet sich fuer einen australischen Pinot Noir (den "Little Yering", Michael, Rolf, Janine und alle Weininteressierten), den wir auf der bevorstehenden Zugfahrt genuesslich trinken werden.

 

Ein weiteres Highlight ist fuer Thierrz der Besuch des Coiffeurs Terry. Er kennt ihn von frueher, vom Bohemia. Das Schweizer Fernsehen hat eine Doku gedreht ueber ihn, als er vor 4 Jahren mit seiner Familie ausgewandert ist nach Shanghai, weil es da keine "gescheiten" Coiffeurs gab.

Als ehemaliger Valentino-Coiffeur geniesst er in Shanghai den Ruf des besten Coiffeurs der Stadt. Gut betuchte flogen frueher einmal pro Monat nach Hongkong, um sich die Haare schneiden zu lassen - nun gehen sie zu Terry.

So hat auch Thierry nun eine neue Terry-Frisur, die seine Kopfform noch schoener betont. Und es ist das erste Mal, seit ich Thierry kenne, dass er eine neue Frisur hat!

 

Endlich regnet es einmal - es ist der 2. Regentag in fuenf Wochen, deshalb geniessen wir die herrliche Awechslung. Wir unternehmen trotzdem etwas und fahren in die Wasserstadt Zhouzhuang, da erleben wir viel Wasser, von oben und von unten. Ein huebsches Doerfchen, das mit den vielen Kanaelen und Wasserwegen an Venedig erinnert.

 

Die Zeit in Shanghai vergeht wie im Fluge. Nach Beijing und Shanghai freuen wir uns auf die bevorstehende Woche, die wir auf dem Land verbringen werden. Von Yangshuo trennt uns nur noch eine 25 stuendige Fahrt im Hard Sleeper Abteil des Zuges. Im Vergleich zu den kasachischen bzw. russischen Zuegen gibt es hier keine Coupes, keine Tueren - nur Trennwaende. Auf der Gangseite sind die Abteile offen. Zum Znacht schlemmern wir richtiges Brot, Kaese, Schinken und Salami, die wir im Carrefour eingekauft haben, und natuerlich den Pinot Noir. Das in der Zwischenzeit schon sehr vertraute "tata-tata-tadam" wiegt uns in den Schlaf, bis irgendwann um Mitternacht eine Familie mit 2 kleineren Jungs einsteigt und der Nachtruhe fuer kurze Zeit ein Ende bereitet. Sie teilen sich zu viert die beiden obersten Betten ueber uns. Zuerst essen sie noch ein Huehnchen, bis auch sie muede sind und sich schlafen legen.Chinesen haben wirklich eine andere Laermempfindung ;-)

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Fr

26

Aug

2011

Die Seafood-Platte

Gestern assen wir in einem etwas chiceren Restaurant. Am Vortag hatte ich eine kleine Magenverstimmung, welche ich bekaempfte, indem ich mit Kanonen auf Spatzen schoss. Ich wendete die vier staerksten Mittel an, die ich kenne: Coca Cola, Kamillentee, Schaerfe und Knoblauch (die letzten beiden in Form von Spaghetti Aglio, Olio e Peperoncino). Unter dem Motto “aufraeumen”=Coca Cola, "beruhigen"=Kamillentee, "reinigen"=Peperoncino und "desinfizieren"=Knobli. Sehr erfolgreich, eine halbe Stunde spaeter gings mir wieder wohl.

 

Aber eben, ich wollte nicht auf der Strasse essen, darum das chice Restaurant.

Wir bestellten verschiedene Gerichte, in der Mitte stand eine Seafood-Platte. Die Kinder stuerzten sich auf die Crevetten, ich auf die Muscheln und Thierry fragte ich, ob er das Undefinierbare in der Mitte probieren moechte. Ich brauche Thierry sehr, er muss immer Vorkosten, damit ich sicher gehe, dass ich kein Fleisch esse. Er probierte also das Undefinierbare und sagte, es sei Fisch. Ich griff zu und es kam mir auf Anhieb etwas komisch vor. Ich schob es zurueck zu Thierry, dachte es sei Chicken, er probierte nochmals und versicherte mir, dass es kein Chicken sei.

Er hielt ein Knoechlein in der Hand, dass demjenigen von einem Huhn extrem aehnlich sah, aber es war noch ein bisschen feiner und der Knorpel war hellweiss, fast durchsichtig.

Ich versuchte also nochmals ein Stueck, versuchte dass Essbare vom Knochen zu trennen und es kam mir sehr komisch vor. Erst spaeter realisierte ich, was nicht stimmte am Ganzen. Es waren KNOCHEN keine GRAETE!

Ich versuchte also das Fleisch vom Knochen zu lutschen und irgendwann hielt ich ein Teil in den Haenden, dass einem Rueckgrat aehnlich sah.

Fertig, mir war der Appetit vergangen!

 

Neugierig, wie Kinder immer sind, waren Joel und Jerome auf einem Streifzug durch ein Restaurant ein paar Tage zuvor vor der Kuechentuer stehengeblieben und schauten einem Koch zu, wie er (toten) Froeschen den Kopf abhackte. Nun wies Joel mich darauf hin, dass das Undefinierbare, dass da im Sud zwischen Crevetten und Muscheln schwamm, diesen Froeschen verdaechtig aehnlich sah. Mir grauste schon beim Gedanken.

 

Wir fragten eine Serviertochter, welche allerdings kein Englisch sprach, sie holte den Restaurant-Manager, der uns dann bestaetigte, was ich befuerchtet hatte: auf unserer Seafoodplatte schwamm ein FROSCH!

 

Im naechsten WC wusch ich mir gruendlich die Haende und das Gesicht, aber den Geschmack im Mund brachte ich nicht richtig los. Nicht einmal mit meinem Lieblingsglace, einem Schoggi-Cornet. So sass ich einmal mehr vor Kamillentee um mein Maegli zu beschwichtigen...

 

 

 

 

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Mi

24

Aug

2011

Newsletter No. 1 Kasachstan

Gestern ist tatsaechlich unser erster Newsletter erschienen. Ueber jedes Land schreibt Thierry einen kurzen Reisebericht,wie wir Land und Leute und natuerlich das Essen (!) erlebt haben.

 

Wer es verpasst hat, sich fuer diesen Newsletter anzumelden, kann sich auf dieser Seite, in der rechten Spalte, anmelden. Den verpassten Newsletter koennen wir auf Wunsch nachsenden.

 

Viel Spass bei der Lektuere!

 

 

 

 

 

 

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Di

23

Aug

2011

Beijing, die noerdliche Hauptstadt

zu den Beijing Fotos

 

Abends kommen wir in Beijing an: 20 Jahre ist es her, dass ich hier war. Der erste grosse Unterschied, den ich feststelle, betrifft den Verkehr. Wo frueher mehrere Spuren von den Velofahrern beansprucht wurden und es nur wenige Autos gab, ist es heute umgekehrt. Zwangslaeufig fuehrt dies zu Stau.

Im Internet haben wir ein Apartment gebucht, das wir auf Anhieb finden. Wir fahren in den 18. Stock und bewundern die herrliche Aussicht auf Beijings Wolkenkratzer.

 

Unsere Entdeckungsreise beginnt im Zentrum, beim Tiananmen Platz, Platz des Himmlischen Friedens. Er befindet sich vor Verbotenen Stadt, welche wir spaeter besichtigen werden. Unmittelbar daneben ist das groesste und modernste Kulturhaus Pekings, das Oper, Theater und Konzerte vereinigt. Das Gebaeude ist eine Halbkugel aus Stahl und Glas, die uns magisch anzieht. Wir gehen hinein und ich informiere mich am Ticket Schalter was am Abend laeuft. Irgendein Theater und "The Drummers". Auf Bildschirmen wird eine Vorschau gezeigt von einer grossen gruppe Trommlern. Ganz scheu frage ich meine Familie ob sie Lust haetten, eine Vorstellung zu besuchen am Abend. Zu meiner grossen Ueberraschung finden das alle eine gute Idee, besonders Joel und Jerome sind angetan von den Trommeln. Super, das wird ein Highlight!!! (Das haette ich mir nicht mal im Traum erhofft, dass ich die Pekinger Oper von Innen sehen werde und dann erst noch fuer eine Performance!).

In einem ziemlich typisch chinesischen Food-Court lunchen wir. Es dauert zwar etwas, bis wir das System verstehen, mit Value Karten, die man aufladen muss und an den Staenden dann als Bezahlung geben kann, aber schliesslich knacken wir das System, und dies ohne ein einziges Wort chinesisch, und ohne dass jemand englisch spricht in diesem Laden.

Den Nachmittag verbringen wir an der Bahnhofstrasse Pekings. Als wir realisieren, dass keine Zeit mehr bleibt, um zum Apartment zurueckzugehen vor dem Opernbesuch, beschliessen wir, uns teilweise neu einzukleiden, um nicht im Traveller Look in der Oper zu erscheinen. Thierry und Jerome kaufen neue Hosen und ein neues Hemd, Joel ein paar Shirts und ich neue Ballerinas, welche Joel fuer mich aussucht.

Die Zeit wird extrem knapp, so dass wir durch die Fussgaengerzone, durch tausende schlendernde Chinesen rennen muessen, um nicht zu spaet zur Vorstellung zu kommen. Am Ende springen wir sogar noch in ein Taxi, dass uns (zu einem leicht ueberhoehten Preis) vor den Eingang dieses wunderbaren Gebaeudes faehrt. Leider ist es der falsche Eingang und das Bauwerk riesig, weshalb wir nochmals 5 Min. um das Gebaeude herum rennen muessen. Endlich vor dem richtigen Eingang muessen wir noch den richtigen Saal finden: Rolltreppe runter, rechts, unter einem See durch, der sich um die Halbkugel herum befindet), Rolltreppe rauf, links, rechts, links usw.

Als wir endlich im richtigen Saal ankommen hat die Vorstellung natuerlich bereits begonnen - aber wir haben Glueck und werden trotzdem noch eingelassen. Das Ganze sieht aus wie ein Theater, dass da gespielt wird. Auf chinesisch natuerlich und ohne Untertitel. Zum Glueck sind die Schauspieler sehr ausdrucksstark und so verstehen wir die Handlung ungefaehr auch ohnte Worte.

 

Geduldig warten wir ueber eine Stunde auf die Trommeln, welche nicht erscheinen. Irgendwie muss da ein Missverstaendnis vorliegen... Interessant ist, dass dieses Theater auch in Zuerich gespielt werden koennte, wenn die Sprache nicht waere. So erhalten wir ungewollt eine eindrueckliche Lektion, dass die Menschen hier ganz aehnlich ticken wie bei uns, dass es die gleichen starken Gefuehle sind, die die Menschen rund um den Erdball beschaeftigen: Liebe, Eifersucht, Vergebung, usw.

 

Es ist erstaunlich, wie geduldig Joel und Jerome diesem Schauspiel zusehen. Nach einer Stunde hoffnungslosen Wartens auf die Trommeln verlassen wir das Schauspiel fruehzeitig. Beim spaeten Dinner in der Opernhaus-Halle lachen wir darueber, dass ich hoechst wahrscheinlich "Drummer" anstatt "Drama" verstanden hatte beim Billetkauf. So bleibt uns viel Zeit das von franzoesischen Architekten gebaute Kulturhaus zu bewundern.

 

Am naechsten Tag planen wir wieder ein bisschen voraus, was allerings ziemlich viel Zeit in Anspruch nimmt, so dass wir erst um 16.45 in der Verbotenen Stadt ankommen. Da diese um 16.30 schliesst koennen wir die ehemalige Kaiserstadt nur noch von Aussen bewundern.

 

Also gehen wir in die engen Gassen, die "Hutongs" in denen Handwerker leben wie vor 50 oder sogar noch mehr Jahren. In den Gassen werden Fahrraeder repariert, Essen gekocht und serviert, Kinder rennen rum. Im Vergleich zu meinem letzten Besuch ist es auch hier, wie ueberall in China, viel viel sauberer. Leider verschwinden immer mehr dieser traditionellen Gassen und Quartiere, weichen dem "New-Beijing", dass sich seit 2001, seit man den Zuschlag fuer die Olympiade 2008 erhielt, ausbreitet.

 

Den dritten und letzten Tag in Peking verbringen wir auf der Grossen Mauer. Wir sind zuvor ins erstbeste 5*-Hotel reingesteuert und haben dort eine Tour gebucht. Als wir im Hotel fruehmorgens ankommen, stellen wir fest, dass wir die einzigen Gaeste auf der Tour sind und ganz exklusiv eine Reiseleiterin und einen Fahrer zur Verfuegung haben.

Nach einer kurzen Fahrt sind wir, zusammen mit tausenden anderen Touristen, fast alles Chinesen, in Badaling. Wir entscheiden uns fuer einen Mauerabschnitt abseits der Menschenmenge und nehmen die sehr unterschiedlich hohen Treppenstufen (von normal bis kniehoch!) unter die Fuesse.

Sehr imposant, dieses 6000 km lange Bauwerk; und ob man es vom Mond aus sieht oder nicht, verliert auf einmal an Bedeutung.

 

Mao Tsetung hat gesagt, dass man erst ein richtiger Mann sei, wenn man auf der Grossen Mauer war - so begleiten mich fortan 3 "richtige Maenner" auf unserer Weltreise.

 

Orange, unsere Reiseleiterin, erzaehlt viel ueber das Leben in China, mit all seinen Eigenheiten; Feng Shui, die Numerologie, Idiomen und ueber die Sprache.

Da die chinesische Grammatik sehr einfach sei, koenne man sehr schnell chinesisch sprechen lernen. Anders die Schrift: es gibt 9600 Schriftzeichen. Um einen Film mit Untertiteln zu verstehen, muss man aber "nur" etwa die 3000 gaengisten kennen.

Eine Redewendung sagt, "ich habe ein Bambus in meinem Herzen gepflanzt". Sie bedeutet, dass man sich etwas fest vorgenommen hat. Ab all der Romantik pflanze ich mir auch einen Bambus ins Herzen und nehme mir fest vor, nach China zurueckzukommen, um mehr ueber die Kultur, die Geschichte, die Idiomen zu erfahren.

 

Was mich auch sehr beeindruckt hat, ist die Art, wie Chinesen mit Kindern und Familien umgehen. Im Bus steht immer sofort jemand auf, wenn jemand mit Kindern zusteigt und bietet seinen Platz an.

Alle bewundern unsere Kinder, die hellen Augen und Haare, die meisten streicheln ihnen ueber die Haare, besonders Jerome, weil sie ihn einfach so suess finden. Er und auch Joel finden das allerdings nur halb so suess und beide sind sehr erfinderisch und kreativ, solche Annaeherungen abzuwehren. Aber sie meinen es wirklich von Herzen, laecheln die Kinder an, rufen "Hallo" und sind erfreut. Sicher sind viele auch ein bisschen eifersuechtig, dass wir 2 Kinder haben, und dann erst noch Jungs.

Seit die "Ein-Kind-Politik" eingefuehrt wurde, wurden Maedchen oft abgetrieben, weil die Jungs die Altersvorsorge garantieren - was logischerweise zu einem Geschlechter-Ungleichgewicht fuehren musste. Heute gibt es sehr viel mehr junge Maenner als Frauen.

Uns wird einmal mehr bewusst, wie gluecklich wir uns schaetzen duerfen, dass wir 2 Kinder haben.

 

Nach einer erlebnisreichen Zeit in Beijing ist der Tag gekommen, an dem wir einen neuen Familien-Rekord aufstellen: im schnellsten Zug der Welt donnern wir mit bis 310 km/h von Peking nach Shanghai - und dies in nur knapp 5 Stunden. Um genau zu sein, nach genau 4 Stunden 55 Min. kommen wir in Shanghai, auf die Minute puenktlich, an.

 

 

 

 

 

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Mo

22

Aug

2011

Urumqi & Tian Shi "The Heavenly Lake"

Tian Shi - The Heavenly Lake
Tian Shi - The Heavenly Lake

Zu den Bildern von Urumqi und Tian Shi

 

Die Zugfahrt von Kasachstan nach China dauert nicht wie erwartet 20 Stunden. Nach der ersten Nacht im Zug, am Mittag als ich den Schaffner frage, wann wir genau ankommen (gemaess der Billet-Verkaeuferin um 20 Uhr) erfahren wir, dass wir nochmals eine Nacht im Zug verbringen werden. Was fuer eine Ueberraschung!

Die Kids nehmen es gelassen, auch Herr Papa. Zum Glueck haben wir genug Esswaren dabei.

 

Um 16 Uhr kommen wir an der Grenze an. Wir steigen aus, der Zug faehrt davon um die Raeder zu wechesln. Als Schutz vor einer eventuellen Invasion haben die Chinesen vor geraumer Zeit eine andere Spurbreite fuer ihre Eisenbahn gewaehlt. Nach eineinhalb Stunden und etlichen Jass-Runden ist der Zug wieder da und wir fahren zum kasachischen Zoll, wo die Zoellner das Gepaeck kontrollieren und die Paesse zum Stempeln mitnehmen. Um 20 Uhr geben sie uns die Paesse zurueck und wir fahren wieder ein paar hundert Meter zum chinesischen Zoll. Wieder die gleiche Prozedur. Um Mitternacht verlassen wir (endlich!) den Grenzbereich und schlafen bis zum naechsten Morgen, an dem wir frueh in Urumqi, in der Provinz Xinjang, ankommen.

 

In Urumqi sind die Mehrheit der Einwohner Uiguren - eine muslimische Volksgruppe, die von den Turkvoelkern abstammt, und uns eigentlich fast ein bisschen aehnlicher sind als die Han-Chinesen.

Es ist spannend, das Tutti-Frutti an Menschen in Urumqi zu beobachten: Uiguren (die Frauen tragen Kopftuecher, die Maenner die typischen gesticken Muetzchen) mischen sich mit Chinesen, Kasachen, Kirgisen, Usbeken und Russen.

Die Geschaefte und Strassen sind oft auf Arabisch und Chinesisch angeschrieben, manchmal auch Chinesisch und Russisch. Der Taxifahrer klappert mit uns geduldig einige Hotels ab, bis wir eines finden, in dem Englisch gesprochen wird, das sauber ist und wo der Preis stimmt. Mit ihm kommunizieren wir mit Haenden und Fuessen - es gibt nur wenige Menschen, die hier Englisch sprechen. Am Abend geniessen wir Dinner im Eden Cafe, welches uns Abdullah, der englischsprechende Hotelmanager empfohlen hat, in "Istanbul-Atmosphaere" und essen Schaschlik, welche hier allerdings Kebab heissen, Lagman usw.

 

Am naechsten Tag wollen wir der Hitze entfliehen; auch hier ist es etwa 35 Grad. Wir fahren in die Berge, nach Tian Shi, zum "Heavenly Lake".

 

Der Tourbus bringt uns zu einem Zentrum, in dem wir Tickets kaufen und mit hunderten anderen Touristen (Chinesen natuerlich) auf parkeigene Busse umsteigen. Diese fahren im 30 Sekunden-Takt und wir erhalten eine Vorahnung, dass wir beim himmlischen See nicht die Einzigen sein werden. Die Busse bringen uns auf 2000 m.ue.M. - und was uns hier erwartet ist der reinste Zirkus. Tausende Menschen, die sich zwischen Bussen und dem See rumtreiben, rundherum Voll-Kommerz.

Schnell entfliehen wir dieser Menschenmenge und machen uns auf zum Jurten-Dorf, wo wir eine Nacht bleiben werden. Dort empfaengt uns Rashid, der Kasache, bzw. sein Sohn mit dem typischen leicht gesalzenen Tee und schon bald wird auch das Mittagessen serviert: Schaf-Shashlik, scharf gewuerzt, Reis und Gemuese.

Es ist sehr einfach, wie die Menschen hier hausen. Als WC dient das Waeldchen hinter dem Jurten-Dorf, fliessend Wasser gibt es keines (Strom allerdings schon, und TV's und Parabolspiegel auch).

Wir kuscheln uns in der Jurte gut ein, verbringen einen lustigen Abend und eine angenehm kuehle Nacht.

 

Zurueck in Urumqi haben wir keine Lust, wieder 2 Tage im Zug zu verbringen. Und weil es im Moment in Norden Chinas extrem heiss ist, fliegen wir direkt nach Peking.

 

 

 

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Sa

13

Aug

2011

Das Tien Shan Gebirge im Sueden Kasachstans oder "Die Heimat des Schneeleoparden"

Aksu Canyon
Aksu Canyon

In einer gemuetlichen 12 stuendigen Zugfahrt ueber Nacht in einem "Kupje", d.h. in einem 4er Abteil, gelangen wir nach Tjulkabas, wo wir von einem aelteren Mann mit Schild abgeholt werden.

Es ist 4 Uhr morgens und noch dunkel. Als wir im Guesthouse ankommen erwartet uns seine sympathische Tochter, die uns die Zimmer zeigt. Wir legen uns schlafen nachdem wir vereinbart haben, dass wir um 10 fruehstuecken werden. Die Zimmer sind sehr sauber und es hat alles was es braucht. Rund um das Anwesen hat es einen Garten, in dem Apfelbaeume wachsen und der viel Platz zum Spielen laesst. Am naechsten Morgen lernen wir dann die anderen der Familie kennen. Die Grossmutter Natasha (die Frau des Herrn, der uns abgeholt hat), die Tochter Elmira und ihr hollaendischer Mann Lammert, die Toechter Nathalie 6 und Isabelle 4. Natascha serviert uns ein herrliches Fruehstueck und im Verlaufe der Zeit wird sich noch herausstellen, dass wir per Zufall bei der besten Koechin ganz Kasachstans gelandet sind!

 

Wir ruhen uns aus, geniessen die herrliche Stille und gegen Abend spielen Jerome, Joel und Thierry auf der Strasse Fussball. Das ist deshalb moeglich, weil nur alle Schaltjahre mal ein Fahrzeug vorbeikommt. Unseres ist das letzte Haus des Dorfes an der Strasse, die zum Natur Reservat fuehrt. Innert kuerzester Zeit kommen 13 Jungs allen Alters zusammen, aus allen Schlupfloechern kommen sie, um mitzumachen. Und alle sprechen von den gleichen Vorbildern: Messi, Ronaldinho und wie sie alle heissen. Das ist deshalb lustig weil wir dank dieses denkwuerdigen Fussballspiels schon bald ueberall gegruesst werden, wenn wir durchs Dorf gehen. Thierry hat ja versucht den Jungs schweizerdeutsch beizubringen, aber irgendwie hatten sie es nicht so richtig gecheckt.

 

Nach 2 Tagen Ruhe und Landluft gehen wir dann in ein anderes Guesthouse in den Bergen, dass aber auch von dieser Familie gefuehrt wird, und zwar von Ruslan, dem Bruder Elmiras, und seiner huebschen, liebenswuerdigen Frau (leider habe ich ihren Namen vergessen). In einem Moment, in dem wir zusammen im Garten sitzen, erzaehlt sie mir ihre ganze Lebensgeschichte. Sie ist 18 und schwanger, hat erst vor ein paar Monaten geheiratet. Ich bin zutiefst beruehrt, dass sie diese Liebesgeschichte mit mir teilt und werde sicher noch oft an sie denken, vor allem in 7 Monaten, erstens weil wir dann heimkommen und zweitens, weil sie dann das Kind bekommt. Sie liebt schoene Kleider und Musik, und hoert die gleiche Musik wie Joel. Stundenlang spielen sie sich auf Natel und iPod Lieder vor, die sie moegen.

 

Endlich steigen wir in die Wanderschuhe und ziehen los in das Natur Reservat. Am ersten Tag gehen wir zum Wasserfall Kishi Kaindi mit den klarsten Wasser. Aus den Baechen kann man ueberall das Wasser trinken, so sauber ist es. Es ist Schmelzwasser von den Bergen, eiskalt serviert.

Am naechsten Tag holt uns ein Jeep ab und wir fahren in die Berge hinein, wo wir den Jeep bei einem Ranger-Haus stehen lassen. Elmira begleitet uns an diesem Tag. Sie packt die Feldstecher aus und (WOW!!!), zeigt uns eine Baerenmutter mit ihren 2 Jungen, die wir stundenlang beobachten koennten. Danach gehen wir zu Fuss bis nach Ulken Kaindi, wo wir Petroglyphen sehen; Zeichnungen, die Menschen in der Bronzezeit auf Steinen eingeritzt haben.

Tiere, die sie vor rund 2500 Jahren gejagt haben, insbesondere Steinboecke. Ueber dieser eindruecklichen Funstelle kreist ein eindruecklicher Adler, auf englisch "Golden Eagle" genannt.

Das sind Erlebnisse, die unsere Herzen hoeher schlagen lassen. Mehrmals erschrecken wir uns, weil waherend dem Wandern auf einmal aus dem Gras eine Gruppe Perlhuehner kreischend aus dem Gras aufgescheucht davon fliegt. Klar, sie hatten Angst, aber uns haben sie mindestens genauso einen Schrecken eingejagt! Auch Geier sehen wir mehrere, wie sie ihre Runden kreisen.

Als wir zum Ranger Haus zurueckkommen schnappen wir uns als erstes die Feldstecher und sehen nochmals eine geschlagene Stunde dem Baeren zu, wie er durch die Gebirge streift, um seinen Magen zu fuellen mit wilden Aepfeln, Wacholderbeeren und allem moeglichen, um genug Fett anzusetzen fuer den Winterschlaf, der in ein paar Monaten beginnt.

Am Abend lassen wir Ruslan und sein Mountain-Guesthouse zurueck und fahren zurueck ins Dorf Zhabagly. Es ist wie heimkommen, wir freuen uns sehr, wieder in diesem schoenen Haus mit dem gruenen Garten, den Baeumen und den lieben Leuten zu sein.

 

Am naechsten Tag ist dann nochmals ein Highlight angesagt: die Fahrt zum Aksu Canyon.

Auf dem Weg dahin, mit dem Jeep, dem mehrmals mit kaltem Wasser der Motor bespritzt werden muss, damit er nicht ueberhitzt, treffen wir auch noch auf einen Lastwagen, der mitten auf der Strasse steht, weil seine Kardonwelle gebrochen ist. Zum Glueck koennen sie ihn aus dem Weg rollen, damit wir vorbeifahren koennen. Wir hatten uns schon auf stundenlanges Warten eingestellt und witzelten hin und her. Ueber den Felder kreisen unzaehlige Falken, was Thierry in extremes Erstaunen versetzt. Ich lerne meinen Schatz wieder einmal von einer ganz neuen Seite kennen: er weiss extrem viel ueber Voegel! (Habt ihr das gewusst...?)

 

Der Trip in den Canyon ist wunderbar, auch wenn wir 400 Hoehenmeter steil hinab und dann wieder hinauf wandern muessen. Sogar die Kinder sind extrem stark und mit viel Geschichten und Witzen erzaehlen, vergeht der anstrengende Aufstieg wie im Fluge.

 

Auf dem Rueckweg, auf einem Naturweg, den man nur mit 4WD befahren kann, schleicht ein Tier 100 Meter vor uns ueber die Strasse, und der Guide meint, das sei ein Wolf gewesen. So cool, ein Wolf, mitten auf der Strasse!

 

Den letzten Tag unserer Woche in den Bergen relaxen wir noch einmal, geniessen die Landluft, unterhalten uns mit den Dorfbewohnern, die extrem aufgeschlossen sind, und lernen so viel ueber ihre Kultur, ihre Geschichte und ihr Leben. Der Besuch um Visitors Center des Aksu-Zhabagly Natur Reservats rundet unser Wissen ab. Dort bewundern wir alle Tiere, die wir live leider nicht gesehen haben: den Schneeleoparden, die Steinboecke, die Murmeltiere, den Fuchs (den wir allerdings von zu Hause bestens kennen, weil er da immer ums Haus schleicht), und viele mehr. Diese Gegend ist der Heimatort des Apfels, habt ihr das gewusst? Und auch der Tulpe - wenn man im Fruehling (April, Mai) in das Reservat faehrt, sind die Wiesen uebersaeht mit wilden Tulpen!

 

Ein bisschen wehmuetig ist der Abschied von der Familie schon, es sind einfache, herzensliebe, aufrichtige Menschen, die man am liebsten gar nicht mehr loslassen moechte. Ich hoffe, dass wir uns eines Tages wieder treffen.

 

In einer sehr gemuetlichen Zugfahrt fahren wir zurueck nach Almaty, geniessen die Steppe und die Fahrt entlang dem Tien Shan Gebirge. In Almatz ist es in der Zwischenzeit mehr als 10 Grad kuehler, das Termometer verzeichnet eine Temperatur von angenehmen 25 Grad.

 

Heute besuchen wir in Almaty noch den Hausberg und um Mitternacht faehrt dann der Zug nach China, wo wir morgen Abend um 20 Uhr in Urumqi ankommen werden. Und wo ein neues Kapitel unserer Reise geschrieben wird. Wir freuen uns auf Reis und Staebchen, laechelnde Schlitzaugen und Plumpsklos ;-)

 

 

 

 

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Do

04

Aug

2011

Im Backofen... (=Almaty)

In der Fussgaengerzone "Arbat"
In der Fussgaengerzone "Arbat"

Zu den Kasachstan Fotos

 

Nun sind wir also in Almaty angekommen und bewegen uns nicht mehr gross. Sobald man den Arm hebt, schwitzt man wie verrueckt. Diese Hitze macht mich ganz anders. Auf wetter.com steht es sei hier min. 16 und max. 33 Grad, aber auf einer lokalen Website habe ich die Wahrheit entdeckt: Es ist min. 27 und max. 37. Und dies im Schatten! Die Hitze ist so trocken, das habe ich noch nie erlebt. Es ist, wie wenn man sich in einem Backofen befinden wuerde (Jean-Marc, ich weiss jetzt wie sich euer sonntaeglicher Zopf fuehlt!), nur dass man nicht 30 Min oder 60 Min. gebacken wird, sondern Tag und Nacht. Die "Abkuehlung" auf 27 Grad in der Nacht ist naemlich nicht gross spuerbar.

 

Zum Glueck haben wir uns hier ein edles Hotel geleistet, sogar mit Swimming Pool und natuerlich AC (Cristina, ICH habe auf AirCon bestanden, kannst du dir das vorstellen...?).

Aber trotzdem, genug ist genug. Wir haben Tickets geloest um in die Berge zu fahren, gleich morgen.

 

Leider war das nicht einfach und unkompliziert wie bei uns. Denn erstmals mussten wir dieses Eco Tourism Center finden. Dazu ist zu sagen, dass man seit der Unabhaengigkeit in Kasachstan alle Strassen, Staedte und Doerfer umbenennt, weg von den russischen Namen zu neuen (oder auch alten, die vor der UdSSR mal gueltig waren) kasachischen Namen. Das fuehrt dazu, dass wenn man jemand nach der Richtung fragt, die Leute antworten, frueher hiess diese Strasse xxy und heute heisst sie xxz. Beziehungsweise wissen aeltere Leute gar nicht wie alles heutzutage heisst, und dann ist man erst recht aufgeschmissen mit dem Stadtplan mit den neuen Namen.

 

Also, dieses Eco Tourism Center war eigentlich nur etwa 8 Blocks entfernt von unserem Hotel. Die Blocks hier sind aber nicht wie in der Schweiz, sondern einfach VIEL laenger. Fuer die 8 Blocks brauchten wir eine halbe Stunde, dies bei 37 Grad, nicht vergessen. Als wir dort ankamen, war dort: NICHTS! (Uebrigens nicht zum ersten Mal, schon das Hotel, dass im Lonely Planet beschrieben war, gab es nicht mehr).

 

Zum Glueck erblickten Thierrys Adleraugen, dass an einer Hauswand ein Schriftzug uebermalt worden war, also wussten wir zumindest, dass dieses Eco Tourism Center FRUEHER einmal hier war. Die neuen Mieter konnten uns dann mit der Adresse aushelfen, aber wir mussten nochmals 8 Blocks oestlich und 5 Blocks noerdlich gehen. Total geschafft kamen wir dann dort an.

Der nette Angestellte machte dann aber mit seiner Hilfsbereitschaft alles wieder wett. Er buchte uns ein Guesthouse (dass unter Eco Tourism laeuft) und organisierte uns einen Abholservice vom Bahnhof und reservierte fuer uns sogar die Zugtickets. Die mussten wir aber leider an einem anderen Ort abholen, also wieder 8 Blocks, diesmal in den Sueden. Als wir dort ankamen brauchten die unsere Paesse, welche sicher im Hotel im Safe lagen. Ausserdem war der Tag schon fast vorueber und dieses Reisebuero schloss in 45 Minuten.

 

Thierry, der schon lange den Sport vermisst hat, erklaerte sich bereit, die Paesse im Hotel zu holen und joggte eine halbe Stunde ohne Stadtplan aber mit einem guten Orientierungssinn zum Hotel und wieder zurueck - und dies bei 37 Grad!!!! Sorry dass ich es nochmals betone, aber es scheint mir wichtig, um dem Leser das Gefuehl zu vermitteln, wie Thierry sich gefuehlt haben muss. Aber er nahm es total locker, er ist einfach ein HERO!

 

Nun haben wir also alles und morgen gehts in die Berge - JUHUI

 

 

 

 

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Do

28

Jul

2011

Jetzt geht's los! Kiew heisst die erste Station

Air Baltic, my favourite
Air Baltic, my favourite

Endlich geht's los, mit meiner Lieblings-Airline, der Air Baltic.

Checkin geht schnell und einfach online, im Terminal 3 muessen wir nur noch unser Gepaeck abgeben. Ein paar unserer Lieben moechten ganz sicher sein, dass wir die Schweiz verlassen und lassen es sich nicht nehmen, uns zum Flughafen zu begleiten. Dabei fliesst doch noch die eine oder andere Traene, als Ausdruck, wie viel uns unsere Familie bedeutet. Aber wir kommen ja zurueck!!!

 

Zuerst fliegen wir nach Riga, Lettland und staunen ueber die Schoenheit dieser Gegend. Hierhin muessen wir unbedingt einmal zurueck kommen - und ihr solltet das auch machen! Eine kleine, suesse Stadt, mit viel Natur und Seen und dem Meer und netten Leuten. Leider fliegen wir kurz spaeter weiter - aber der Entschluss ist gefasst: in den naechsten Ferien wird der Norden erkundet!

 

 

 

 

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Do

28

Jul

2011

Die Vorreise nach Indien

Taj Mahal
Taj Mahal

Vor 10 Tagen flog ich mit Cristina fuer 1 Woche nach Indien. Nach meinem ersten Flug in Business-Class landeten wir in Delhi und ich hatte meinen ersten Schock. Obwohl Delhi die Hauptstadt ist, gibt es kein "Business-Center", sondern die ganze Stadt ist einfach eine einzige dreckige Strasse, auf der die Leute schlafen, mit uebelriechenden Abfallbergen und Kloaken in den Strassengraeben, Tag und Nacht ist gleich, was die Huperei betrifft, die Menschen, die sich zu tausenden wie Ameisen bewegen. Echt krass!

 

Von Delhi aus fuhren wir auf einer sehr abenteuerlichen Fahrt nach Agra zum Taj Mahal.

Auf der Fahrt fuhren wir ueber eine Art Autobahn, auf welcher sich aber nicht nur Autos und Lastwagen, sondern auch Velos, Fussgaenger und Kuehe tummelten. Da die Kuehe in Indien ja heilig sind, fuhren alle schoen um sie herum. Als es irgendwann nicht mehr weiterging, weil wir in einen Stau gerieten, wechselte der Fahrer einfach die Fahrbahn. Irgendwann war auch diese verstopft, tausende Fahrzeuge ineinander verkeilt und kein Weg mehr aus diesem Chaos rauszukommen!

 

Der Taj Mahal war dann eine riesen Ueberraschung. Ich hatte schon gehoert, wie schoen er sein muss, aber ihn zu sehen uebertraff alle meine Erwartungen. Etwas vom schoensten, das ich je gesehen habe. Und eines der bedeutendsten Zeichen der Liebe, hatte der Erbauer dieses Monument fuer die verstorbene Frau (es war uebrigens die 2. Frau, die bei der Geburt des 14. Kindes ums Leben kam) von 20'000 Arbeitern bauen lassen.

 

Nach Agra gings in die heilige Stadt Varanasi. Inder pilgern zu tausenden nach Varanasi, um sich dort im Ganges zu waschen und die Asche der Verstorbenen in den Ganges zu streuen, im Rahmen einer Zeremonie. Varanasis enge Gassen waren noch einmal Steigerung dessen, was wir in Delhi erlebt hatten. Ueberall Kuehe und natuerlich auch Kuhfladen, die allerdings ganz anders aussehen als bei uns, weil die Kuehe nicht Gras fressen, sondern was auch immer die Menschen ihnen fuettern, Resten aber auch Naan (Fladenbrot) habe ich sie verfuettern sehen. Die Gassen waren so eng, dass man sich manchmal an die Mauern druecken musste, um ein Gegenueber vorbeigehen zu lassen oder sich an einer Kuh vorbeizudruecken. Als dann der Monsoon einsetzte wurde es erst recht gruselig. Die Kuhfladen und der Abfall wurden von den Wassermassen durch die Gassen gespuelt und wegen der grossen Hitze hatten auch wir nur Sandalen an... Den Rest koennt ihr euch denken!

Irgendwann gerieten wir auf unserer Erforschungstour in eine Prozession mit orange gekleideten Indern, das war echt stimmungsvoll, auch dank den Trommeln und der rythmischen Musik.

 

Nach Varanasi mussten wir uns unbedingt erholen in einem Wellness/Hotel, das zwar nicht Wellness war wie wir es kennen, aber immerhin war es sauber und lustig fanden wir die Behandlungen auch, insbesondere die Manicure!

 

Dann gings endlich nach Mumbai an die Party, an der der Swiss Kalender gelauncht wurde.

Und Mumbay war dann eine ganz andere Story. Mumbay erinnert an eine moderne asiatische Stadt, mit allem was dazugehoert. Unsere indischen Freunde empfingen uns sehr herzlich und an der Party waren wir dank den Kleidern, die uns Star-Designer Narendra Kumar geschneidert hatte, selber kleine Stars. Eine unvergessliche Erfahrung, standen wir doch mitten im Blitzgewitter der Kameras http://photogallery.indiatimes.com/articleshow/9320460.cms und http://photogallery.indiatimes.com/articleshow/9320513.cms und mussten sogar auf die Buehne! Wow, was fuer ein Erlebniss!

 

 

 

 

 

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Do

28

Jul

2011

Kiew - DIE Hauptstadt Ost-Europas

Zu den Kiew Bildern

 

Wow, da sind wir also gelandet - mitten in der Metropole Osteuropas. Ich bin total erstaunt darueber, wie das Leben hier spielt. Erwartet hatte ich eine aermliche Stadt, mit Sovietmief, Babuschkas und Smog. Angetroffen haben wir eine moderne, schoene, wohlhabende Stadt mit liebenswuerdigen Menschen, die in NICHTS einer westeuropaeischen Metropole nachsteht.

 

  Das Wetter ist wunderbar, zwischen 25 und 30 Grad (waermer als daheim, sorry ;-), wir baden am Stadtstrand im Dnjepr, welcher zwar nicht ganz so sauber und schoen ist wie die Limmat, aber immerhin scheint er sauber. Ab und zu setze ich mich gegen die Familie durch (die eigentlich nur Fussball spielen, baden und Apero trinken moechte) und wir atmen etwas Kultur, besuchen eine orthodoxe Kirche oder heute werden wir das aelteste Kloster der ganzen Ukraine und von ganz Russland besuchen, den "Kiev Pechersk Lavra". Dieses Kloster besteht aus einem alten Teil, welcher von Moenchen als Hoehlen gebaut wurde, und einem neuen, ueberirdischen Teil. Ich bin gespannt...

 

Die Menschen, die wir bis jetzt angetroffen haben sind ausserordentlich liebenswuerdig und hilfsbereit. Die Frauen legen grossen Wert auf ihr Aeusseres, sind oft gross, schlank und taenzeln auf hochhackigen Stilettos ueber das Kopfsteinpflaster, sehr zum Gefallen von Thierry.

Die Maenner sind nicht halb so arrogant und rauh wie ich es von Russland kenne. Sie kleiden sich gut und elegant und lieben spitze Schuhe.

 

Kiew bietet schoene Plaetze mit imposanten Statuen, saubere Strassen, die oft mit Kopfsteinpflaster belegt sind, internationales Shopping, lauschigen Verandas von Cafes und Restaurants. Kein Wunsch bleibt offen. Ich bin wirklich sehr sehr beeindruckt!!!

 

Was mich auch sehr wundert, ist wie gut ich mit meinem russisch durchkomme. Ich verstehe ziemlich alles und erhalte alles was ich brauche. Ich gebe zu, dass ich wahrscheinlich in jedem Satz 101 Fehler mache, aber die Ukrainer schauen grosszuegig darueber hinweg.

Am Anfang habe ich versucht herauszufinden, was der Unterschied zwischen Ukrainisch udn Russisch ist und habe keinen gefunden. Irgendwo habe ich gelesen, dass die Hauptstaedter untereinander auch russisch sprechen, und die Landbevoelkerung eher ukrainisch untereinander spricht. Deshalb hatte ich keinen Unterschied gefunden!

In der Schrift haben die Ukrainer allerdings ein paar Anpassungen gemacht. Es gibt hier das "i" sowie das kyrillische "и", deshalb schreiben sie Kiev so: Kyiv. So lustig!

 

 

 

 

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Sa

16

Jul

2011

Goodbye my team

Dem liebsten und besten Team auf Erden: TAUSENDMILLIONEN Dank für die gute Zeit, das schöne Abschiedsfest und die vielen wohltuenden Worte. Ich werde euch für immer in meinem Herzen haben.

 

 

 

 

 

 

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Do

23

Jun

2011

Meine neue Lieblings-Airline heisst...

... Air Baltic!

 

Sie ist jung, dynamisch, zuverlässig und in gewissem Sinne wohlhabend. Und somit teilen wir bereits 4 Eigenschaften, welche mir äusserst sympathisch sind.

 

Die Air Baltic fliegt nicht nur nach Barcelona, Paris und Berlin, sondern auch in Destinationen, die vom Mainstream abweichen: Riga, Vilnius, Bergen, St. Petersburg.

Und wer hat schon mal was von Baku, Eriwan oder Kuopio gehört?

 

Auf der Sagrada Familia in Barcelona ist wahrscheinlich jeder schon mal in einem der engen Türme in der Besucher-Flut stecken geblieben, weil der Vorgänger seinen Schuh binden musste oder ein beleibter Ami nach jedem Treppentritt nach Atem rang.

Aber wer war schon im Reich der Wikinger?

 

Stell dir vor, dein Arbeitskollege fragt dich, "wo warst du in den Ferien?" und du antwortest "Kennst du Lulea?" (Nur schon das Wort Luleahört sich für mich an wie die Perfektion höchst persönlich. Ein Mix zwischen einer bunten Hippie-Halbinsel, einer Meerjungfrau gezeichnet von Marc Chagall und stürmischen Winden die über den Nordpol ziehen.)

Und du antwortest deinem Kollegen, dass Lulea halb auf der Halbinsel Svartostadaen  an der nordschwedischen Küste liegt und zur Hälfte auf der Insel Herston – und nur eine der vielen Inseln im Lulea Archipel im Bottnischen Meerbusen ist. Die Stadt Lulea mit 45 000 Einwohnern   liegt nur etwa 100 km südlich des Polarkreises und ist der Heimathafen der schwedischen Eisbrecherflotte. In der Nähe, am Fluß Lulea, liegt das UNESCO Welterbe der Gammelstad, mit einer Kirche aus dem 15. Jahrhundert in einem Dorf, das typisch für diese Region ist. Der Flughafen Kallax liegt nur 5 (!!!) km vom Stadtzentrum Luleas entfernt.

 

Das ist doch viel spannender als die Ramblas rauf und runter!

Naja, was mir gefällt, muss ja nicht allen gefallen...

 

Auf jeden Fall habe ich günstige Tickets gefunden via Kiew nach Kasachstan - für sage und schreibe 1500 EURO - aber für die ganze Familie! Und da wir schon in Kiew sind bleiben wir 4 Tage da und schauen uns die Stadt an. Kiew soll eine wunderschöne Stadt sein - ich war noch niemals da.

 

Und falls du auch erfahren möchtest, ob in Lulea Hippies leben, die Nordlichter in Tromso so space-ig aussehen, oder ob einen Alkoholiker aus einem Film Aki Kaurismäkis unter den Tisch saufen kannst: www.airbaltic.de

Flüge gibts ab 30 Euro

 

 

 

 

 

 

 

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Fr

20

Mai

2011

Loslassen...

...ist wirklich eine Kunst!

Und da das Leben uns immer wieder lehrt, loszulassen, übt man dies am besten, um es dann, am Ende, beruhigt und glücklich loslassen zu können.

 

Immer wieder wird man dazu gezwungen, loszulassen. Diese Reise ist ja freiwillig, ein Traum, der in Erfüllung geht - und doch hat es auch hier viel mit loslassen zu tun.

Meinen Job, den ich gerne und mit viel Engagement und Leidenschaft während fast 9 Jahren gemacht habe, den habe ich nun "losgelassen". Der Schritt war ein grosser - wie die Trennung einer langen Beziehung war ich nicht nur froh, sondern habe im Stillen manchmal wehmütig an die schöne Zeit gedacht, und daran, dass sie nicht mehr zurück kommt.

 

Ich hatte das grosse Glück, in einem wunderbaren Team zu arbeiten. Ich fühlte mich wohl, durfte mich selber sein, verstand und wurde verstanden. Wir haben viel gelacht, haben uns gegenseitig unterstützt - und in diesem Ambiente der Kreativität vollen Lauf gelassen. Es entstanden Projekte, auf die wir stolz sein können.

Danke euch allerliebsten Team-Gspänli Bettina, Ursi, Erich, Annette, Giusi, auch den "verflossenen" Esther, Katrin, Manuela, Gian, ...

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Minusch, vierpfotige Bereicherung
Minusch, vierpfotige Bereicherung
Minusch heisst unsere neue Mitbewohnerin ❤❤❤

Momentaner Aufenthaltsort

Highlights

  • Bergkette im Sueden Kasachstans
  • Boomende Staedte in China, Beijing und Shanghai
  • Einsamkeit und Schoenheit der Natur in Kanada
  • Besuch bei Onkel Christian in Kalifornien USA
  • Regen(!)wald und tropische Straende in Costa Rica
  • Das beeindruckendste Bauwerk: der Panama Kanal
  • Canyons im Norden Argentiniens, Gletscher, Wind und Endzeitstimmung in Patagonia und Tierra del Fuego
  • Sandduenen und gemuetliches Strandleben in Uruguay